Innovationen für Klima und Wohlstand

Juni 2021 | Handelsblatt | Zukunft Energie

Innovationen für Klima und Wohlstand

Windenergie als Basis für eine nachhaltige Zukunft

Offshore Windenergie: sauber, günstig und zuverlässig
Siemens Gamesa Renewable Energy / Beitrag

Siemens Gamesa ist seit mehr als 40 Jahren ein Pionier in der Windindustrie. Mehr als 25.000 Kolleginnen und Kollegen weltweit und circa 3.000 davon in Deutschland arbeiten daran, die Kraft des Winds einzufangen und sie in Energie zu verwandeln.


Von allen Energieträgern hat die Windkraft in Deutschland im vergangenen Jahr den größten Beitrag zur Stromerzeugung geleistet. Windenergieanlagen sind die sichtbaren Symbole für den Wandel unseres Energiesystems und eine sauberere Zukunft. Genauso konstant wie der Wind die Rotoren antreibt, arbeiten wir bei Siemens Gamesa an Innovationen, unsere Anlagen zu verbessern und die Energiewende voranzutreiben.


An der Elbmündung in Cuxhaven produzieren wir die Maschinenhäuser für unsere Offshore-Anlagen. Aktuell laufen hier die Vorbereitungen für den Start einer neuen Produktgeneration. Bald werden Anlagen mit einer Leistung von 11 MW gefertigt, deren jährliche Energieproduktion die der Vorgängerversion um 40 Prozent übertrifft.


Auch am nördlichen Ufer der Elbe arbeiten wir daran, neue Höhen zu erklimmen. Hier werden die ersten beiden Anlagen unseres Onshore-Flaggschiffs in Deutschland installiert. Mit 6,6 MW Nennleistung ersetzen sie in einem Windpark vier Altanlagen und sorgen in der Summe dennoch für ein Plus an sauberer Energie. Viele Anlagen stehen bei uns vor dem Auslaufen ihrer EEG-Förderung. Die Zeit ist reif, durch eine Modernisierung die Früchte des technischen Fortschritts zu ernten.


Siemens Gamesa hat mit jeder neuen Anlagengeneration nicht nur die Leistung gesteigert, sondern gleichzeitig dafür gesorgt, dass die Kosten sinken. Eines unserer Erfolgsrezepte heißt dabei Verlässlichkeit. Vergangenes Jahr erreichten unsere getriebelosen Offshore-Anlagen eine Verfügbarkeit von über 97 Prozent. Im Jahr 2012 war das Ziel der Branche, die Kosten für Offshore-Windkraft bis 2020 unter 100 €/MWh zu senken. Nur vier Jahre später wurden die Erwartungen auf 80 €/MWh bis 2025 korrigiert. Heute kostet saubere Energie vom Meer bereits weniger und unsere Ingenieurinnen und Ingenieure werden nicht müde, Effizienz und Ertrag weiter zu steigern. So werden wir dieses Jahr den Prototypen einer 14MW Offshore-Turbine installieren, die 18.000 Haushalte mit Strom versorgen kann.


Auf die Erfolge der letzten Jahrzehnte können wir in Deutschland und bei Siemens Gamesa stolz sein. Wir dürfen uns aber nicht auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruhen, sondern müssen gleichzeitig konsequenter werden und die Geschwindigkeit erhöhen, wenn wir in Deutschland bis 2045 klimaneutral werden wollen.


80% unseres gesamten Energieverbrauchs stammt noch aus nicht erneuerbaren Quellen, zum Beispiel in der Industrie oder im Wärmesektor. Elektroautos werden die Emissionen im Verkehr senken – grüner Wasserstoff, der CO2-frei aus Windkraft produziert werden kann, beispielsweise die Stahlproduktion klimaneutral machen. Beides wird den Bedarf an erneuerbarem Strom in Zukunft erheblich steigern. In den aktuellen Ausbauplänen wird dies jedoch nicht ausreichend berücksichtigt.


Gemessen an dem, was beim Umbau unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaft hin zur Klimaneutralität noch vor uns steht, haben wir bisher nur ein erstes Etappenziel erreicht. Die gute Nachricht lautet: Die technischen Lösungen für die nächsten Schritte stehen bereit. Die Chancen, als Vorreiter einer grünen klimaneutralen Wirtschaftsweise zu profitieren, sind enorm.


Siemens Gamesa geht mit Ideenreichtum tatkräftig voran. Als Teil der deutschen Wasserstoff-Leitprojekte entwickeln wir eine Offshore-Turbine mit integriertem Elektrolyseur zur grünen Wasserstoffproduktion direkt auf hoher See. Parallel arbeiten wir mit vielen Partnern an der Vision „Aqua Ventus“. Gemeinsam wollen wir vor Helgoland bis 2035 eine Million Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Das entspräche rund 40 Prozent des Energiebedarfs aller deutschen Hochöfen.


Im Hamburger Hafen erproben wir seit zwei Jahren erfolgreich einen elektrothermischen Energiespeicher – kurz ETES. Gefüllt mit ökologisch unbedenklichem und günstigem Vulkangestein wandelt die Anlage überschüssigen Strom in thermische Energie um, speichert sie und gibt sie bei Bedarf in Form von Wärme oder Elektrizität wieder ab. So können wir an stürmischen Tagen Energievorräte bilden und das Stromnetz stabilisieren.


Die Klimaziele sind gesteckt, viele Leuchtturmprojekte werden geplant und auch gefördert. Worauf es nun ankommt ist, dass wir ganz praktisch und im Detail die Weichen für eine zügige Umsetzung stellen. Wir brauchen einen regulatorischen Rahmen, der nicht nur einzelne innovative Vorhaben ermöglicht, sondern auch Chancen kreiert, die globale wirtschaftlich erfolgreiche, industrielle Anwendbarkeit dieser neuen Technologien zu beweisen.


Bei der Windenergie hat dies lange Jahre gut funktioniert und zehntausende Jobs in Deutschland geschaffen. Doch aktuell stockt der Ausbau der Windenergie an Land und auf See stehen wir vor einer Ausbaulücke. Genehmigungen müssen beschleunigt und ausreichend Flächen für Windenergie Onshore wie Offshore entsprechend der Klimaziele zur Verfügung gestellt werden. Ansonsten riskieren wir ein Auseinanderdriften von Anspruch und Wirklichkeit beim Klimaschutz.


Der ambitionierte Ausbau der erneuerbaren Energien und der Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft fördern Wachstum und schaffen die Voraussetzung für den Export von Know-how. Gesellschaft, Industrie und Politik müssen jetzt konsequent und Hand in Hand den klimaneutralen Umbau unserer Wirtschaft vorantreiben, damit wir unseren Kindern und Enkelkindern nicht nur eine lebenswerte Umwelt hinterlassen, sondern auch eine Basis für nachhaltigen Wohlstand.  


www.siemensgamesa.com