Energie sparen, Umwelt schonen

Energie sparen schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Einer der wichtigsten Bereiche, den wir selbst beeinflussen können, ist der Energieverbrauch in den eigenen vier Wänden. 

Illustration: Rosita Uricchio
Illustration: Rosita Uricchio
Iunia Mihu Redaktion

Wassersparen beim Spülen
Fangen wir bei den kleinen Dingen an, etwa beim Geschirrspülen. Es ist effizienter, das Geschirr per Spülmaschine anstatt von Hand zu waschen. Allerdings spülen viele ihre Teller erst unter fließendem Wasser vor, bevor sie in den Geschirrspüler eingeräumt werden. Das ist nicht nötig, so das Umweltbundesamt, denn die Maschine und der Reiniger schaffen das auch ohne. Angeblich spülen rund 44 Prozent der Deutschen ihr Geschirr vor und vergeuden damit jedes Mal bis zu 24 Liter Trinkwasser. Kurz vorspülen ist lediglich bei stark eingetrockneten oder angebrannten Speiseresten nötig.

Grundsätzlich sollte man sein Geschirr nicht unter fließendem Wasser spülen. Wer keine Spülmaschine hat, nutzt am besten das Zwei-Becken-System. Im ersten Becken ist heißes Wasser mit Spülmittel, im zweiten Becken befindet sich kaltes Wasser ohne Spülmittel. Um zu viel Schaum zu vermeiden, kommt erst das Wasser, dann das Spülmittel ins Beck en. Das schäumende Geschirr im kalten Wasser nur kurz eintauchen, um Wärmeverlust zu vermeiden. Warmes Geschirr trocknet nämlich schneller. Tipp: Wer kein zweites Becken hat, benutzt einfach eine große Plastikschüssel.

Klug heizen
An die nächste Nebenkostenabrechnung will man gar nicht denken – die Kosten fürs Heizen werden in diesem Jahr für viele ein Loch im Geldbeutel hinterlassen. Umso wichtiger ist es, dass man klug und sparsam heizt. Hier sind nützliche Tipps für den nächsten Winter:

Zunächst einmal sollte der Thermostat richtig eingestellt sein, also auf die gewünschte Raumtemperatur. Ist diese höher als erforderlich, verbraucht man unnötige Energie. Jedes Grad weniger senkt den Verbrauch um rund sechs Prozent, schreibt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Was die verschiedenen Stufen auf dem Thermostat bedeuten: Stufe 1 entspricht etwa einer Temperatur von zwölf Grad. Der Abstand zwischen einer Stufe beträgt dabei etwa vier Grad, die kleinen Striche dazwischen markieren jeweils ein Grad. Stufe 5 entspricht also bereits etwa 28 Grad.

Im Wohnzimmer sind wohlige 20 Grad perfekt, im Schlafzimmer reichen oft auch nur 18 Grad, in weniger genutzten Räumen sogar 16 Grad. Niedriger sollte es nicht werden, da sonst Schimmel droht. Die Verbraucherzentrale rät, ein programmierbares Thermostat einbauen zu lassen – das hilft beim Sparen. Darüber lassen sich die genaue Temperatur oder auch Uhrzeiten einstellen, zu denen geheizt werden soll. Wenn die Heizkörper gluckern, sie nicht oder nur unterschiedlich warm werden, ist vermutlich Luft im System. Das verbraucht mehr Energie. Mit einem Entlüfterschlüssel kann man selbst Luft entweichen lassen.

Wichtig: Heizkörper stets freilassen – also keine Möbel davor stellen. Auch bodenlange Vorhänge, die an Fenstern mit darunter liegendem Heizkörper hängen, sind ungünstig. Jeder Heizkörper sollte möglichst gut zu sehen sein. Mindestabstand zwischen Sofa und Heizung liegt bei 30 Zentimetern. Verzichten Sie auf Heizkörperverkleidungen. Beim Lüften während der Heizperiode am besten mehrmals täglich stoßlüften, statt Fenster dauerhaft gekippt lassen. So wird die verbrauchte Luft schnell ausgetauscht, ohne dass die Wände abkühlen.

