Das Immunsystem: Helfer im Kampf gegen Krebs

Juli 2020 | stern | Leben mit Krebs

Das Immunsystem: Helfer im Kampf gegen Krebs

Beitrag vom Immun-Onkologisches Zentrum Köln

Dr. Wilfried Stücker, Tumor-Immunologe und Geschäftsführer, Immun-Onkologisches Zentrum Köln
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Herr Dr. Stücker, seit mehr als 60 Jahren werden Krebserkrankungen mit Chemotherapien behandelt. So richtig wollen sich Erfolge dabei jedoch nicht einstellen oder täuscht das?
Das täuscht leider nicht. Bis heute sind die Erfolge der Chemotherapie nur bei einigen wenigen Tumoren wie Leukämie oder Lymphomen als gut einzustufen. Bei soliden Tumoren wie Karzinomen wird mit einer Chemotherapie selten das Ziel erreicht, den Tumor nachhaltig zu bekämpfen.
 

Gehen Sie deshalb am IOZK einen anderen therapeutischen Weg?
Unser Schwerpunkt beruht auf einer gezielten Aktivierung des patienteneigenen Immunsystems. Dabei ist das Spektrum der bei uns behandelten Krebsarten sehr breit und umfasst zahlreiche solide Tumore sowie auch Hirntumore.
 

Das eigene Immunsystem für den Kampf gegen Krebs einzusetzen klingt logisch und überzeugend. Wieso ist dieser Ansatz nicht stärker verbreitet?
Das liegt daran, dass sich unser Immunsystem nur gegen fremde, neue oder „gefährliche“ Zellen richtet. Hat sich der Tumor aber erst einmal im Körper etabliert, wird er nicht mehr als fremd wahrgenommen, ja sogar von bestimmten Mechanismen des Immunsystems geschützt. Das heißt, wir müssen dem Immunsystem zu-
nächst erst einmal wieder beibringen, ei-ne Immunantwort gegen den Tumor zu erzeugen, damit neue, immunonkologische Therapien überhaupt wirken können.
 

Wie genau erzeugen Sie die Immunantwort?
Die Innovation beruht auf einem Trick: Die Tumorzellen werden mit einem für den Menschen ungefährlichen Virus infiziert. Wir konnten zeigen, dass das Virus sich im Menschen lediglich in Tumorzellen vermehren kann und diese dabei zerstört. Wir setzen das Virus im Patienten sowohl zur Onkolyse, also der Tumorzellvernichtung, wie auch zur Stimulation des Immunsystems ein. Ziel ist es, das Immunsystem so spezifisch zu aktivieren, dass es nach der Therapie selbständig den Tumor im Wachstum behindert.

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