»Präsenz ist nicht gleich Leistung«

Juni 2015 | Die Welt | Talente der Zukunft

»Präsenz ist nicht gleich Leistung«

Anwesenheit und Arbeitsleistung sind zwei verschiedene paar Schuhe, wie man bei ECE weiß. Deshalb setzt man hier auf individuelle Flexibilität im Job.

ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG / Unternehmensbeitrag

Frau Hatzer, warum setzen Sie auf mobiles Arbeiten als Personalinstrument?

 

Zunächst war es eine ganz praktische Überlegung. Die Mobilitätsanforderungen nehmen permanent zu. Viele unserer Mitarbeiter sind auf mobile Lösungen angewiesen, um ihre Aufgaben erledigen zu können. Warum also sollen nicht auch andere Mitarbeiter mit besonderen persönlichen Herausforderungen diese Flexibilität nutzen können – temporär oder vielleicht auch längerfristig?

 

Dafür braucht es Vertrauen.

 

Was bei uns groß geschrieben wird – beispielsweise bei der Arbeitszeit. Wir haben hier sehr positive Erfahrungen gemacht. Denn wenn man einem Mitarbeiter Vertrauen entgegenbringt, will auch er, dass es klappt, für sich und für die Kollegen. Genauso verhält es sich mit dem Home Office. Wir haben dieses Konzept vor etwa 2,5 Jahren großflächig angeboten und bekommen seitdem äußerst positives Feedback. Und zwar sowohl von den Mitarbeitern, die sagen, sie arbeiten konzentrierter und damit auch produktiver, als auch von unseren Führungskräften.

 

Ist mobiles Arbeiten immer jederzeit möglich?

 

Zu 100 Prozent natürlich nicht. Wer in einem unserer Einkaufscenter tätig ist, hat andere Rahmenbedingungen durch die Öffnungszeiten. Aber grundsätzlich ist eine gewisse Flexibilität möglich. Sie variiert eben von Tätigkeit zu Tätigkeit. Man kann einzelne Aufgaben flexibel und mobil erledigen, das kann schon einen großen Mehrwert zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie schaffen.

 

Ein gutes Stichwort: Kommt mobiles Arbeiten vor allem Frauen zugute?

 

Nicht ausschließlich. Für uns war dieser Aspekt aber durchaus eine wichtige Überlegung bei der Umsetzung des Programms. Häufig ist es so, dass Karrieren vor allem zwischen 30 und 40 definiert werden – eben dann, wenn Frauen in der Regel den Spagat zwischen Job und Familienplanung schaffen müssen. Aber mobiles Arbeiten wird auch von vielen männlichen Kollegen genutzt und kann auch hier vieles erleichtern. Allerdings nur dann, wenn insgesamt in der Unternehmenskultur die Präsenz nicht gleichbedeutend mit der Leistung eines Mitarbeiters gesetzt wird.

 

Welche anderen Angebote bieten Sie hier?

 

Im Großen und Ganzen können unsere Mitarbeiter jederzeit auf einen „bunten Strauß“ an Maßnahmen und Hilfestellungen zurückgreifen – eben ganz, wie es die individuelle Lebenssituation erfordert. Wir sprechen hier über Kinderbetreuungs-angebote, aber auch über Hilfestellungen bei der Betreuung und Pflege von älteren Angehörigen. Wie viele dieser Maßnahmen ein Mitarbeiter in Anspruch nehmen möchte, liegt dabei ganz bei ihm.

 

Wie hoch ist der Mehraufwand für die doppelten mobilen Arbeitsplätze?

 

Es gibt einen Mehraufwand, der sogar erheblich sein kann. Denken Sie etwa an unsere Architekten. Hier kann nicht jede Planungssoftware für gleich zwei Arbeitsplätze bereitgestellt werden. Deshalb ist das im Einzelfall zu prüfen, weil es andererseits Aufgaben gibt, die man gut im Home Office erledigen kann. Für andere Aufgaben sind das Büro und der Austausch mit Kollegen die bessere Wahl. Genau das verstehen wir bei ECE unter Flexibilität.

 

Barbara Hatzer; Head of HR Development & Marketing, ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG

 

www.ece.de/karriere