Zukunft miteinander gestalten

Oktober 2015 | Wirtschaftswoche | Stadt der Zukunft

Zukunft miteinander gestalten

In der Ottostadt Magdeburg werden ehrgeizige Zukunftspläne geschmiedet. Das Besondere dabei: Die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts setzt auf ein aktives Miteinander aller Beteiligten.

Landeshauptstadt Magdeburg / Unternehmensbeitrag

Herr Nitsche, Zukunftsstadt, Green City, europäische Kulturhauptstadt 2025 – Sie haben ehrgeizige Ziele für Magdeburg.

 

Nur so bewegt man langfristig etwas. An diesen Projekten arbeiten wir seit Jahren kontinuierlich. Entsprechend viel wurde bereits initiiert und wir freuen uns über erste Erfolge. 

 

Was sind das für Erfolge?

 

Etwa der von Ihnen angesprochene Wettbewerb ‚Zukunftsstadt’ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. 168 Kommunen haben sich daran beteiligt. Die Ottostadt Magdeburg gehört zu den 51 Kommunen, die die Jury mit ihrem Konzept überzeugen konnten und die den Sprung in die erste Wettbewerbsphase geschafft haben. 

 

Was macht Ihr Zukunftskonzept besonders?

 

Mit der OTTOVision2030+ verfolgen wir einen ganzheitlichen, integrativen Ansatz. Im Fokus unseres Konzeptes stehen insgesamt fünf Themenfelder, die eng miteinander verknüpft sind: Mobilität/Verkehrsinfrastruktur, klimagerechte Stadt, Bauen/Wohnen/Quartiere, Future Urban Industries und Wissensstadt sowie Internationalisierung. Wir glauben, dass wir uns damit von anderen Städten abheben. Denn nur wenn wir Themenfelder bieten, die es ermöglichen, Wissenschaft, Wirtschaft, Bürger-
innen und Bürger, Verwaltung und Politik gleichermaßen einzubeziehen, haben wir die Möglichkeit, eine Vision der Stadt von morgen zu entwickeln.

 

Gelingt es Ihnen, alle Akteure zu beteiligen?

 

Wir arbeiten sehr intensiv an interaktiven Bürgerforen und Kommunikationsplattformen. Es bringt wenig, große Zukunftsvisionen auf dem Reißbrett zu planen, wenn diese dann an den Bedürfnissen der Bürger und der Wirtschaft vorbei gehen. Hierfür setzen wir auch sehr stark auf wissenschaftliche Begleitung, damit der Austausch künftig noch besser gelingt. An anderer Stelle konnten wir diesen Dialog allerdings schon sehr gut etablieren. 

 

An welcher?

 

Hier spiele ich auf unsere Bewerbung als europäische Kulturhauptstadt 2025 an. Das ist ein anspruchsvoller Wettbewerb, bei dem nur der Erfolg hat, dessen Konzept von vielen kulturbegeisterten Menschen getragen wird. Hätten wir nicht bereits vor Jahren den Grundstein gelegt, wären unsere Chancen sicherlich klein. Kampagnen wie unser Stadtimage als Ottostadt, Ausstellungen und kulturelle Highlights haben aber mittlerweile dazu geführt, dass unsere Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen stolz auf ‚ihre Stadt’ sind, wie die hier ansässigen Unternehmen. 

 

Und auch, weil die Kultur- und Kreativwirtschaft einen wichtigen Wirtschaftszweig in Magdeburg stellt?

 

Richtig. 40 Prozent der Branchenumsätze der Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundeslandes Sachsen-Anhalt werden in Magdeburg erzielt. Wir glauben auch, dass diese Branche eine wichtige Rolle für die wirtschaftliche Zukunft unserer Stadt spielen wird. Denken Sie an Trends im Industrial Design, der 3D-Produktion oder auch der Kommunikation – hier kommen maßgebliche Impulse aus Magdeburg. 

 

Dann bleibt eigentlich nur noch die Frage, wie grün Ihre Landeshauptstadt ist.

 

Im November dieses Jahres findet bereits zum vierten Mal die Konferenz ‚Green Cities. Green Industries’ in Magdeburg statt – eine Initiative, bei der es vor allem darum geht, den internationalen Austausch von Best Practice-Beispielen rund um Themen wie Energieeffizienz, nachhaltige Mobilität und ökologische Stadtentwicklung zu fördern. Wir werden in diesem Jahr auch wieder neue internationale Partner, etwa aus Brasilien, für unser ‚Magdeburger Protokoll’ gewinnen. Das ist ein Dokument, das wir im letzten Jahr entwickelt haben und das auf freiwilliger aber verbindlicher Basis internationale Stadtverwaltungen verpflichtet, sich über Planung, Erfahrung und neueste Erkenntnisse im Bereich der ökologischen Städteplanung auszutauschen. 

 

Rainer Nitsche; Beigeordneter für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit, Landeshauptstadt Magdeburg

 

www.ottostadt.de