Helden des Alltags

Nachhaltigkeit macht Arbeit. Aber manchmal ist es gar nicht so schwer, dem Planeten – und uns! – etwas Gutes zu tun. Anbei einige Tipps für jeden Tag.

Illustration: Laura Neuhäuser
Illustration: Laura Neuhäuser
Frank Burger Redaktion

Heiligabend mal kein Erdbeerbecher
Neuseeland ist spektakulär schön, und die Menschen entwaffnend freundlich – aber müssen wir deswegen im Supermarkt um die Ecke gleich Äpfel von dort kaufen, die einmal um den halben Erdball geflogen wurden? Regional und saisonal einkaufen lautet stattdessen die Devise bei Lebensmitteln. Das erspart Transportwege und damit CO2-Emissionen, stärkt die regionale Wirtschaft und schärft das Bewusstsein für die Produktionsbedingungen unseres Essens. Wer ganz einfach wissen möchte, welche heimischen Lebensmittel wann Saison haben, kann sich beispielsweise die App GrünZeit der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein herunterladen.

Banne die Pfanne des Bösen
Die Grillsaison hat begonnen – und wie: Fast 40 Prozent aller Deutschen brutzeln in der warmen Jahreszeit alle zwei Wochen, 25 Prozent sogar wöchentlich, sagen die Marktforscher von POSpulse. Nachhaltiger wird das Vergnügen, wenn man auf billige Einweg-Grills aus Aluminium verzichtet, die sich zu Müllbergen in den Parks der Städte türmen. Außerdem sollte Kohle aus heimischen statt tropischen Hölzern verwendet werden, erkennbar etwa am FSC-Siegel – und auf den Rost gehört idealerweise Bio-Fleisch oder gleich eine vegetarische Alternative wie Zucchini-Spießchen.

Kühl weht der Abendhauch
Der Sommer ist da, und die nächste Hitzewelle kommt bestimmt. Wer das Wohnklima in dieser Zeit erträglich halten will, braucht aber keine stromfressende Klimaanlage – für Kühle sorgt zunächst einmal schon richtiges Lüften: Früh morgens alle Fenster für zehn Minuten weit aufzureißen, schafft Durchzug, danach sollten sie geschlossen bleiben, bis die Außenluft am Abend wieder kühler geworden ist. Abdunkelung hat einen zusätzlichen Effekt, am besten helfen außenliegende Rollläden, Markisen oder Fensterläden. Und wer doch einen Ventilator braucht: Gute Geräte gibt es auch mit Solarbetrieb.

Drahtesel statt Blechkiste
In deutschen Großstädten führen 40 Prozent der Autofahrten über eine Entfernung von weniger als fünf Kilometern, sagt das Bundesumweltamt – eine Distanz, über die das Fahrrad das schnellste Verkehrsmittel ist. Regelmäßiges Radfahren erhöht laut einer Studie der Uni Utrecht außerdem die Lebenserwartung um drei bis 14 Monate, verursacht keine Emissionen und ist günstig: Das Bundesverkehrsministerium beziffert die durchschnittlichen Nutzungskosten eines Fahrrads mit rund zehn Cent pro zurückgelegtem Kilometer, für ein Auto liegen sie bei 40 bis 140 Cent. Also: aufgesessen!

Endlich ein Idol sein
Kinder ahmen bewusst und unbewusst ihre Eltern oder andere enge Bezugspersonen nach, das hat sich über Jahrtausende hinweg als sinnvoll für das Überleben der Spezies erwiesen. Wer den Planeten also wirklich für die nächsten Generationen bewahren möchte, nimmt ihre oder seine Rolle als Vorbild ernst und zeigt dem Nachwuchs jeden Tag, wie konsequentes, verantwortungsvolles Leben geht – denn Kinder sind die nächsten Multiplikatoren. Übrigens: Auch Erwachsene befolgen Nachhaltigkeitsregeln dann besonders gut, wenn die Ratgeber sich selbst daran halten.

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Kleiner Fußabdruck, großer Handabdruck

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