Wie nachhaltig ist der E-Commerce?

Neue Insights für E-Tailer: Seven Senders legt Studie zu Kundenerwartungen und Best Practices in Europa vor
SEVEN SENDERS
Seven Senders Beitrag

Der Onlinehandel in der EU hat in den zurückliegenden Krisenjahren profitiert: Die Umsätze im E-Commerce konnten zwischen 2019 und 2021 jährlich zweistellig zulegen. Und aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass sie sich in Europa bis 2025 nochmals auf 1,08 Billionen Euro verdoppeln werden. Doch wie passt der rasant wachsende Konsum zu den Klima- und Nachhaltigkeitszielen? Immerhin halten 60 Prozent der Deutschen und sogar 64,2 Prozent der Franzosen den Onlinehandel für eine Umweltsünde. Das geht aus einer heute vorgestellten Studie von Seven Senders hervor, für die Konsumenten in sieben europäischen Ländern zur Nachhaltigkeit im Onlinehandel befragt wurden.


Viele Forschungsergebnisse widerlegen die Fehlannahme, der Einkauf im stationären Handel sei besser fürs Klima. Trotzdem bedeutet Wachstum im E-Commerce natürlich auch eine Zunahme von Verpackungsmüll und Transportvolumen. Und schnelle, kurzfristig umsetzbare Lösungen zur Reduktion der damit verbundenen CO2-Emissionen sind aktuell nicht in Sicht. Wie also können Onlinehändler ihre Expansion vorantreiben, sich gleichzeitig nachhaltiger aufstellen und dabei negative Auswirkungen auf Umsatz und Margen sowie auf die Erwartungen ihrer Kund:innen vermeiden? Immerhin sind bereits neun von zehn Vertreter:innen der Generation Z, der junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren angehören, der Meinung, dass jedes Unternehmen Umweltverantwortung übernehmen sollte.

E-Commerce und Klimaschutz

Der Frage, wie sich der Onlinehandel erfolgreich in diesem Spannungs-feld bewegen kann, geht Seven Senders, die führende Delivery-Plattform für den grenzüberschreitenden Paketversand, in einer neuen Studie nach. Sie beleuchtet, welche Vorstöße zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks erfolgversprechende Ergebnisse liefern und warum es sich für E-Tailer gleich mehrfach lohnen kann, in Sachen Klimaschutz Flagge zu zeigen. Dazu befragte Seven Senders in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Appinio 3.500 Onlineshopper:innen in Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Österreich, Spanien und der Schweiz zu ihren Einstellungen und Erwartungen an die Nachhaltigkeit im Onlinehandel. Die Ergebnisse werden in den Kontext einer Metastudie eingebettet, die der Verbrauchersicht den aktuellen Sachstand im grenzüberschreitenden E-Commerce gegenüberstellt. Herausgekommen ist eine Fülle von wertvollen Praxistipps und Best Practices für E-Tailer.

Onlinefußabruck um Vielfaches kleiner

Ein Ergebnis der Studie wird die Mehrheit der Onlineshopper:innen in Europa überraschen. Denn sie weist anhand eines Überblicks über die aktuelle Forschungslage nach, dass die E-Commerce-Branche – verglichen mit dem stationären Handel – in Sachen Umweltbelastung deutlich besser dasteht. Durchschnittlich ist der berechnete CO2-Ausstoß pro im Internet verkauftem Produkt um den Faktor 2,3 geringer. Gleichwohl gibt es für Anbieter im Onlinehandel in Sachen Klimaschutz auch noch Luft nach oben: So entfällt der Löwenanteil der im E-Commerce generierten Emissionen auf den Transport – First und Last Mile zusammengenommen. Das haben inzwischen auch die Verbraucher:innen in Europa verstanden. Mit ihrem Umweltbewusstsein nahm zuletzt auch die Bereitschaft schlagartig zu, für nachhaltige Lieferoptionen mehr Geld auszugeben. Eine Studie von Seven Senders aus dem Vorjahr zeigt, dass die Zustimmung hierfür von 54 Prozent im Jahr 2021 auf 70 Prozent in diesem Jahr angestiegen ist.

Bewusstsein ist nicht gleich Handeln

Das muss zwar nicht zwangsläufig bedeuten, dass die nachhaltige Lieferoption beim Check-out auch tatsächlich genutzt wird. Die Differenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit im Handeln der Verbraucher:innen kann erheblich sein und wurde ebenfalls erst kürzlich untersucht. Spannende Best- Practice-Beispiele in der Studie zeigen, dass eine gute Nutzerführung und Information über die Umweltwirkungen verschiedener Versandlösungen dazu beitragen, dass nachhaltige Versandoptionen besser angenommen werden – und zwar um bis zu viermal häufiger. Überhaupt, so macht die Studie deutlich, ist der Onlinehandel für die Erreichung seiner Klimaziele auf die Mitwirkung seiner Kund:innen angewiesen: Eine Senkung der Retourenquote, die für leicht vermeidbare Umweltbelastungen sorgt, oder mehr Akzeptanz für eine Zustellung an Out-of-Home-Sammelstellen schaffen Quick Wins fürs Klima. E-Tailer erreichen sie zwar nur gemeinsam mit ihren Kund:innen, können damit aber tonnenweise CO2 einsparen. Wie viel genau, das beziffert Seven Senders sogar mithilfe eines DEKRA-zertifizierten Rechenmodells. Demnach verursacht die Zustellung an eine Out-of-Home-Sammelstelle im Vergleich zur Lieferung an eine Privatadresse durchschnittlich 300 g weniger CO2 pro Paket.

Nachhaltigkeit ist (k)ein Zukunftsthema

Trotzdem ist der Weg hin zu einem Onlinehandel, der keine Emissionen mehr verursacht, noch weit. Die Studie beleuchtet daher auch von heute auf morgen wirksame Lösungen, namentlich die Kompensation von kurzfristig nicht vermeidbaren CO2-Emissio-nen. Sie bieten sich als „goldene Brücke“ in eine emissionsarme oder -freie Zukunft an, in der effektive Maßnahmen umsetzbar sind und greifen. Dass eine zupackende Klimaschutzstrategie sogar ein Wettbewerbsvorteil und Wachstumsimpuls für verantwortungsvoll agierende Akteure im E-Commerce sein kann, zeigt die Studie ebenfalls. Thomas Hagemann, Gründer und Co-CEO von Seven Senders, sieht die E-Tailer insgesamt auf einem guten Weg. „Der Onlinehandel ist eine auf die Zukunft gerichtete Branche, die durch ihre dynamische Entwicklung ebenso gekennzeichnet ist wie durch ihre Fähigkeit, disruptive Ansätze zu realisieren und in kürzester Zeit Antworten auf die Bedürfnisse von Konsument:innen zu finden. Die zunehmende Debatte um Umwelt- und Klimaschutz sowie das verstärkte Bewusstsein für Nachhaltigkeit im Konsum werden E-Tailer einmal mehr nutzen können, um zu wachsen und weiter an Stärke zu gewinnen.“


https://news.sevensenders.com/de/nachhaltigkeit-im-ecommerce

 

Erster Artikel
Wirtschaft
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