»Was? Das geht schon?!«

Ein Video minutenschnell in 200 Sprachen übersetzt – KI made in Mannheim will weltweit für bessere Verständigung sorgen.

Bernd Korz, Geschäftsführer Alugha
Bernd Korz, Geschäftsführer Alugha
Alugha Beitrag

Herr Korz, Alugha gilt unter den Videoplayern noch als Geheimtipp. Mit Dorothee Bär, BASF und Warner Brothers haben Sie schon einige namhafte Fürsprecher. Wie wollen Sie mit  Alugha die Arbeitswelt der Zukunft prägen?
Wenn wir auf Messen präsentieren, wie schnell und präzise unsere künstliche Intelligenz Videos transkribieren und synchronisieren kann, dann stehen die Menschen oft total  fassungslos vor uns: „Was? Das geht schon?!“ Ein Imagefilm von 5 Minuten beispielsweise lässt sich innerhalb von 30 Sekunden in eine weitere Sprache übersetzen und mit verblüffend echt klingenden KI-Stimmen unterlegen. Für die Arbeitswelt der Zukunft bringt das ein enormes Potenzial: intern für bessere Verständigung und extern für höhere Bekanntheit und Beliebtheit in den Medien.
 

Wie kann ich mir das genau vorstellen? 
BASF zum Beispiel hat im Rahmen einer internen Umstrukturierungsmaßnahme Erklärvideos in 10 Sprachen erstellt, damit alle Mitarbeiter den Wandel nachvollziehen können. Und der US-Konzern Cohu nutzt Alugha, um der europäischen Belegschaft seinen Video-Quartalsbericht in der jeweiligen Muttersprache verfügbar zu machen. Eine Umfrage unter den Mitarbeiter:innen hat ergeben, dass die total begeistert sind, weil sie endlich zu 100 Prozent verstehen, was die Geschäftsleitung ihnen erzählt.  
 

Also eine gute Sache für international tätige Unternehmen?
Nicht nur; auch Unternehmen, die nur auf dem deutschen Markt unterwegs sind, können extrem profitieren. Selbst hierzulande werden offiziell 100 Sprachen gesprochen. Acht Millionen Menschen beherrschen nur sehr gebrochen oder gar kein Deutsch. Alugha macht es möglich, wirklich jeden Menschen in diesem Land in seiner eigenen Sprache zu erreichen, Gehörlose eingeschlossen. Denn, was viele nicht wissen: Die gängigen Untertitel sind für Gehörlose schlicht nicht zu gebrauchen. Das heißt, in unserer neuen Art, über Videos und Podcasts zu kommunizieren, schließen wir enorm viele Menschen aus. Das wollen wir ändern.
 

Wie kommt es, dass Alugha trotzdem noch mehr ein Unterdog ist? 
Um es auf zwei Worte runterzubrechen: Bequemlichkeit und Ignoranz. Wer einen Videoplayer auf seiner Homepage installiert, recherchiert nicht groß, sondern wählt einfach einen der bekannten Branchenriesen. Der Haken: Damit gehen alle Daten, die eigenen und die der Nutzer, in die USA. Und leider gibt es kein Datenschutz-Abkommen, das einen Missbrauch verhindern könnte. Hier liegt auch der zusätzliche Charme unserer Lösung: Die Unternehmen können sich nicht nur irre viel Zeit und Geld für Internationalisierung sparen, sie kaufen die Datenschutzkonformität bei uns gleich mit.
 

Preisgekrönte KI aus Mannheim

Der Alugha Dubbr wurde gestern auf der Frankfurter Buchmesse mit dem diesjährigen DPR Digital Publishing Award ausgezeichnet. Der KI-gesteuerte Übersetzer erlaubt es, Videos und Podcasts mehrsprachig zu untertiteln oder synchronisieren. Beifall von der Jury gab es für das sehr große Marktpotenzial. Denn die praxisreife KI werde den Arbeitsalltag von Medienschaffenden künftig spürbar erleichtern. 

https://alugha.com
 

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