Was tun, wenn freie Stellen offen bleiben?

Dezember 2021 | Wirtschaftswoche | Der starke Mittelstand

Was tun, wenn freie Stellen offen bleiben?

Alexander Sonntag, Sabine Erdler und Dr. Matthias Geissler vom RKW Kompetenzzentrum über ungewöhnliche Strategien bei Fachkräftemangel

P³erspektive-Personal-Ansatz des RKW Kompetenzzentrums
RKW Kompetenzzentrum / Beitrag

Ein Dachdeckerbetrieb sucht verzweifelt nach neuen Arbeitskräften, denn es ist nicht jedermanns Sache, im Winter auf dem Dach zu arbeiten. Aber gegen das Wetter ist man schließlich machtlos, oder? „Nicht ganz“, wirft die Frau des Meisters ein, „denn es gibt auch Aufträge, die wir im Innenraum erledigen können. Sicher, wir müssten uns dafür anders positionieren und die Aufträge entsprechend gezielter steuern…“

 

Nur eine Frage „guter“ Personalarbeit?

 

Was wir hier beschreiben, ist eine typische Situation: Vielen Unternehmen mangelt es nicht an Nachfrage und das Geschäftsmodell ist tragfähig. Eigentlich steht einem gesunden Wachstum nichts entgegen, würde nicht das passende Personal fehlen. Über diese Herausforderung berichten uns immer mehr Unternehmen. Möglicherweise kennen Sie das auch?


Der übliche Reflex ist, mehr Aufwand in eine kreative, professionelle und vorausschauende Personalarbeit zu stecken. Unternehmen arbeiten an ihrer Attraktivität als Arbeitgeber, identifizieren neue Zielgruppen und versuchen, diese von sich zu überzeugen. Sie setzen verstärkt auf bisher nicht genutzte Kanäle wie Online-Marketing oder beauftragen Headhunter:innen. Und sie bieten eine ganze Reihe neuer Anreize an. Vielleicht gibt es ja auch bei Ihnen bereits ein Jobrad, die 4-Tage-Woche oder Sabbaticals. Oder Sie beschäftigen bewusst ältere Menschen, solche mit Migrationshintergrund oder Quereinsteiger:innen.

 

Was innovative Unternehmen anders machen!

 

Was aber tun, wenn diese „klassischen“ Mittel ausgeschöpft sind? Manche Unternehmen gehen dann neue Wege und setzen an den Wurzeln des Problems an, statt die Symptome immer weiter zu bearbeiten. Wie im Beispiel zu Anfang verändern sie ihre Geschäftsprozesse, mitunter sogar ihr Geschäftsmodell, um trotz Fachkräftemangel zukunftsfähig zu bleiben. Etwa die Bäckerei, die dank neuster Technologie auf Nachtarbeit verzichtet. Das Maschinenbauunternehmen, das VR-Brillen einsetzt, damit seine Servicetechniker:innen weniger Zeit auf der Straße und mehr Zeit bei der Kundschaft und bei ihren Familien verbringen. Oder das IT-Unternehmen, das sich mit der Hilfe von Freelancer:innen und einer virtuellen Organisation dynamisch entwickelt.
Was unsere Beispiele gemeinsam haben? Die Unternehmer:innen haben sich neue mitunter unorthodoxe Fragen gestellt, um neue Wege zu finden. Das ist zunächst ungewohnt und rührt an Selbstverständlichkeiten. Deshalb unterstützen wir kleine und mittlere Unternehmen mit unserem  P³erspektive-Personal-Ansatz dabei.


Interessiert? Mehr Informationen, Werkzeuge, Inspirationsfragen und Beispiele finden Sie unter:

 

www.rkw.link/p3erspektive

 

Über das RKW Kompetenzzentrum

Das RKW Kompetenzzentrum ist ein gemeinnütziger und neutraler Impuls- und Ratgeber für den deutschen Mittelstand und unterstützt diesen dabei, Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft zu steigern und Strukturen und Geschäftsfelder anzupassen. Das RKW Kompetenzzentrum wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Weitere Informationen gibt es unter:

 

www.rkw-kompetenzzentrum.de