AGATHONs Investment Talk: Innovatives Basisinvestment

Februar 2021 | Die Welt | Geld

AGATHONs Investment Talk: Innovatives Basisinvestment

Zwei auch im Krisenjahr 2020 erfolgreiche Fonds setzen auf KI und Blockchain - und sind damit gerade für Privatanleger hochinteressant.

Axel Daffner – Geschäftsführer Pegasos Capital, operatives Management des ART Transformer Equities Fonds, Dr. Daniel Willmann – Gründer und Geschäftsführer, Othoz GmbH
AGATHON CAPITAL GmbH / Beitrag

Herr Dr. Willmann, der von Ihnen in 2019 aufgelegte Fonds ART AI EURO Balanced wird komplett von künstlicher Intelligenz gemanaged. Was sind die Vorteile, wie funktioniert das?

Ein entscheidender Vorteil von KI ist, dass die Leistungsfähigkeit eines Fonds nicht durch die menschliche Vorstellungskraft begrenzt oder durch Emotionen beeinflusst wird. Basierend auf maschinellem Lernen können wir große Mengen verschiedenster Kapitalmarktdaten analysieren. Wöchentlich werten unsere KI-Modelle mehrere Millionen Datenpunkte aus. Für unsere Aktienstrategien mit intelligenter Quotensteuerung sind zwei Datenschichten von besonderer Relevanz. Zum einen makroökonomische Variablen, mit denen wir das Sentiment am Kapitalmarkt abschätzen. Zum anderen firmenspezifische Variablen wie Fundamentaldaten oder technische Indikatoren. Darauf basierend können wir die Attraktivität einzelner Titel im Kontext der Kapitalmarktsituation bewerten.

 

Wie hat sich Ihr KI-Fonds bisher geschlagen?

Der ART AI EURO Balanced verfolgt eine defensive Strategie, die auch in Niedrigzinsphasen positive Renditen bei einem im Vergleich zum Aktienmarkt reduzierten Verlustrisiko erzielen soll. Um dies in jedem Marktumfeld bestmöglich zu gewährleisten, wird der Inves-titionsgrad des Fonds durch die Auswahl europäischer Aktien flexibel zwischen 0 und 50 % gesteuert. Die Aktienselektion erfolgt innerhalb des STOXX Europe 600 Universums, die verbleibende Liquidität wird in Euro-denominierte Investment Grade-Anleihen investiert.

 

Dank der flexiblen Aktienquotensteuerung ist der ART AI EURO Balanced äußerst robust durch die Corona-Krise gekommen. So wurde die Aktienquote bereits im Februar 2020 auf 7 % gesenkt, sodass der maximale Wertverlust des Fonds lediglich 2,63 % betrug. Als sich die Märkte im Verlaufe des Jahres erholten, wurde der Aktienanteil wieder sukzessive erhöht auf zuletzt 42,68 %. Seit Auflage im Oktober 2019 hat der ART AI EURO Balanced eine kumulierte Gesamtrendite von 4,55 % erzielt.

 

Herr Daffner, Ihr Fonds ART Transformer Equities investiert in Unternehmen, die auf die Blockchain-Technologie setzen. Was steckt dahinter?

Wir erwarten, dass die Blockchain-Technologie in den nächsten Jahren eine ähnliche Entwicklung nehmen wird wie in den letzten Jahren die Cloud-Technologie. Aktuell entstehen vielfältigste Anwendungsfelder bei Unternehmen und im öffentlichen Sektor, die einen signifikanten Mehrwert generieren. Das Marktforschungs- und Analyseunternehmen Gartner rechnet mit einem geschäftlichen Mehrwert von über drei Billionen US-Dollar bis zum Jahr 2030. Als Investment für unseren Fonds kommen alle Unternehmen in Frage, bei denen die Technologie Bestandteil ihrer Wertschöpfungskette ist – von der Herstellung von notwendigen Hardwarekomponenten über die Bereitstellung von Netzwerk- und Rechnerkapazität bis hin zu konkreten Anwendungen aus den unterschiedlichsten Branchen, wie unter anderem aus der Informationstechnologie, der Finanzdienstleistung und dem Gesundheitswesen.

 

Gerade viele Privatanleger denken bei Blockchain vor allem an Kryptowährungen und damit an hohe Volatilität.

Verständlich, aber Blockchain ist nicht gleich Kryptowährung, sondern lediglich die Technologie, die sie ermöglicht. Unserer Einschätzung nach wird die Blockchain in ihren Anwendungsbereichen weit über Kryptowährungen hinausgehen. Jeder Markt, der Werte digital überträgt und Informationen über Besitzverhältnisse teilt, kann diese Technologie anwenden. Das Interesse daran wird weiter rapide zunehmen. Wir folgen dem Grundsatz von André Kostolany: „Investiere bei einem Goldrausch nicht in die Goldgräber, sondern in Schaufeln“ und haben einen Investmentfonds geschaffen, mit dem auch Privatanleger von der Blockchain profitieren können. Dabei gilt: Der ART Transformer Equities ist ein globaler Aktienfonds, der nicht direkt in Kryptowährungen investiert. Etwa 15 % des Portfolios ist aktuell in Aktien von Herstellern für Mining Computer bzw. Betreibern von Miningfarmen investiert, dessen Kurse sich derzeit besser entwickeln als reine digitale Währungen. Das Gesamtportfolio besticht durch eine erheblich geringere Volatilität gegenüber Kryptowährungen bei teilweiser Partizipation an deren Wertsteigerung.

 

An beide die Frage: Ihre Fonds richten sich explizit auch an private Anleger. Macht es Sinn, in beide Strategien zu investieren?

Axel Daffner: Der ART Transformer Equities kann weltweit in Aktien investieren, der ART AI EURO Balanced investiert in europäische Titel. Damit ist der Anleger weltweit investiert und hat sein Investment breit gestreut. Beide zusammen ergänzen sich hervorragend und bilden eine gesunde Mischung aus offensiven und defensiven Investments.

 

Dr. Willmann: Da stimme ich zu. Grundsätzlich ist es beim Einsatz von Fonds in der Kapitalanlage sinnvoll, unterschiedliche Ansätze mit unterschiedlichen Rendite- und Risikoprofilen zu kombinieren, um in allen Marktphasen robust aufgestellt zu sein.