Wo Start-ups flügge werden

 Wie die Uni Stuttgart Gründer fördert, erklären Eric Braun, Geschäftsführer der Technologie-Transfer-Initiative GmbH, TTI, und Rubina Zern-Breuer, Leiterin des Transfercenters TRACES.

Rubina Zern-Breuer leitet das Transfercenter TRACES an der Universität Stuttgart
Rubina Zern-Breuer leitet das Transfercenter TRACES an der Universität Stuttgart
TTI Beitrag

Frau Zern-Breuer, Herr Braun, wie unterstützen Sie Gründerinnen und Gründer sowie jene, die es werden wollen?

Zern-Breuer: TRACES deckt viele Felder ab, vom Career Service über Technologietransfer und Business Relations bis hin zu Start-ups und Entrepreneurship, neu ist der Bereich Alumni. Das Ziel: Wissen und Ideen sollen nicht im Elfenbeinturm bleiben, sondern Wirtschaft und Gesellschaft erreichen. Wir begleiten und beraten Menschen mit einem ersten Gründungsgedanken, aus dem sich sogar ein etablierter Industriepartner entwickeln kann, den wir in unser Netzwerk integrieren. Unsere Zielgruppe sind Studierende vom ersten Semester an, Promovierende, Mitarbeitende und Lehrende – alle, die sich für Ausgründungen interessieren.

Braun: Die TTI ist ein Unternehmen mit mehreren Gesellschaftern, unter anderem der Universität. Wir fungieren als verlängerte Werkbank, die spezifische Dienstleistungen zur Unterstützung des Transfers und der Gründungskultur im Ökosystem der Hochschule anbietet – und sind partnerschaftlich mit TRACES verknüpft, denn wir übernehmen in der Regel das Ruder, wenn Ausgründungsprojekte unterstützt durch TRACES einen gewissen Reifegrad erlangt haben.

Eric Braun, Geschäftsführer, der Technologie-Transfer-Initiative TTI an der Universität Stuttgart
Eric Braun, Geschäftsführer, der Technologie-Transfer-Initiative TTI an der Universität Stuttgart

Wie greifen Sie den Projektbeteiligten dann unter die Arme?

Braun: Aktuell fokussieren wir uns auf zwei Themen. Das eine ist die Marktevaluierung und die Unterstützung beim Markteintritt. Dafür bieten wir eine deutschlandweit einzigartige Dienstleistung: Gründungsprojekte können, bevor sie eine Kapitalgesellschaft werden, unter das Dach der TTI schlüpfen und aus dieser sicheren Position heraus schon am Markt agieren – das ist das TGU-Modell, die Abkürzung steht für Transfer- und Gründerunternehmung. Zweitens hilft die TTI bei der Bewältigung der Finanzierungshürde: Wir beraten Ausgründungen bei der Beantragung von Fördermitteln, statten sie als Co-Investor mit Geld für die Seed Stage aus und verbinden sie mit unserem Investorennetzwerk, zu dem zahlreiche Venture-Capital-Gesellschaften zählen – so können wir den Ausgründenden strukturiert helfen, Finanzierungsrunden erfolgreich zu gestalten.
 

Können Sie die Start-up-Journey eines Unternehmens beschreiben, das aus der Uni Stuttgart heraus gegründet wurde?

Zern-Breuer: Ein tolles Beispiel ist das Start-up Sereact, das eine Roboter-KI entwickelt hat und damit enorm erfolgreich ist – vor kurzem hat Sereact eine Series-A-Finanzierungsrunde über 25 Millionen Euro abgeschlossen. Gegründet wurde die Firma 2021 von Ralf Gulde und Marc Tuscher, Alumni der Hochschule. Wir haben sie unter anderem dabei unterstützt, ein EXIST-Gründungsstipendium zu beantragen, außerdem konnten sie Labore, Werkstätten und weitere Ressourcen der Uni nutzen, ohne sofort eigene Räumlichkeiten und Ausstattung finanzieren zu müssen. Ab 2020 haben die Gründer am TGU-Programm teilgenommen, seit 2022 ist Sereact Mitglied des Forschungscampus ARENA2036 und kann so mit anderen Unternehmen, Universitäten sowie Forschungsinitiativen kooperieren – und mit Gründergeist weitere Innovationen vorantreiben.

www.tti-stuttgart.de
www.traces.uni-stuttgart.de

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