Klimaschutz für Generationen

Regenwälder sind für den Erhalt der Biodiversität und als CO2-Speicher unerlässlich. Mit einem nachhaltigen Investment werden sie aufgeforstet und bewahrt.
Andreas Eke Gründer und Vorstand Genossenschaft The Generation Forest eG
Andreas Eke Gründer und Vorstand Genossenschaft The Generation Forest eG
The Generation Forest Beitrag

The Generation Forest bietet Menschen die Möglichkeit, sich durch die Wiederaufforstung des Regenwaldes unmittelbar gegen die Klimakrise zu engagieren. Wie funktioniert das?
Der Regenwald ist massiver Abholzung ausgesetzt, das hat fatale Folgen für unser Klima. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dieses wertvolle Ökosystem langfristig zu erhalten. Dazu erwerben wir vornehmlich abgeholzte, als Weideland genutzte Flächen in Panama und pflanzen neuen Regenwald an. Das Besondere daran ist, dass wir nach einiger Zeit behutsam Bäume entnehmen, das Tropenholz gewinnbringend verkaufen und entstandene Lücken umgehend füllen. So entsteht ein widerstandsfähiger Mischwald, der dem Klima nützt und unseren Mitgliedern einen Ertrag beschert. Dabei unterstützen wir mit unserer Arbeit auch indigene Völker vor Ort, die wir in unsere Projekte miteinbeziehen.

Welcher Grundgedanke steckt hinter Ihrer Aufforstung?
Es geht uns darum, einen Kompromiss zwischen Ökologie und Wirtschaft zu finden. Wir möchten Klimaschutz attraktiv machen, indem wir allen Menschen auf der Welt die Möglichkeit bieten, in  vernünftige Aufforstungsprojekte zu investieren und gleichzeitig eine Rendite zu erzielen.

Was macht den Generationenwald so besonders?

Wir lassen, anders als bei den großen Monokulturplantagen, nach einigen Jahren auch den Wuchs von Unterholz zu. Dies ist eine wichtige Grundlage für Biodiversität. Zudem erhalten wir durch den beständigen Kreislauf aus Wachstum und schonendem Ernten bereits nach 30 Jahren einen stabilen, artenreichen Regenwald, der kontinuierlich bewirtschaftet werden kann und gleichzeitig seine volle Kraft für das Klima entfaltet.

Nachhaltige Forstbewirtschaftung gibt es ja nun auch in Europa.

Das stimmt. Wälder in den Tropen wachsen jedoch fast viermal so schnell wie in Europa, sie sind folglich sehr effizient in ihrer Wirkung gegen den Klimawandel. Zudem sind sie am stärksten von Abholzung betroffen. Wir forsten also genau dort auf, wo der Bedarf aufgrund der enormen Zerstörung besonders hoch ist. Hinzu kommt, dass keine andere Waldart so erfolgreich CO2 aus der Atmosphäre zieht und so wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt ist, wie der tropische Regenwald.

Wieso organisieren Sie das Ganze eigentlich als Genossenschaft?

Dank unseres Genossenschaftsmodells kann man bereits als einzelne Person und mit einem kleinen Beitrag eine große Wirkung entfalten, indem man die Stärke der Gemeinschaft nutzt. Ein weiterer Vorteil ist die Transparenz: Jedes Mitglied hat volle Einsicht in alle Aktivitäten. Durch unsere schlanken Strukturen arbeiten wir kosteneffizient, alle Gewinne gehen an unsere Mitglieder. Diese sind als Miteigentümer unserer Organisation viel direkter eingebunden als bei einem anonymen Investment. Übrigens: Schon mit 20 Anteilen kompensiert ein Durchschnittseuropäer seinen oder ihren CO2-Fußabdruck.

Zum Schluss ein paar Zahlen vielleicht?

Ein Anteil kostet heute 1.369 Euro und kann bereits ab 25 Euro pro Monat zinslos finanziert werden. Von jedem Anteil pflanzen wir 500m2 neuen Regenwald, der für immer bleibt und jährlich bis zu 1 Tonne CO2 absorbiert. Erste Ausschüttungen gibt es nach rund 18 Jahren. Ein sehr langfristiges Engagement, das aber früh Wirkung zeigt – durch die Aufforstung des Regenwaldes und dem damit verbundenen Erhalt der Artenvielfalt. Anteile dienen übrigens nicht selten als Geschenk, etwa von den Großeltern zum 18. Geburtstag. Nicht umsonst sprechen wir bei unseren Wäldern von Generationenwäldern!


www.thegenerationforest.com/generationen

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