Grüner Stahlbau

Mit unterschiedlichen Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette kann das Bauen mit Stahl trotz der energie- und ressourcenintensiven Herstellung heute schon grün sein.

Gebaut mit Stahl
Gebaut mit Stahl
bauforumstahl e.V. Beitrag

Stahl hat durch seine Recyclingfähigkeit große Vorteile. Einmal hergestellter Stahl wird zu 99 % dem Kreislauf zurückgeführt. Dadurch werden Abfälle minimiert, Ressourcen geschont und der CO2-Fußabdruck in Summe deutlich reduziert. Die Qualität wird nicht beeinträchtigt, im Gegenteil, sie wird sogar gesteigert. „In einigen Jahren wird der Stahlbau klimaneutral sein – ein großes Ziel, dem die Stahlbaubranche stetig näherkommt, und das wir im Verband mit unseren Mitgliedsfirmen als oberste Priorität vorantreiben“, so Gregor Machura, Geschäftsführer bauforumstahl e.V.

Die Stahlbranche ist seit langem Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Schon vor 15 Jahren wurde die „Initiative Nachhaltiger Stahlbau“ gegründet.
 

SCHNELL CO2 NEUTRAL


„Viele Wege führen nach Rom…“ bzw. zur Klimaneutralität des Stahlbaus, z.B. ausgediente Stahlprodukte als Rohstoffe für die Produktion neuer Stähle, hocheffiziente Öfen, die mit Wasserstoff betrieben werden, der konsequente Einsatz erneuerbarer Energie und ein klimaneutraler Transport. Je mehr Faktoren umgesetzt werden, desto mehr CO2 wird eingespart. Wenn alle Bereiche der Produktions- und Lieferkette zusammen betrachtet werden, ist sogar noch viel mehr möglich.
 

DIE RICHTIGE PLANUNG


Wichtig ist, dass Gebäude schon bei der Planung und Konstruktion so gestaltet werden, dass sie nach Ende ihrer Nutzung einfach rückgebaut und Bauteile einer Wiederverwendung zugeführt werden können. Möglich wird das unter anderem durch die Modulbauweise und den Einsatz geschraubter statt geschweißter Verbindungen wie die demontierbaren Fachwerk- und Verbundträger. Werden Stahlbauteile noch effizienter bemessen und höherfeste Stahlgüter eingesetzt, braucht es für die gleiche Funktion außerdem weniger Stahl. Ein weiterer Faktor, um die Ressourceneffizienz zu steigern.
 

NEUE UMWELT-PRODUKTDEKLARATIONEN FÜR BAUSTAHLPRODUKTE


Im Bauwesen sind EPDs für Fachleute wie Architekten und Planer eine wesentliche Grundlage, Gebäude ganzheitlich planen und ökologisch bewerten zu können. Sie bilden die umweltrelevanten Eigenschaften eines Produktes auf Grundlage einer Ökobilanz in Form von neutralen und objektiven Daten ab. Dabei wird der gesamte Lebensweg des Produktes berücksichtigt. EPDs werden für die eingesetzten Produkte immer häufiger in Ausschreibungen vorausgesetzt und sie werden das Mittel der Wahl, wenn die kommende Bauproduktenverordnung einen Nachweis der Umweltwirkungen verlangt. Im Oktober 2023 haben die stahlerzeugenden Mitgliedsfirmen von bauforumstahl e.V. zwei neue EPDs für Baustahlprodukte erarbeitet, eine für Langprodukte und eine für Grobbleche. Beide sind ab sofort auf den Websites des IBU Institut Bauen und Umwelt e.V. sowie bauforumstahl e.V. hinterlegt und lösen die Ende Oktober 2023 ausgelaufene Verbands-EPD „Baustähle: Offene Walzprofile und Grobbleche“ ab. Ein weiterer wichtiger Schritt zum Nachweis des Grünen Stahlbaus.

www.bauforumstahl.de
 

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