Zum Wohle der Patient:innen

März 2021 | Die Zeit | Zukunft Medizin

Zum Wohle der Patient:innen

HMM Deutschland ist der führende Anbieter von digitalen Lösungen im Gesundheitsbereich. Ein Gespräch über die Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland – und deren Zukunft.

Istok Kespret – Gründer und Geschäftsführer, HMM Deutschland
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Wie weit ist die Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland, welches Potential hat sie?

Einerseits sind wir noch ganz am Anfang. Das kommende und langerwartete E-Rezept ist ja keine echte Revolution und die elektronische Patientenakte wird ihr Potential erst in zwei bis drei Jahren zeigen. Andererseits ist das Gesundheitswesen bei einigen Prozessen gar nicht so schlecht, zum Beispiel mit dem elektronischen Kostenvoranschlag (eKV) für Hilfsmittel. Bei seiner Einführung vor wenigen Jahren war das eine echte Disruption, auch wir als führender Anbieter kämpften gegen viele Widerstände. Heute geht in praktisch allen Fällen der Kostenvoranschlag für ein Hilfsmittel vom Hilfsmittelversorger an die Krankenkasse und wird dort in Sekundenschnelle anhand der vorliegenden Daten automatisch geprüft. Das spart Geld und Zeit. Zeit, in der die Patient:innen normalerweise warten müssen – bis zu fünf Wochen!

 

Was sind aus Ihrer Sicht treibende Faktoren, Akteure und auch wünschenswerte Ziele für die Digitalisierung des Gesundheitswesens?

Ich sehe vor allem bei der Verschlankung bzw. der Vermeidung von Prozessen das größte Potential. Der Antrag auf eine Hilfsmittelversorgung mag durch den eKV schneller bei der Krankenkasse eintreffen, aber dann beginnt das Warten: Pa-tient:innen tätigen täglich Tausende von Anrufen bei Krankenkassen und Hilfsmittelversorgern, um nach dem Stand der Bearbeitung zu fragen. Warum informiert man die Patient:innen nicht automatisch, wie bei einer Onlinebestellung? Die elektronische Patientenakte soll es richten, aber das wird noch Jahre dauern! Die Politik sehe ich als Treiber, indem sie klare Vorgaben und Rahmenbedingungen schafft. Umgesetzt werden muss das aber durch die Unternehmen, denn hier sitzt die Kreativität und die Leidenschaft. Gerade wir bei HMM fangen lieber heute als morgen an, Dinge mutig umzusetzen.

 

Welche digitalen Lösungen bietet HMM, was ist für die Zukunft geplant?

Mit unserer eVerordnung geht eine Verordnung von den Ärzt:innen digital an die Krankenkasse, wird dort sofort und automatisch geprüft und nach dem Willen der Pa-tient:innen an den Leistungserbringer oder die Krankenkasse weitergeleitet. Im vergangenen Herbst wurde unser De-Pay-Abrechnungsverfahren mit in das Gesetz aufgenommen. Damit haben wir eine digitale Möglichkeit geschaffen, erbrachte Heil- und Hilfsmittelleistungen automatisch und in Sekundenschnelle vollständig digital zu prüfen und bei der Krankenkasse den Rechnungsvorgang auszulösen. Mit dem LEOS Messenger können Hilfsmittelversorger ihre Kund:innen automatisch per SMS über einen Auftragsstand informieren. Die vielen Telefonate können damit entfallen. Riesiges Potential sehen wir bei HMM in der Cloud. Die Softwaresysteme von Krankenkassen und Hilfsmittelversorgern sind in der Regel schwerfällig und funktional nicht leicht zu erweitern. Warum nicht einen Plattform-Service in einer sicheren GKV-Cloud anbieten, über den alle Prozesse DSGVO-konform laufen, die Software auf dem neuesten Stand ist und neue Funktionen schnell zubuchbar sind? Und gerade in Zeiten von Corona könnten Dienstleistungen digital werden: So würde etwa ein einzubauender Badewannenlifter per Video vermessen, das Angebot wird elektronisch von der Krankenkasse genehmigt und das Sanitätshaus kommt nur einmal nach Hause zum Einbauen. Das sind schlanke, lösungsorientierte Ansätze, die alle einem Ziel dienen: dem Wohl der Patient:innen.

 

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