Wer nicht hören will… verpasst etwas!

 Millionen Entscheider hören täglich Podcasts, aber als Vertriebsinstrument wird Audio noch unterschätzt. Fünf Gründe, das zu ändern.

Illustration: Alexa Bartle
Illustration: Alexa Bartle
Philipp Gerns Redaktion

Wer morgens in Berlin, Hamburg oder München in die U-Bahn steigt, sieht dasselbe Bild: Kopfhörer, überall. Nicht wegen Musik oder Telefonieren, sondern wegen Podcasts. Der Pendelweg ist zur Lernzeit geworden, die Joggingrunde zur Weiterbildung. Die Zahlen sind eindeutig. Laut Bitkom hörten bereits 2024 rund 45 Prozent der Deutschen Podcasts. Im Vergleich: 2016 waren es noch 14 Prozent. Eine Verdreifachung in acht Jahren. Die erfolgreichsten Genres sind Nachrichten und True Crime. Beides Formate, bei denen Glaubwürdigkeit zählt. Medienhäuser wie ZEIT, SZ und FAZ produzieren längst eigene, teils preisgekrönte Formate. Für Unternehmen ist dieser Trend eine strategische Einladung, Marketing weiterzudenken. Warum Audio-Marketing außerdem Sinn macht? Fünf Gründe gleich hier. 

1. Vertrauen, das Werbung nicht kaufen kann 
Podcasts erzeugen eine Nähe, die kein Banner und kein Newsletter liefern können. Wer regelmäßig zuhört, baut eine Beziehung auf – fokussiert, freiwillig, wiederkehrend. Marken, die sponsern oder selbst produzieren, zahlen dafür deutlich weniger als für klassische Reichweite.

2. Die werberelevanteste Zielgruppe
Laut SevenOne Audio sind Podcast-Nutzer gebildeter, jünger und einkommensstärker als alle anderen Mediennutzer. Business-Podcasts boomen, weil ihre Hörerinnen und Hörer entscheidungsfreudig und werbeskeptisch sind. Klassische Werbung prallt ab. Audio erreicht die Menschen, die Budgets verantworten.

3. Günstiger als ein Magazin 
Vor ein paar Jahren noch waren Kundenmagazine ein Must-have. Heute vermitteln Podcasts Haltung, Expertise und Markenpersönlichkeit – ganz ohne Druckkosten oder Streuverluste. SAP etwa bespielt global verschiedene Formate wie „SAP Experts“ und „The Future of Procurement“ entlang unterschiedlicher Zielgruppen und Themenfelder.

4. Audio wird messbar 
Dynamisches Anzeigen-Einspielen, Promo-Codes, Plattformdaten von Spotify und Apple Podcasts: Die Attributionskette schließt sich. Plattformen wie Spotify und Apple Podcasts liefern zunehmend Daten darüber, wer hört, wie lange und was danach passiert. Für datengetriebenes Marketing die Voraussetzung für wirksamen Budgeteinsatz.

5. KI macht Audio skalierbar 
Bestehende Inhalte – Blogposts, Whitepapers, Produktbeschreibungen – lassen sich in Audioformate überführen. Personalisierung nach Zielgruppe, Markt oder Sprache wird möglich, ohne linearen Mehraufwand. Die Produktionshürde ist damit deutlich geringer. 
 

FAZIT:

56 Prozent der Podcast-Hörer geben laut einer Studie von podcast360 an, dass Podcasts ihre Kaufentscheidungen beeinflussen. Gleichzeitig haben nur 15 Prozent der deutschen Unternehmen diesen Kanal aktiv auf dem Radar. Wer jetzt nicht einsteigt, wird überholt – ohne Grund, denn KI-gestützte Tools machen Produktion und Distribution so zugänglich wie nie.

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