Schritt für Schritt zum smart home

Ein Zuhause „smart“ zu machen, erschien vielen lange als zu aufwendig. Doch mit moderner Technik gelingt das einfach – und kann auch noch der Umwelt helfen.
Adalbert M. Neumann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Busch-Jaeger Elektro GmbH
Adalbert M. Neumann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Busch-Jaeger Elektro GmbH
Busch-Jaeger Elektro GmbH Beitrag

Herr Neumann, wirklich flächendeckend ist die Idee des smart homes noch nicht umgesetzt. Kommt jetzt Bewegung in die Sache?

Auf jeden Fall! Wir haben schon 1984 sogenannte Hausleittechnik angeboten, mit der Sie Ihre Heizung oder die Beleuchtung über eine Fernsteuerung regeln konnten, aber so richtig hat sich das damals nicht durchgesetzt. Aber dann hat Steve Jobs 2007 mit dem iPhone die Welt verändert. Spätestens 2012 standen die benötigten Schnittstellen und Apps zur Verfügung, um sich mit unseren Systemen zur Haussteuerung zu verbinden. Einen exponentiellen Anstieg bei smart homes sehen wir allerdings erst seit der Einführung von Alexa und Co. 2015. In jenem Jahr haben wir unser System Busch-free@home entwickelt. Es ist einerseits BUS-basiert – arbeitet also mit fest installierten Leitungen – andererseits funktioniert es auch über Funk. Die App ist leicht zu installieren. Busch-free@home ist ein offenes System, d.h. es verfügt über offene Schnittstellen und ist damit kompatibel zu Anbietern von Haustechnik und Unterhaltungselektronik. Mittlerweile haben wir einen Marktanteil im smart home-Bereich von circa einem Drittel. Und in Gesamteuropa sind bereits über ein Viertel aller Haushalte „smart“.

Dennoch scheint vielen Menschen der Aufwand immer noch zu hoch, ein smart home einzurichten. Ist diese Angst berechtigt?

Tatsächlich denken viele beim smart home noch an aufwendige Verkabelungen, die mit großem Aufwand geplant und umgesetzt werden müssen – ob im Neubau oder der Modernisierung. Das ist aber gar nicht mehr nötig. Mit unserer funkbasierten Technologie können Sie Ihr Heim schnell und Schritt für Schritt zum smart home umwandeln. Unsere neueste Produktfamilie arbeitet neben Funk auch mit Bluetooth. Das heißt, Sie können zunächst einmal mit Sensoren und Steuerungselementen in einem Zimmer anfangen, und dann bei Bedarf über Funk auf das ganze Haus erweitern.

Inwieweit kann ein smart home helfen, den CO2-Fußabdruck eines Hauses zu senken?

Stellen Sie sich vor, Sie haben eine PV-Anlage auf Ihrem Haus, einen Stromspeicher im Keller und vielleicht noch ein E-Auto in der Garage. Mit einem smart home-System können Sie diese Dinge miteinander verknüpfen. Etwa, indem Sie die Temperatursteuerung einzelner Räume mit der Verfügbarkeit von Solarstrom oder dem Ladestand Ihres Stromspeichers verbinden. Demnächst werden E-Auto-Batterien auch bidirektional funktionieren, das heißt, sie können auch Strom abgeben. Dann kann ein smart home die Batterie als flexiblen Speicher nutzen. Ein smart home kann also dazu beitragen, den Einsatz von Strom aus erneuerbaren Quellen effizient zu regeln. Und je effizienter Sie Ihren selbsterzeugten Strom managen, umso geringer ist Ihr CO2-Fußabdruck.

Wie nachhaltig sind denn Ihre Produkte?

Selbstverständlich sind alle unsere Produkte zertifiziert. Zudem verfolgen wir an unserem Produktionsstandort Lüdenscheid mit dem Projekt Mission to Zero die Strategie eines klimaneutralen Standorts. Unsere Photovoltaik-Anlage mit einer Kapazität von 1,3 Megawatt kombiniert mit Strom aus Wasserkraft ermöglicht es uns, einen nahezu klimaneutralen Standort zu realisieren – und das schon seit 2019. Für uns steht Nachhaltigkeit an erster Stelle. Das zeigt sich auch darin, dass Mitarbeitern Ladesäulen für ihre E-Autos und eine Packstation zur Reduktion der individuellen Emissionen, an der Bestellungen abgeholt oder Sendungen abgegeben werden können, bereitstehen. Und natürlich steuern wir die Energieversorgung des Standortes mit unseren eigenen Produkten und Lösungen.

www.busch-jaeger.de/unternehmen/nachhaltigkeit

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