Die Post-COVID-Reha der Deutschen Rentenversicherung Bund

Maßgeschneiderte Therapien leisten wesentlichen Beitrag zur Genesung von Betroffenen

Dr. Susanne Weinbrenner, Leitende Ärztin und Leiterin der Abteilung für Prävention, Rehabilitation und Sozialmedizin bei der Deutschen Rentenversicherung Bund
Dr. Susanne Weinbrenner, Leitende Ärztin und Leiterin der Abteilung für Prävention, Rehabilitation und Sozialmedizin bei der Deutschen Rentenversicherung Bund
Deutsche Rentenversicherung Bund Beitrag

Die Corona-Pandemie ist vorüber. Doch das Virus ist geblieben. Und leider auch die Spät- und Langzeitfolgen, bekannt als Post-COVID-Syndrom (PCS). Die Betroffenen sind zwar von der akuten Infektion genesen, leiden aber an vielfältigen Beschwerden. Diese werden als Post-COVID-Syndrom bezeichnet, wenn sie mehr als 12 Wochen nach Beginn der SARS-CoV-2-Infektion noch vorhanden sind, nicht anderweitig erklärt werden können und einen Einfluss auf Alltagsfunktionen haben. „Bereits leichte Infektionsverläufe können zu dauerhafter Erschöpfung, Müdigkeit, Herzproblemen, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen sowie Luftnot führen“, erklärt Dr. Susanne Weinbrenner, Leitende Ärztin und Leiterin der Abteilung für Prävention, Rehabilitation und Sozialmedizin bei der Deutschen Rentenversicherung Bund.

„Durch die anhaltenden Beschwerden sind viele Betroffene nicht nur in ihrem Privatleben, sondern auch im beruflichen Alltag deutlich eingeschränkt. Bislang fehlt eine spezifische Therapie, es können lediglich die Symptome behandelt werden. Eine medizinische Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung kann hierbei einen wesentlichen Beitrag zur Genesung leisten“, so Dr. Weinbrenner. Eine Rehabilitation sollte immer dann beantragt werden, wenn die vorliegenden Symptome die Erwerbsfähigkeit gefährden oder sogar schon einschränken. Mit individuell abgestimmten Therapien unterstützt die Rehabilitation die Betroffenen dabei, wieder zu Kräften zu kommen, um die Herausforderungen des Alltags und des Berufslebens bewältigen zu können. „In der Reha behandeln wir gezielt die körperlichen und psychischen Einschränkungen die durch das PCS verursacht wurden. Die verschiedenen Therapien werden hierbei immer auf das individuelle Krankheitsbild und die individuelle Belastbarkeit abgestimmt“, beschreibt Dr. Weinbrenner den multimodalen Ansatz der Post-COVID-Rehabilitation. Bereits seit Beginn der Corona-Pandemie werden Post-COVID-Betroffene in medizinischen Reha-Einrichtungen behandelt. Die Konzepte werden immer wieder an neue Erkenntnisse und Erfahrungen angepasst. Aktuell entwickelt die Rentenversicherung einheitliche Anforderungskriterien für eine Post-COVID-Rehabilitation, die auch mit weiteren Reha-Trägern abgestimmt werden.

Den Statistiken der Deutschen Rentenversicherung zufolge liegt das Durchschnittsalter in der Post-COVID-Reha bei Mitte 50. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Weil die Folgen individuell sehr verschieden sind, orientiert sich die Post-COVID-Reha immer am jeweiligen Bedarf. Die Stärke der Rehabilitation lag schon immer darin, dass unterschiedliche Berufsgruppen zusammenarbeiten und unterschiedliche Therapieansätze kombinieren. Eine Herausforderung bei Post-COVID ist, dass sich das Krankheitsbild nicht klar einer Fachrichtung zuordnen lässt, so dass es hier in besonderer Weise zusätzlich zum interprofessionellen Ansatz der Rehabilitation einer interdisziplinären Zusammenarbeit von mehreren ärztlichen Fachrichtungen bedarf. Inhalte der Rehabilitation sind beispielsweise Schulungen zum Krankheitsbild, Atemtraining und psychologische Unterstützung zur Krankheitsakzeptanz und Steigerung der Selbstwirksamkeit. Zur Rehabilitation gehört darüber hinaus Bewegungstherapie. Diese wird so dosiert, dass es in keinem Fall zu einer Überlastung der Betroffenen kommt.

„Um den Erfolg unserer Reha-Angebote zu messen und sie kontinuierlich weiterzuentwickeln, evaluiert die Deutsche Rentenversicherung die Post-COVID-Reha fortlaufend“, betont Dr. Weinbrenner. Die bisherigen Forschungsergebnisse zeigen eindeutig positive Ergebnisse: Die Reha ist wirksam und führt zu einer Verbesserung der Beschwerden. Menschen, die sich den Anforderungen der Arbeitswelt nach einer COVID-19-Erkrankung gesundheitlich nicht mehr gewachsen fühlen, legt Dr. Weinbrenner deshalb dringend eine Post-COVID-Reha bei der Deutschen Rentenversicherung ans Herz – und zwar lieber früher als später. Mit ihrer langjährigen Erfahrung in der medizinischen Rehabilitation und dem breitgefächerten, bundesweiten Angebot an Reha-Einrichtungen ist die Rentenversicherung auch bei Post-COVID eine kompetente Ansprechpartnerin.

Alle Informationen zum Thema bietet die Broschüre „Post-COVID:
Mit Reha neue Kraft tanken“. Sie steht auf www.deutsche-rentenversicherung.de/reha zum kostenfreien Download bereit, ebenso wie alle anderen Broschüren rund um eine Reha mit der Deutschen Rentenversicherung. Rat und Hilfe gibt es außerdem unter der kostenfreien Servicenummer 0800 1000 4800.

www.deutsche-rentenversicherung.de/reha
 

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