Digital Leader sind Kuppler im positiven Sinn

April 2018 | Wirtschaftswoche | Technologien der Zukunft

Digital Leader sind Kuppler im positiven Sinn

Beitrag der Sopra Steria Consulting AG

Urs M. Krämer, Vorstandsvorsitzender, Sopra Steria Consulting
Sopra Steria Consulting AG / Unternehmensbeitrag

CEOs sind in der Regel in ihrer aktuellen Position, weil sie exzellent darin sind, das Unternehmen im aktuellen Geschäftsmodell zu lenken und zu Wachstum zu führen. Diese Fähigkeit reicht in einer digitalisierten Wirtschaft mit Veränderung als Konstante nicht mehr aus. Die Position erfordert einen Typ Manager, der Agilität fördert und Stabilität bewahrt.

Konzerne wollen sich am liebsten als Start-up neu aufstellen – gleichzeitig brauchen eine stabile Basis, die den Innovationsmotor am Laufen hält. Gutes Transformationsmanagement bedeutet deshalb, Strukturen zu schaffen, in dem beide Antriebsaggregate auf hohem Niveau funktionieren. Die stabile Ausführungsmaschinerie weiß, wie sie Fabriken effizient betreibt und wie Produkte fehlerfrei an Kunden ausgeliefert werden. Die agile Innovationeinheit ist exzellent darin, mutig zu experimentieren, auch zu versagen und daraus zu lernen.

Um beide Welten zu verkuppeln, muss sich die Rolle von Führung ändern. Es braucht ein Management, das Beziehungen fördert und Wissen schafft. Es gibt den Mitarbeitern der agilen Seite Freiheiten, damit sie kreativ und selbstbestimmt arbeiten können. Gleichzeitig stillt es das wachsende Bedürfnis nach Struktur, Sicherheit und Zugehörigkeit, vermittelt den Menschen den tieferen Sinn ihrer Arbeit, damit sie sich mit dem Unternehmen identifizieren können.

Ein moderner Digital oder Cognitive Leader setzt hierfür auf Fertigkeiten, wie Wahrnehmung und Aufmerksamkeit, Erinnerung und Emotionen, Lernen und Problemlösen, Kreativität und Vorstellungskraft sowie Planung und Introspektion. Cognitive Leader haben den Mut, Entscheidungen zu treffen, ohne zu wissen, ob es die richtigen sind. Am wichtigsten ist jedoch die Fähigkeit, sich selbst in seinem Denken und Handeln als Entscheider immer wieder zu hinterfragen. Die Kunst liegt darin, „zuversichtlich zu zweifeln“. Auf diese Weise schafft ein Cognitive Leader die Rahmenbedingungen, in denen sich die kollektive Intelligenz in beiden Unternehmenswelten am besten entfalten kann, in der stabilen Basis- und in der agilen Start-up-Einheit.

www.soprasteria.de