Mit Protonen gegen Krebs

Juni 2017 | Die Zeit | Leben mit Krebs

Mit Protonen gegen Krebs

Am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden wird Tumorgewebe mit einer hochwirksamen und schonenden Bestrahlung bekämpft

Universitäts Protonen Therapie Dresden / Unternehmensbeitrag

„In unserer Protonentherapieanlage  werden die Teilchen auf 150.000 Kilometer pro Sekunde beschleunigt“, erläutert Prof. Mechthild Krause, Leiterin der Universitäts Protonen Therapie Dresden (UPTD). „Anders als bei herkömmlichen Verfahren geben die Protonen erst im Tumor den Großteil ihrer Energie ab und kommen kurz darauf zum Stillstand. So wird das vor dem Tumor liegende Gewebe wenig und das dahinter liegende gesunde Gewebe gar nicht durch Strahlung geschädigt“, so die Dresdner Krebs-Expertin.

Diese besonders schonende Bestrahlungsmethode bieten derzeit deutschlandweit nur drei universitäre Zentren an – die Universitäts Protonen Therapie Dresden (UPTD) ist eines davon. Bereits heute ist die Protonentherapie für viele Tumoren bei Kindern die bevorzugte Therapie. Denn der kindliche Körper befindet sich noch in der Entwicklung. Je weniger gesundes Gewebe bestrahlt und geschädigt wird, desto weniger belastet eine Therapie auf lange Sicht die Patienten. Neben Kindern profitie-ren vor allem Menschen mit Tumo-ren im Hirn, der Schädelbasis und der Speicheldrüsen sowie mit Tumoren in der Nähe anderer empfindlicher Organe von der Protonentherapie.
 

Klinische Studien zum Nachweis geringerer Nebenwirkungen gestartet
 

Bei einer Vielzahl weiterer Tumoren arbeiten Ärzte und Wissenschaftler an dem Nachweis, dass die Protonentherapie nicht nur das gesunde Gewebe messbar schont, sondern auch die chronischen Nebenwirkungen verringert. „Daher werden bei uns alle Patienten innerhalb klinischer Studien behandelt, mit dem Ziel, genau diese Frage in einigen Jahren beantworten zu können“, sagt Prof. Krause: „Derzeit geht es darum, die kurz- und langfristigen Nebenwir-kungen zu reduzieren. Bei der Strahlentherapie von Hirntumoren erhoffen wir uns beispielsweise eine Verringerung von Gedächtnisproblemen.“

Im Vergleich zur herkömmlichen Bestrahlung mit Photonen dauert die Vorbereitung für die Protonentherapie länger, meist zwei Wochen. Der Grund dafür ist unter anderem, dass jeder Bestrahlungsplan eine besonders aufwendige Qualitätssicherung durchläuft und vor dem ersten Termin mit dem Patienten in ein Phantommodell abgestrahlt wird, um die einzusetzende Dosis genau zu messen. Zudem muss für jeden Patienten eine individuelle Apparatur für die Form der Bestrahlungsfelder hergestellt werden.
 

Forschungsergebnisse kommen den Patienten unmittelbar zu Gute
 

Die Behandlung von Krebspatienten und die weitere Erforschung der Protonentherapie sind in Dresden aufs engste verknüpft. Offene Fragen bei der Behandlung übermitteln die Dresdner Ärzte auf direktem Weg an ihre Wissenschaftler-Kollegen vom nationalen Strahlenforschungszentrum „OncoRay“. Das „OncoRay“-Zentrum ist eine gemeinsame  Einrichtung des Universitätsklinikums Dresden, der Medizinischen Fakultät der TU Dresden und des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf. Rund 80 Wissenschaftler und forschende Ärzte arbeiten hier daran, die Strahlentherapie kontinuierlich zu verbessern. Vielversprechende Forschungsergebnisse gelangen so unmittelbar zu den Patienten.
 

Kontakt

Hotline der Universitäts Protonen Therapie Dresden: T +49 (0)351 458-15693
Montag bis Freitag von 9 bis 11 und 13 bis 15 Uhr
E-Mail: protonentherapie@uniklinikum-dresden.de


www.uniklinikum-dresden.de/protonentherapie