Prävention von Demenzerkrankungen

Oktober 2016 | Die Zeit | Zukunft Medizin

Prävention von Demenzerkrankungen

Interview mit PD Dr. Oliver Peters

PD Dr. Oliver Peters; Leiter des Bereichs Altersmedizin an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie; Charité CBF
Charité / Beitrag

Dr. Peters, was ist Alzheimer und wann beginnt die Erkrankung?
Schon leichte Gedächtnisstörungen können ein Anzeichen für eine beginnende Alzheimer-Erkrankung sein. In der Medizin gibt es für den ersten auffallenden Gedächtnisverlust die Diagnose „leichte kognitive Störung“. Personen mit leichten kognitiven Störungen haben zwar ein beeinträchtigtes Gedächtnis, finden sich aber im Alltag ohne größere Probleme zurecht. In diesem Frühstadium der Alzheimer-Erkrankung findet man einen stärkeren Gedächtnisverlust als beim normalen Alterungsprozess, eine Demenz liegt aber noch nicht vor. Ein Teil der Personen mit leichten kognitiven Störungen hat allerdings ein erhöhtes Risiko, an Demenz zu erkranken.

Was ist Ursache der Alzheimer-Krankheit?
Wissenschaftler sind der Ursache und der Therapie der Alzheimer-Krankheit auf der Spur. Diskutiert wird derzeit, dass Eiweißablagerungen, sogenannte Amyloidplaques, die Ursache für das Absterben von Nervenzellen im Gehirn sein könnten. Amyloid-Proteine lassen sich im Nervenwasser nachweisen oder mittels einer PET-Untersuchung sichtbar machen.

Gibt es ein Medikament zur Frühbehandlung der Alzheimer-Krankheit?
Bisher gibt es zur Behandlung der Alzheimer-Erkrankung im Frühstadium kein zugelassenes Medikament. Die Firma Lilly forscht aktuell an einer Substanz (Sekretase-Inhibitor), die in den Stoffwechsel des Gehirns eingreift und die Bildung von Amyloid-Ablagerungen vermindern soll. Dadurch soll das Fortschreiten der Erkrankung im Frühstadium verhindert werden.

An wen kann man sich wenden?
Weitere Informationen über das Frühstadium der Alzheimer-Krankheit und die mögliche Behandlung im Rahmen einer Studienteilnahme erhalten Sie unter den nebenstehenden Kontaktdaten.

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