Rehabilitation: digital und zuhause

cereneo, das private Zentrum für Neurologie & Rehabilitation, unterstützt dabei – auch digital und von zuhause
Dr. med. Leopold Zizlsperger Medizinischer Direktor, cereneo Vitznau
Dr. med. Leopold Zizlsperger Medizinischer Direktor, cereneo Vitznau
cereneo AG Beitrag

Herr Dr. Zizlsperger, welche Herausforderungen ergeben sich bei der Rehabilitation von Menschen, die an einer neurologischen Erkrankung wie etwa Parkinson leiden?
Im Unterschied zu vielen anderen lebensverändernden Erkrankungen, wie etwa einem Herzinfarkt, ist bei neurologischen Erkrankungen unser Wahrnehmungs- und Erkenntnisapparat selbst betroffen. Patien-ten wollen oft nicht wahrhaben, dass sie krank sind, bemerken ihre Defizite nicht, leiden unter den psychologischen Folgen. Das macht die Rehabilitation anspruchsvoll – denn für sie braucht es Motivation und Durchhaltevermögen. Verlorene
oder eingeschränkte neurologische Fähigkeiten können aber nur durch viel Übung wieder erlernt werden. Wir setzen deshalb in der Reha sehr stark auf digitale Konzepte, datenbasierte Therapien und Robotik. Interaktive Spiele etwa trainieren Kognition oder Sprachvermögen, robotergestützte Bewegungsübungen sind durch die Auswertung von Sensordaten genau auf den Fortschritt der Patienten abstimmbar. Wichtig: ein herzlicher und empathischer Umgang mit unseren Patienten. Wir sind eine kleine Klinik mit individuell angepasster Therapie, um unsere Patienten optimal zu motivieren. Unser Therapie-konzept basiert zudem auf intensiver Forschung zu den effektivsten Methoden, hier arbeiten wir mit renommierten Institutionen weltweit zusammen und unterhalten selbst ein Forschungsinstitut. Wir glauben: Dieser evidenzbasierte Ansatz in Kombination mit digitalen Konzepten und dem menschlichen Faktor macht uns ziemlich einzigartig.

Was erwartet Patienten in den Rehabilitationszentren von cereneo?
Zu Beginn der Patientenreise steht die stationäre Aufnahme und eine genaue Anamnese, nach der die individuellen Rehamaßnahmen geplant und durchgeführt werden. Schon während dieser Phase bereiten wir den Transfer nachhause vor. Ein Therapeut kann den Patienten nach Hause begleiten, mit Angehörigen sprechen und medizinisches Personal vor Ort schulen. Der begleitende Therapeut erstellt mit dem Patienten ein Rehaprogramm für zuhause und startet es mit ihm gemeinsam bereits während des stationären Aufenthalts. Daran anschließend bieten wir Telerehabilitation und ärztliche Online-Konsultationen an.

Können Sie diese beiden letzten Begriffe näher erläutern?
Es geht darum, Patienten möglichst weit auf ihrem Weg der Regeneration zu begleiten. Nach der stationären Behandlung führen wir die Therapie über digitale Kanäle weiter – weltweit. Dabei können auch Sensoren helfen, die wir den Patienten mitgeben, die zum Beispiel Bewegungsabläufe messen und an uns zurückmelden. So überwachen wir den Verlauf der Reha auf mehreren Ebenen und können die Übungen anpassen. Außerdem bieten unsere Ärzte regelmäßige Online-Sprechstunden an, in denen der Verlauf der Reha besprochen wird. Nicht nur für ehemalige Patienten: Unsere Online-Konsultationen stehen allen zur Verfügung, die mit einer neurologischen Fragestellung Beratung zu Therapieoptionen oder eine zweite Meinung suchen. Hierbei werden die bestehenden medizinischen Berichte im Vorfeld evaluiert, um den Patienten in der Konsultation bestmöglich zu beraten.

E info@cereneo.ch
T +41 41 399 67 00


www.cereneo.ch

Nächster Artikel
Medizin
Juli 2022
Illustration: Lara Paulussen
Redaktion

Technik für die Pumpe

OP-Roboter, kabellose Herzschrittmacher, Herzgewebe aus dem 3D-Drucker: Innovative Medizintechnik hilft, herzkranke Menschen zu behandeln  – und sorgt immer öfter dafür, dass der Ernstfall gar nicht erst eintritt.