»Vielfalt schafft eine bessere Gesellschaft«

Juni 2018 | Wirtschaftswoche | Frau. Macht. Zukunft.

»Vielfalt schafft eine bessere Gesellschaft«

Der Frauenanteil in der Beraterbranche müsste höher sein, findet Ralf Feierabend, Gründer und Chairman von ConMoto – und tut eine Menge, um ihn zu erhöhen.

Dr.-Ing. Ralf Feierabend Gründer und Chairman, ConMoto Consulting Group GmbH
Conmoto Consulting Group GmbH / Unternehmensbeitrag

Herr Feierabend, Sie haben vor drei Monaten bei ConMoto ein hochflexibles Arbeitszeit-Modell eingeführt. Wie sieht dieses aus?
Unser Modell geht, nach Abzug von Urlaub und Tagen für interne Meetings, von durchschnittlich 180 projektbezogenen Arbeitstagen pro Jahr und Mitarbeiter aus. Wir zahlen unseren Angestellten ein Festgehalt für 120 Arbeitstage, und jeder entscheidet selbst, ob er vier oder fünf Tage pro Woche arbeitet. Ab dem 121. Arbeitstag kommt eine Tagesprämie in Höhe von fünf Prozent des Monatsfixums hinzu. Auf diese Weise können Kollegen auch mal 45 Tage am Stück Urlaub machen und müssen das nur mit dem Projektleiter absprechen.Daneben gibt es die Möglichkeit einer 3-Tage-Woche bei 85 Prozent des Monatsfixums. Dies wird gern von Müttern genutzt, aber auch von älteren Mitarbeitern, die langsam aus dem Berufsleben aussteigen wollen.

Wer profitiert von dieser Neuerung?
Im Prinzip alle, auch die, die bisher die traditionellen fünf Tage arbeiten. Denn auch sie können jederzeit flexibel wechseln. Entsprechend groß ist die Akzeptanz bei den Mitarbeitern. Besonders kommt das Modell natürlich den Eltern zugute, sowohl den Müttern als auch den geschiedenen Vätern mit festen Umgangstagen. Es wird übrigens auch auf der Führungsebene gern genutzt.

Wie schätzen Sie generell den Anteil der Frauen in der Beraterbranche ein?
Bei ConMoto schwankt er stark. Vor etwa 15 Jahren hatten wir noch 35 Prozent Frauen, einige von ihnen haben während ihrer Zeit bei uns mehrere Kinder geboren. Aktuell sind es weniger als 10 Prozent. Wir hoffen, wieder mehr Frauen ins Unternehmen zu bekommen. Generell gibt es in der Beraterbranche zu wenige Frauen. Dabei haben sie nicht zuletzt dank ihrer oft gut ausgeprägten empathischen Fähigkeiten deutliche Vorteile gegenüber den männlichen Kollegen.

Was tut ConMoto – abgesehen vom Arbeitszeitmodell – um mehr Frauen zu gewinnen?
Wir haben schon Inserate in großen Medien wie der WirtschaftsWoche geschaltet, in denen wir speziell die Frauen ansprechen. Das war nur mäßig erfolgreich, genau wie das Engagement eines Headhunters, der für uns nach Kandidatinnen sucht. Nach wie vor sind 95 Prozent unserer Bewerber Männer. Unsere wenigen Bewerberinnen spiegeln uns jedoch wider, dass es vor allem der Unternehmensauftritt ist, der sie überzeugt. Wir versuchen, als Berater immer den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und werden dies künftig noch deutlicher kommunizieren. Zudem engagieren wir uns für soziale Projekte, zum Beispiel für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen.

ConMoto ist Mitzeichner der Charta der Vielfalt. Was hat Sie an dieser Idee überzeugt?
Ich bin überzeugt davon, dass ein Klima der Vielfalt hilft, eine bessere Gesellschaft zu schaffen. Wir leben diese Vielfalt schon heute aktiv: Bei unserer letzten Weihnachtsfeier waren 21 Muttersprachen vertreten. Auch die Inklusionsquote erfüllen wir nicht aus Pflicht, sondern aus tiefer Überzeugung.

www.conmoto.de
 

ConMoto - Wir bringen Bewegung

ConMoto berät seit 1990 Unternehmen in den Bereichen Produktion, Logistik, Instandhaltung, Beschaffung, Innovation und Entwicklung. Unsere führungserfahrenen Berater erarbeiten mit innovativen Methoden und durch partnerschaftliches Handeln Lösungen und setzen diese systematisch um. Dadurch verändern wir Strukturen und Prozesse effizient und schaffen eine nachhaltige Wertsteigerung für unsere Kunden.

In der Musik heißt con moto „bewegt“ oder „mit Bewegung“. Wir haben uns diesen Namen gegeben, weil wir überzeugt sind, dass Beratung erst dann erfolgreich ist, wenn sich wirklich etwas bewegt.