»Verkaufen Sie offene Forderungen nicht unter Wert«

Juni 2020 | Wirtschaftswoche | Der starke Mittelstand

»Verkaufen Sie offene Forderungen nicht unter Wert«

Beitrag von TrustBills Marketplace GmbH

Jörg Hörster, Geschäftsführer, TrustBills Marketplace GmbH
TrustBills Marketplace GmbH / Anzeige

Herr Hörster, Sie sagen, dass Unternehmen – teils unwissentlich – zu hohe Kapitalkosten tragen und wollen das mit Ihrem Marktplatz ändern. Was läuft falsch beim Working-Capital-Management?
Letztendlich ist es eine Kombination aus den intransparenten Gebühren vieler Anbieter und einer – bedingt durch negative Zinsen – angespannten Lage im Liquiditätsmanagement. Grundsätzlich hat kein Unternehmen Interesse daran, Kapital in offenen Forderungen zu binden. Mit dem Ausbruch des Corona-Virus haben sich Zahlungsziele nun noch einmal deutlich nach hinten verschoben. Wenn Factoring-Anbieter da mit Gebühren ab 0,7 Prozent werben, klingt das als Gegenleistung für sofortige Liquidität erst einmal attraktiv.  

 

Warum ist es am Ende kein attraktives Angebot?
Die tatsächlichen Kosten für Factoring liegen ähnlich wie beim Skonto zwischen einem und drei Prozent. Auch das klingt zunächst akzeptabel. Nur sind sich die Wenigsten darüber im Klaren, dass es sich bei diesen Abzügen nicht um die Kapitalkosten pro Jahr, sondern um Abschläge auf den Rechnungsbetrag, also den Umsatz handelt. Auf den eigentlich benötigten Kapitaleinsatz umgerechnet liegen die Kapitalkosten dann bei einer 20 Tage früheren Zahlung und zwei Prozent Skonto bei 36,5 Prozent. Wer das Geld schon nach 14 Tagen erwartet, zahlt 51,42 Prozent. Würde die Hausbank diese Sätze für einen Kontokorrentkredit verlangen, wäre der Aufruhr garantiert groß.

 

Wer Forderungen über TrustBills verkauft, trägt geringere Kapitalkosten?
Deutlich geringere. Wir haben ausgerechnet, dass die Kosten für unsere Kunden inklusive Gebühren und des Diskonts auf den Rechnungsbetrag im Schnitt pro Rechnung bei 0,3 Prozent liegen. Und das ist auch absolut nachvollziehbar: Niedrige Zinsen sorgen für einen Asset-Mangel. Investoren suchen nach guten Anlage-Alternativen, was Handelsforderungen definitiv sind. Daher lautet mein Rat: Verkaufen Sie offene Forderungen nicht unter Wert.

 

www.trustbills.com