Was der Krebs nicht mag

Wir haben unsere Gesundheit in vielerlei Hinsicht selbst in der Hand. Wer sich gesund ernährt, genügend bewegt und andere Risikofaktoren wie Rauchen und Alkohol vermeidet, verringert auch das Krebsrisiko. 

Illustration: Olga Aleksandrova
Illustration: Olga Aleksandrova
Julia Thiem Redaktion

So viel vorab: Ja, es gibt sie, die Beispiele, wo scheinbar fitte, junge und aktiv lebende Menschen trotz gesundem Lebensstil an Krebs erkranken. Grundsätzlich gilt jedoch: Je mehr schädliche Verhaltensweisen zusammenkommen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken. Wer sich also kaum bewegt, sich schlecht ernährt, raucht oder zu viel Alkohol trinkt, erhöht sein individuelles Krebsrisiko. 

Rauchern wird dieses Risiko schon seit Jahren sehr deutlich auf den Tabakverpackungen mitgeteilt. Viele andere Risikogruppen seien sich der Gefahr hingegen nicht bewusst, teilen nun das Deutsche Krebsforschungszentrum, DKFZ, die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Krebsgesellschaft, DKG, im Rahmen der Nationalen Krebspräventionswoche mit. Die steht unter dem Motto „weniger Übergewicht = weniger Krebsrisiko“. Sieben Prozent der Krebsneuerkrankungen in Deutschland gingen auf das Konto von Übergewicht, betont DKFZ-Chef Michael Baumann. Diese 30.000 auf Übergewicht zurückzuführenden Krebsfälle in Deutschland seien vermeidbar. Vor allem Brustkrebs nach den Wechseljahren und Darmkrebs treten bei fettleibigen Menschen erheblich häufiger auf. Gebärmutter- und Nierenkrebs oder Karzinome der Speiseröhre seien sogar in fast 50 Prozent aller Fälle auf Adipositas zurückzuführen. Und diese Gefahr nimmt kontinuierlich zu. Laut Zahlen des Robert-Koch-Instituts sind nach Selbstangaben aus den Jahren 2019 und 2020 in Deutschland 46,6 Prozent der Frauen und 60,5 Prozent der Männer von Übergewicht betroffen.

Hoher Kortisolspiegel befördert Krebs

Ein gesunder Lebensstil ist demnach nach wie vor die beste Prävention gegen Krebs. Gesund heißt in dem Fall, auf eine ballaststoffreiche Ernährung zu achten. Gemüse sollte der meiste Platz auf dem Teller eingeräumt werden, Kohlenhydrate hauptsächlich aus Vollkorn bestehen, Fleisch und Fisch maximal ergänzend und in Maßen gegessen werden. Die Deutsche Krebshilfe empfiehlt außerdem, Lebensmittel schonend zuzubereiten, also Gemüse beispielsweise zu garen, da bei niedrigen Temperaturen mehr Vitamine und Mineralstoffe erhalten bleiben. Wichtig ist außerdem, sich genügend Zeit zum Essen zu nehmen. Drei Hauptmahlzeiten ohne Ablenkung am Tisch mit Freunden und Familie sind deutlich gesünder als die zahlreichen Snacks zwischendurch, die man vielleicht noch im Stehen oder Gehen auf dem Weg zum nächsten Meeting einnimmt. Denn auch chronischer Stress, das haben Studien schon vor über zehn Jahren bestätigt, fördert die Entzündungsreaktionen im Körper und ein hoher Kortisol-Spiegel, ein Stresshormon der Nebenniere, fördert beziehungsweise stimuliert Krebszellen. 

Wer also weiß, dass eine genetische Prädisposition in der Familie vorliegt, wer vielleicht schon einmal eine Krebserkrankung überstanden hat oder einfach so lange wie möglich gesund und krebsfrei leben möchte, sollte sein Leben entschleunigen. Zeit für gesunden Genuss, Ruhe, Erholung, Bewegung und die schönen Dinge im Leben, ist ein Luxus, der nicht teuer sein muss, aber am Ende unbezahlbar sein kann. 
 

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Prof. Dr. med. Dipl.-Chem. Elke Holinski- Feder ist Geschäftsführerin und Fachärztin  für Humangenetik im MGZ – Medizinisch Genetisches Zentrum München.
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Leben mit Krebs

Ich bin 51 Jahre und habe Darmkrebs. Ich weiß jetzt, dass es erblich ist und was es bedeutet. Ich weiß auch, dass es meine Kinder nicht geerbt haben.