Volle Windkraft voraus

Oktober 2015 | Handelsblatt | Zukunft Deutschland

Volle Windkraft voraus

Weltweit ist es dieses Jahr durchschnittlich so warm wie noch nie. Um der Erderwärmung entgegen zu wirken, braucht es Erneuerbare Energien. In Deutschland entwickelte Windenergieanlagen werden ihren Beitrag weiter erhöhen.

Senvion GmbH / Unternehmensbeitrag

Schon sechs Monate des Jahres 2015 waren der US-Klimabehörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)  zufolge weltweit insgesamt wärmer, als jemals zuvor in der 135-jährigen Geschichte der Wetteraufzeichnung. Regelmäßig werden Forderungen zum Ausbau von Erneuerbaren Energien laut, um dem Klimawandel entgegen zu wirken. So geschehen zuletzt auf der 10. Deutschen Klimatagung, welche vom 21. bis 24. September in Hamburg stattfand, und so mit Sicherheit auch zu erwarten auf dem bevorstehenden UN-Klimagipfel COP 21 Ende November in Paris. Wenn auch seit Jahren der Klimawandel immer wieder Thema ist, wird doch durch die Zahlen der NOAA erneut klar, wie dringend wir uns dieser Aufgabe widmen müssen.


Im Jahr 2014 wurden weltweit mit allen erneuerbaren Energiequellen 4,8 Petawatt (also 4,8 Billarden Watt) Strom produziert. Wasserkraft leistete dazu den größten Beitrag in Höhe von 3,5 Petawatt, gefolgt von Windenergie mit 0,6 Petawatt und anderen Energiequellen ebenfalls mit 0,6 Petawatt. Die Prognose für 2019 sagt der Windenergie ein Wachstum von 8,4 Prozent auf dann 0,9 Petawatt voraus. Damit ist Stromerzeugung aus Windenergie die am schnellsten wachsende erneuerbare Energiequelle.


Warum Wind? Alle Erneuerbaren Energien und insbesondere Wind sind mit einer Verbrauchsbilanz bei den CO2-Emmissionen von nahezu Null deutlich effektiver als andere Energielieferanten. Gleichzeitig produziert Windenergie als überall auf der Welt lokal verfügbare Energiequelle eine hohe Energiesicherheit. In vielen Ländern der Welt fordern die nationalen Regelungen die Reduzierung der Abhängigkeit von konventionellen und importierten Energiequellen. Lokale Energiesicherheit ist auch eine Absicherung gegen geopolitische Risiken. Und eine mit der Energiesicherheit einhergehende langfristige Kostenvorhersage ist essenziell für die Stabilität des lokalen Industrie- und Verbraucherumfelds.


Windenergie ist wettbewerbsfähig auch im Hinblick auf die Kosten: Im Vergleich zu anderen Erneuerbaren erreicht die Windenergie am ehesten Netzparität. Wir fordern Wettbewerb für alle Energiearten, weil der Wind wettbewerbsfähig ist.


Die Kompetenz unseres Unternehmens in der Windenergie reicht 25 Jahre zurück. In der Rückschau ist klar: Niemand hätte vor 25 Jahren erwartet, dass die Windenergie heute da steht, wo sie ist. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass das in 25 Jahren auch so sein wird. Die aktuell verfügbaren Windenergieanlagen weisen eine enorme Leistungskurve auf: In 20 Jahren, von 1994 bis 2014 hat sich die durchschnittliche Leistungsfähigkeit einer Windenergieanlage verzehnfacht. Dieser Trend setzt sich fort: Die Anlagen werden mit jedem Upgrade deutlich leistungsfähiger und effizienter. Durch einen größeren Rotor beispielsweise erreichen wir bei der dritten Generation unserer Offshore-Anlage eine Steigerung des Ertrags um 20 Prozent. Mit einer Nennleistung von 6,15 Megawatt kann die Senvion 6.2M152 rund 4.000 Haushalte mit Strom versorgen.


Erst vor ein paar Tagen, am Rande der Messe HUSUM Wind, haben wir eine neue Onshore-Maschine vorgestellt. Die Senvion 3.4.M140 ist unsere ertragsstärkste Anlage für Schwachwindstandorte. Die längeren Blätter von 68 Metern auf  Turmhöhen von 110 und 130 Metern ermöglichen selbst an Schwachwindstandorten wie bewaldeten und gebirgigen Gebieten hohe Erträge – bis zu 20 Prozent mehr als das Vorgängermodell. Die lastreduzierende Steuerung der Rotorblätter sorgt für ein kosteneffizientes Design. Gleichzeitig wird die Lebensdauer auf 25 Jahre verlängert. Dadurch leistet diese Weiterentwicklung einen erheblichen Beitrag zur Senkung der Stromgestehungskosten – und damit zur Konkurrenzfähigkeit der Windenergie.


Auch wenn wir schon sehr weit gekommen sind, wäre es vermessen zu glauben, wir würden unsere technischen Möglichkeiten bereits voll ausschöpfen. Deshalb ist es unser Anspruch und Ansporn, jederzeit ein State-of-the-Art Produkt zu liefern, das wir mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis passend für den jeweiligen Markt anbieten können.


In Deutschland gefertigte Anlagen machen ein Fünftel der 2015 global installierten Leistung von Windenergie aus. Die deutsche Windindustrie ist mit einer Exportquote von bis zu 60 Prozent stabil und international wettbewerbsfähig.


Bestehende politische Anreize fördern ein robustes Wachstum in den Kernmärkten der Windenergie. Weitere politische Anreize müssen aus unserer Sicht als global agierender Windenergieanlagenhersteller unbedingt dazu kommen. Denn der Blick auf den Klimawandel ist nur ein Aspekt, der politisches und wirtschaftliches Handeln unbedingt nötig macht. Ein anderer ergibt sich aus Hochrechnungen auf den erhöhten Energiebedarf: Das weltweite wirtschaftliche Wachstum treibt auch den globalen Elektrizitäts- und allgemeinen Energiebedarf nach oben. Es ist zu erwarten, dass der globale Energiebedarf jährlich bis 2020 um rund 3,5 Prozent zunimmt. Noch ein guter Grund alle natürlichen Ressourcen zu nutzen, die uns geboten werden.


Wir wissen: Wind wird wehen. Also sollten wir ihn uns in einem intelligenten Energiemix zu Wasser und an Land zunutze machen, wenn wir auch morgen noch den Energiebedarf der Welt mit sauberem Strom decken und unser Klima schützen wollen. Jetzt gilt es, den Wandlungsprozess dahingehend zu gestalten. Nicht nur in und für Deutschland, sondern weltweit. Dazu kann in Deutschland entwickelte und produzierte Technologie Trends und Standards setzen.



www.senvion.com