Wer deutsches Geflügel isst, is(s)t nachhaltig

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft vertritt Mitglieder entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Wolfgang Schleicher, Geschäftsführer, Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V.
Wolfgang Schleicher, Geschäftsführer, Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V.
Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. Beitrag

Nachhaltigkeit ist ein Begriff, der sehr oft allgemein und auch voreilig verwendet wird. Dabei existiert eine klare Definition. Im sogenannten Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit werden ökologische, ökonomische und soziale Komponenten miteinander vereint. Als bedeutender Teil der Land- und Ernährungswirtschaft leistet die deutsche Geflügelwirtschaft bereits heute sehr viel. Wir übernehmen Verantwortung für eine nachhaltige Lebensmittelerzeugung.
 

Tierwohl verbessern!
 

Unsere Geflügelhalter stellen sicher, dass die Tiere artgerecht und respektvoll gehalten werden. Mit freiwilligen Vereinbarungen und Brancheninitiativen sorgen wir für immer mehr Tierwohl. Gegenwärtig beträgt der Marktanteil von Geflügelfleisch, das nach den Anforderungen der Initiative Tierwohl erzeugt wurde, rund 90 Prozent. In einer Welt, in der Lebensmittel nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage grenzüberschreitend gehandelt werden, bleiben einzelstaatliche politische Entscheidungen nie auf den eigenen Wirtschaftsraum beschränkt. Daher sind nur mit einem europäischen Ansatz Verbesserungen beim Tierwohl möglich.

Ressourcen schützen!


Die Geflügelwirtschaft vereint die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft und nutzt Boden, Wasser und Energie effizient. Durch den züchterischen Fortschritt ist es uns gelungen, die Futterverwertung der Tiere zu verbessern. Hierdurch werden weltweit rund 600.000 Hektar an landwirtschaftlicher Fläche für den Anbau von Lebensmitteln frei. Jeder, der Geflügelfleisch aus deutscher Erzeugung konsumiert, schützt Ressourcen. Das Problem besteht allerdings darin, dass insbesondere in der Gastronomie für die Verbraucher eine verpflichtende Kennzeichnung der Herkunft tierischer Produkte fehlt.  

Soziale Verantwortung übernehmen!


Die Geflügelwirtschaft leistet einen aktiven Beitrag zur Ernährungssicherung. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Geflügelfleisch lag 2022 bei 21,4 kg. Durchschnittlich hat jeder Deutsche zudem rund 238 Eier konsumiert. Allen Anstrengungen zum Trotz können wir derzeit diese stabile und tendenziell steigende Nachfrage mit der inländischen Erzeugung nicht bedienen. Einer repräsentativen Umfrage zufolge ist die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung (80 Prozent) auch nicht bereit, auf Fleisch zu verzichten. Die Politik muss sich daher bewusst sein, dass ein staatlich verordneter Speiseplan zur Begrenzung des Fleischkonsums, ohne dabei die Verzehrgewohnheiten sowie die Ausgewogenheit der Ernährung zu berücksichtigen, weder bei Verbrauchern noch in der Ernährungswirtschaft Zustimmung finden wird.

Mit rund 9,5 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung (2022) leisten wir einen wichtigen ökonomischen Beitrag zur Volkswirtschaft. Im ländlichen Raum sind wir mit 170.000 Arbeitsplätzen ein bedeutender Arbeitgeber. Unsere Produkte erfreuen sich bei den Verbrauchern hoher Beliebtheit. Auch zukünftig werden wir daher den Geflügelstandort Deutschland auf der Basis von wissenschaftlichen Kenntnissen entlang des Marktes nachhaltig weiterentwickeln.

www.zdg-online.de
 

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