Frau Weinert, was zeichnet den „Joachim Herz Preis – Berufliche Bildung“ konkret aus – welche Projekte suchen Sie?
Wir fördern bewusst nicht das, was bereits umgesetzt wurde, sondern Ideen, die erst noch entstehen. Berufliche Schulen – allein oder im Verbund – können sich mit innovativen Konzepten bewerben, die KI und digitale Transformation sinnvoll einbinden. Gesucht werden Ansätze, die Lehr- und Lernprozesse verbessern und zeigen, wie Berufliche Bildung zukunftsfähig bleibt. Das ausgezeichnete Projekt erhält bis zu 500.000 Euro Förderung – der höchstdotierte Preis in der Beruflichen Bildung und im Schulsektor. Wichtig ist zudem, dass die Projekte von Anfang an so angelegt sind, dass auch andere Schulen davon profitieren können.
Warum braucht die Berufliche Bildung gerade jetzt neue Impulse?
Sie ist zentral für die Fachkräftesicherung – und steht zugleich vor großen Veränderungen. Digitalisierung und KI verändern Berufe, Anforderungen und Lernprozesse. Gleichzeitig gibt es viele gute Ideen von engagierten Lehrkräften, die im Alltag oft nicht umgesetzt werden können. Genau hier setzt der Preis an: Er soll zu Erneuerung ermutigen und Innovation ermöglichen, um die Attraktivität Beruflicher Bildung zu stärken. Es geht nicht darum, auf Defizite hinzuweisen, sondern neue Wege praktisch zu erproben und erfolgreiche Modelle direkt in die Anwendung zu bringen und für andere nutzbar zu machen.
Was bekommen die Ausgezeichneten über das Preisgeld hinaus, und wie läuft die Bewerbung ab?
Neben der Förderung wird der Preisträger über zwei Jahre von uns begleitet. Zentral sind mehrere Transferveranstaltungen, bei denen wir andere Berufliche Schulen einbinden und Know-how teilen, diskutieren und weiterentwickeln. Ziel ist, erfolgreiche Ansätze weiterzugeben und in die Breite zu tragen. Die Bewerbung läuft mehrstufig: Nach einer formalen Prüfung wählt eine Jury Projekte aus, die anschließend präsentiert werden. Vergeben wird der Preis schließlich im Rahmen einer Fachkonferenz in Hamburg.
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