Vorsorge ist ein Muss

Krebserkrankungen sind konstanter Begleiter der Menschheit. Ein gesunder Lebebenstil, Früherkennungsprogramme und innovative Therapien senken das Sterberisiko.

Illustration: Olga Aleksandrova
Illustration: Olga Aleksandrova
Oskar Rheinhold Redaktion

Krebs ist in Deutschland laut dem Robert-Koch-Institut die zweithäufigste Todesart – rund 230.000 Menschen verstarben hierzulande 2021 an den tödlichen Folgen eines Tumors, rund 500.000 Neuerkrankungen gibt es jährlich. Die häufigsten Krebsarten sind bei Männern der Prostatakrebs, bei Frauen der Brustkrebs, unabhängig vom Geschlecht der Lungen- und Darmkrebs. Doch was bedeutet eigentlich die Erkrankung Krebs, und was verursacht sie? Eine Krebserkrankung wird auch als Karzinom bezeichnet, und dieses Wort geht auf das altgriechische Wort „Karkinos“ für das Tier Krebs zurück. Vor allem im Zusammenhang mit dem Brustkrebs weist er auf die Neigung von Tumoren, ähnlich wie Krebsbeine, Ausläufer seiner selbst zu bilden, die zudem härter als das umgebende Gewebe sind.

Unkontrolliertes Wachstum


Die moderne Erklärung ist: Krebs ist eine bösartige Gewebsneubildung, bei der sich Körperzellen – etwa im Darm, der Lunge, dem Gehirn oder der Brust – unkontrolliert teilen und dabei gesundes Gewebe verdrängen oder schädigen. Solch eine Geschwulst breitet sich meist erst in das Nachbargewebe und in die Lymphknoten aus. Später können einzelne Krebszellen über das Blut oder die Lymphe in den Körper streuen und weitere Krebsherde, so genannte Metastasen, bilden. Bösartige Tumoren vermögen den Körper dazu zu bringen, sie mit Blutgefäßen zu versorgen. So schließen sie sich an den Blutkreislauf an und können weiterwachsen. Zudem sind bei bösartigen Tumoren die Prozesse des natürlichen Zelltodes gestört, sodass sie auch deshalb immer größer werden. Letztendlich ist Krebs ein außer Kontrolle geratenes Zellwachstum, das Organe durch rein physische Verdrängung und durch die Schwächung ihrer natürlichen Funktion schädigt – mit tödlichen Folgen.

Zu den Auslösern gehören zum einen äußere Faktoren wie Rauchen oder Alkoholmissbrauch. Viele Krebsarten treten aber vermehrt im Alter auf. Das liegt daran, dass sich unsere Zellen ständig erneuern. Je älter wir sind, desto häufiger passieren dabei Fehler – so entstehen Mutationen, die zu der oben beschriebenen unkontrollierten Zellvermehrung führen können. Auch genetische Veranlagungen spielen eine Rolle. In vielen Familien kommen bestimmte Krebsarten gehäuft vor. Regelmäßige Vorsorge ist ein Muss: Menschen ab 50 sollten sich auf Darmkrebs oder Brustkrebs untersuchen lassen, die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Maßgeschneiderte Therapien


Und die Therapie? Die Krebsforschung gehört zu den innovativsten Feldern der Medizin. Neben den klassischen Therapieansätzen der Chirurgie, der Bestrahlung und der Chemotherapie gehört die Zukunft der personalisierten Medizin. Durch Genomanalysen der Betroffenen ebenso wie des Karzinoms können maßgeschneiderte Therapien entwickelt werden. Genanalysen helfen auch bei der Einschätzung des Risikos einer zukünftigen Krebserkrankung. Mittlerweile kann das körpereigene Immunsystem darauf trainiert werden, gezielt Krebszellen anzugreifen und zu vernichten. Krebs gehört auch weiterhin zu den Geißeln der Menschheit. Doch gerade diese Tatsache spornt die medizinische Forschung zu Höchstleistungen an.
 

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