Fenster und Türen dämmen
Sind Fenster oder Außentüren undicht, entsteht unangenehme Zugluft und Energie wird unnötig verbraucht. Tipp: Wenn Sie schnell und einfach prüfen wollen, ob Ihre Fenster und Türen dicht sind, klemmen Sie ein Blatt Papier zwischen Fensterrahmen und Fensterflügel. Falls Sie das Papier bei geschlossenem Fenster nicht herausziehen können, ist das Fenster an dieser Stelle dicht. Wiederholen Sie den Papiertest an mehreren Stellen.

Bei Fenstern reicht es meistens schon, die Dichtung zu erneuern oder die Fensterflügel zu justieren. Bei Wohnungs- oder Haustüren mit offenem Türschlitz kann oftmals nachträglich eine Dichtung – ein sogenannter Kältefeind – eingebaut werden. Übrigens: Auch ungedämmte Rollkästen sorgen dafür, dass Energie entweicht. Sie haben in der Regel nur sehr dünne Wände und konstruktionsbedingt lassen sich Rollladenkästen nie vollständig winddicht schließen. Auch hier ist eine Dämmung mit geringem handwerklichem Aufwand möglich, schreibt die Verbraucherzentrale NRW. Und es lohnt sich: Jeder Quadratmeter bringt bis zu zehn Euro Einsparung pro Jahr. Wer in einer Mietwohnung wohnt, sollte erst Rücksprache mit dem Vermieter halten.

Wärmedämmung im Eigenheim

Wärmedämmungen am Haus sind am Dach, den Außenwänden und der Kellerdecke möglich. Dafür stehen verschiedene Dämmstoffe zur Verfügung. Diese bestehen aus erdölbasierten Materialien, Mineralstoffen oder nachwachsenden Rohstoffen. Die Unterschiede liegen aber nicht nur im Material – die Dämmungen unterscheiden sich auch hinsichtlich des Brandschutzes, des Schallschutzes, des Hitzeschutzes im Sommer und letztlich auch im Preis.
Ein effektiver Wärmeschutz am Haus spart viel Heizenergie. Doch zunächst muss investiert werden, denn Dämmmaßnahmen kosten Geld. Und nicht immer lassen sich die Ausgaben binnen weniger Jahre durch das Einsparen von Heizkosten ausgleichen. Dämmen lohnt sich dennoch, sagen Expertinnen und Experten. Wärmedämmung an Wänden, Dach oder Kellerdecke hat unter anderem den Vorteil, dass die Wärme eher in den Räumlichkeiten bleibt. So muss weniger geheizt werden. Wand-, Boden- oder Deckenoberflächen sind wärmer. Sind diese Flächen kalt, wird die Temperatur automatisch kühler empfunden, dadurch heizt man auch mehr. Je wärmer eine Oberfläche, desto besser.

Wärmedämmung wird manchmal auch für Schimmelbefall im Haus verantwortlich gemacht. Doch das Gegenteil ist der Fall, so die Verbraucherzentrale. Wärmedämmung verringert vielmehr Schimmelrisiko und schützt das Gebäude vor Witterungsschäden. Im Sommer hingegen hat die Wärmedämmung im Gebäude einen Kühlungseffekt und sorgt für angenehmes Raumklima. Fachkundige Beratung ist beim Thema Dämmen wichtig, zum Beispiel durch die Energieberatung der Verbraucherzentrale.

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Marina Heimann, Geschäftsführerin von futureSAX, in ihrem Element: der Blick in die Zukunft auf dem Innovationsforum am 15.09.2022. Foto: Kirsten LassigMarina Heimann, Geschäftsführerin von futureSAX, in ihrem Element: der Blick in die Zukunft auf dem Innovationsforum am 15.09.2022. Foto: Kirsten Lassig
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