Finanzielle Entlastung in schweren Zeiten

Spezielle Versicherungen schützen vor den finanziellen Folgen einer Krebsdiagnose. Worauf ist beim Abschluss einer solchen Versicherung zu achten?

Illustration: Olga Aleksandrova
Illustration: Olga Aleksandrova
Jörg Klingele Redaktion

Wer an Krebs erkrankt, der denkt als Erstes an fundamentale Dinge wie Heilungsmethoden und Überlebenschancen. Nicht jedoch an finanzielle Aspekte. Und warum auch? Schließlich gibt es ein recht gut funktionierendes Gesundheits-
system mit Krankenkassen, die sich um die Kosten der Behandlung kümmern.

Dennoch gilt: „Krebs ist ein Armutsrisiko“ (so die dramatische, aber berechtigte Formulierung der Deutschen Krebshilfe). Das liegt zum einen daran, dass auf Krebspatienten etliche Kosten zukommen, die nicht oder nur teilweise von der Krankenkasse übernommen werden. Darunter Fahrtkosten, Umbaumaßnahmen in der Wohnung oder alternative Behandlungen. Zum anderen verlieren viele Krebspatienten zeitweilig oder sogar auf Dauer ihre Arbeitsfähigkeit – und damit ihr Einkommen. Soziale Errungenschaften wie Lohnfortzahlung, Krankengeld und Erwerbsminderungsrente fangen dies nur teilweise auf.

Eine große Hilfe in dieser Situation kann eine spezielle Krebsversicherung sein. Der große Unterschied zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung: Die Krebsversicherung zahlt statt einer monatlichen Rente einmalig eine größere Summe aus. Und zwar bereits dann, wenn eine Krebsdiagnose vorliegt, ohne dass eine tatsächliche Berufsunfähigkeit eintreten muss.

Was gilt es zu beachten?
Die Versicherungssumme kann weitgehend selbst festgelegt werden: Die Spanne liegt in der Regel zwischen 10.000 und 100.000 Euro. Direkt von der Versicherungssumme abhängig ist der monatliche Beitrag: Für junge und gesunde Nichtraucher liegt er zwischen etwa 4 und 30 Euro. Faktoren wie fortgeschrittenes Alter, Übergewicht und Nikotinkonsum erhöhen den Beitrag. Da es sich um eine Versicherung handelt, die lediglich eine Krankheit abdeckt, sind in der Regel nur wenige Gesundheitsfragen zu beantworten. Dies sollte man allerdings wahrheitsgemäß tun. Andernfalls kann die Versicherung im Fall der Fälle die Zahlung der Versicherungssumme verweigern. Ist in den letzten Jahren bereits eine Krebserkrankung aufgetreten, so verweigern die Anbieter oft eine Versicherung.

Einige Versicherungen bieten Zusatzleistungen an wie eine Mitversicherung der Kinder oder eine psychologische Beratung während der Erkrankung. Auch in anderer Hinsicht lohnt sich ein gründlicher Blick in die Vertragsbedingungen: Dort ist zum Beispiel zu erfahren, welche Krebsarten ausgeschlossen werden (in der Regel die „harmloseren“, weil leicht therapierbaren Krebsarten) und, wie lange es nach Vertragsabschluss dauert, bis ein Anspruch geltend gemacht werden kann – in der Regel nach drei oder sechs Monaten.

Wie hoch ist das Krebsrisiko?
In Deutschland erkranken laut dem Robert Koch-Institut pro Jahr etwa 500.000 Menschen an Krebs. 51 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen erhalten im Laufe ihres Lebens eine derartige Diagnose. Bei der Entstehung von Krebs spielen neben der erblichen Veranlagung auch Faktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, ungünstige Ernährung und Bewegungsmangel eine große Rolle. Und: Nur 56 Prozent der berufstätigen Krebspatienten kehren nach der Therapie wieder vollständig in das Erwerbsleben zurück, berichtet die Deutsche Krebshilfe 
 

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