Home Monitoring für Herzpatienten

Oktober 2017 | Die Zeit | Zukunft Medizin

Home Monitoring für Herzpatienten

Beitrag von Biotronik

Marc Schönweiß; Leitender Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin – Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin, HBK Zwickau
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Herr Schönweiß, Sie haben rund 200 Herzpatienten, die das Biotronik Home Monitoring® System nutzen. Mit welchen Vorteilen?
Das Home Monitoring System bietet die Möglichkeit, den Gesundheitszustand von Patienten mit implantierten Herzschrittmachern oder Defibrillatoren rund um die Uhr aus der Ferne zu überwachen. So können wir beispielsweise sehen, wann und wie häufig Herzrhythmusstörungen auftreten. Darüber hinaus können wir aber auch prüfen, ob das Implantat und die Elektroden richtig arbeiten.
 

Das heißt, die Fernbetreuung bietet Patienten mehr Sicherheit?
Absolut, insbesondere durch die Früherkennung von „stillen“ Ereignissen. Rhythmusstörungen oder Symptome treten ja selten genau dann auf, wenn sich der Patient in der Klinik befindet. Über Home Monitoring erhalten wir kontinuierlich Informationen. So geht uns keine Episode verloren und wir können zeitnah reagieren. Studienergebnisse belegen sogar, dass hierdurch Leben gerettet werden können. Home Monitoring ist allerdings kein Notfallsystem. Die Datenübertragung erfolgt nachts, aber die Informationsauswertung findet erst am nächsten Tag zu den normalen Sprechzeiten statt. Bei akuten Beschwerden müssen die Patienten daher selbst aktiv werden.
 

Wie steht es um die Anwendbarkeit: Kommen auch ältere Patienten mit der Technik zurecht?
Home Monitoring ist kinderleicht zu nutzen. Die Implantate übertragen die Daten automatisch an ein mobiles Patientengerät, den CardioMessenger. Dieser leitet die Daten verschlüsselt über das Mobilfunknetz an das Biotronik Service Center weiter. Dort werden die Daten aufbereitet und für den Arzt online zur Verfügung gestellt. Mithilfe der Mobilfunktechnologie bleiben die Patienten auch im Urlaub sicher betreut. Probleme können in ländlichen Regionen mit geringer Mobilfunkabdeckung auftreten. Hier sollten Patienten ihren CardioMessenger gelegentlich an Orte mit besserer Netzabdeckung mitnehmen.

 

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