Essenzieller Baustein für die Verpackungsindustrie

Ein Beitrag von Südpack

Dirk Hardow, Leiter BU Functional Films & Compounds bei SÜDPACK
Dirk Hardow, Leiter BU Functional Films & Compounds bei SÜDPACK
SÜDPACK Beitrag

Kaum ein Thema wird im Zusammenhang mit der Einführung einer Kreislaufwirtschaft in der Verpackungsindustrie so kontrovers diskutiert wie das chemische Recycling. Warum eigentlich? Rückt man Fakten in den Fokus, wird schnell klar: Als Ergänzung zum mechanischen Recycling kann das Verfahren dazu beitragen, zusätzliche Abfallströme, etwa für bislang nicht wertstofflich verwertbare flexible Mehrschichtfolien, zu erschließen und gesetzliche Recyclingquoten zu erfüllen.

Technisch betrachtet erfolgt dabei die Umwandlung der Abfallfraktionen in chemische Grundbausteine, die in ihrer Qualität dem Original entsprechen. Im Unterschied zu Rezyklaten aus mechanischem Recycling lassen sich diese zur Herstellung von Hochleistungsfolien für Lebensmittelverpackungen einsetzen.

Mit CARBOLIQ ist heute bereits eine Technologie Realität, die die gern diskutierten Nachteile des chemischen Recyclings weit hinter sich lässt: Neben der breiten Rohstoffbasis zählen die Reaktionstemperatur von unter 400°C (mit geringer Verkokung) zu den Kernmerkmalen des einstufigen Direktverölungs-Prozesses, der zudem mittels Reibungswärme und nicht durch hohe Energiezufuhr betrieben wird. Das als Circular Liquid Resource (CLR) vermarktete vollwertige Substitut fossiler Ressourcen kann mit fossilen Ölen gemischt, gelagert, in petrochemischen Anlagen verarbeitet und für die Kunststoffindustrie genutzt werden.

Seit fast 2 Jahren ist die ISCC-Plus zertifizierte Anlage von CARBOLIQ die einzige, vollkontinuierlich betriebene Anlage in Deutschland. Sukzessive werden nun die Kapazitäten hochgefahren. Denn seriösen Berechnungen zufolge könnte der CO2-Ausstoß um ca. 50 % reduziert und die Recyclingquote beachtlich erhöht werden, ließen sich die Fraktionen, die man heute thermisch verwerten muss, durch chemisches Recycling wiederverwerten.

Wir von SÜDPACK haben durch die Kooperation mit CARBOLIQ nicht nur einen essenziellen Baustein unserer Zero-Waste-Strategie, sondern vor allem die Voraussetzung für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft geschaffen. Jetzt müssen Politik und Gesetzgebung für Rahmenbedingungen und Investitionssicherheit sorgen.   

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