Der digitale Brückenschlag zwischen Rütli und Salem

Dezember 2020 | Die Zeit | Die Arbeitswelt der Zukunft

Der digitale Brückenschlag zwischen Rütli und Salem

Wenn es um digitale Bildung geht, wird leider oft mehr Energie in die Suche nach Hinderungsgründen denn in die Suche nach Lösungen gesteckt.

Jürgen Hossner – Head of Beratung Digitale Schule; Prof. Timo Kob – Gründer und Vorstand HiSolutions AG
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In einer Diskussion zur Digitalisierung der Schulen in Deutschland fiel jüngst folgender Satz: „Zwischen Rütli-Schule und der Schule Schloss Salem liegen so viele Welten, da kann man doch nicht sagen, dass die vor vergleichbaren Herausforderungen stehen.“ Der Weg in die Zukunft für „normale“ Schulen und erst recht für solche in sozial benachteiligten Gegenden sei zu steinig, um überhaupt loszugehen.

 

Als eine der führenden IT-Beratungen in Deutschland bezweifeln wir das. Denn unter anderem begleiten wir das Internat Schule Schloss Salem bei der fortschreitenden Digitalisierung der Bildung. Ein Blick auf die dortigen Erfahrungen mag zeigen, ob diese wirklich aus einer ganz anderen Welt sind.

 

Zunächst gilt: Alle Schulen haben – losgelöst von Schülerschaft und strukturellem Umfeld – die Verantwortung, Kinder und Jugendliche durch zusätzliche digitale Kompetenzen auf eine sich drastisch verändernde Berufs- und Lebenswelt vorzubereiten. Wenn schon dies nicht mehr als eine gemeinsame Anforderung an alle Schulen gesehen wird, so werden die Folgen für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes, aber auch für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft dramatisch sein. Denn so wird die wachsende digitale Kluft sehenden Auges akzeptiert.

 

Und ja, natürlich sind die Startvoraussetzungen einer Privatschule wie Salem anders als die einer staatlichen Schule. Jedoch: Geld ist notwendig, aber nicht hinreichend. Der intelligente Umgang mit einem begrenzten Budget, bei dem Technik und Didaktik zusammen gedacht werden, bringt deutlich größere Erfolge!

 

Technik und Didaktik verbinden

Das zeigte sich gerade während der Schulschließungen. Zwar hatten viele Schulen Geld in das Thema Digitalisierung gesteckt. Dieses wurde aber in erster Linie in Endgeräte wie PCs und Tablets sowie Smartboards und Beamer investiert – in Coronazeiten im Klassenraum oft leider unerreichbar.

 

Und auch zuvor schon zeigte die Erfahrung, dass ein Großteil dieser Smartboards de facto nur als Leinwand für den Beamer dienen und der einzige echte Nutzen ist, dass der Lehrer direkt an der Tafel weiterblättern kann. Und das Schulbuch auf dem Tablet macht zwar die Schultaschen leichter, aber digitaler Mehrwert sieht anders aus. Dies zeigt: Am Ende siegt das sinnvolle Konzept über das reine Budget.

 

„Es braucht weit mehr als Tablets, Laptops und Medientische“, sagt Brigitte Mergenthaler-Walter, Studienleiterin und Geschäftsführerin der Schule Schloss Salem. „Neben realem Erleben und Erfahrungen, insbesondere bei Projekten und Exkursionen, sind der Erwerb digitaler Kompetenzen sowie kritisches Bewusstsein oder auch das Verständnis von Algorithmen wesentliche Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit unserer Schülerinnen und Schüler.“

 

Technische Möglichkeiten müssen sich sinnvoll mit didaktischen Zielen und individuellen Rahmenbedingungen verbinden. Nicht das Schulbuch auf dem iPad oder die Bandbreite der Internetanbindung machen den Unterschied, sondern das neue Durchdenken der Möglichkeiten und die Integration aller Handlungsfelder.

 

Chance, nicht Bedrohung

Die Schule Schloss Salem – seit 2018 bei der Digitalisierung erfolgreich – hat dies erkannt. Mit der HiSolutions AG hat sie einen Partner gefunden, der Erfahrung im Technologie- und Projektmanagement, Produktneutralität und ein großes Netzwerk im Bereich Pädagogik und Fachdidaktik mitbringt. Gemeinsam werden wir auch in Zukunft den Weg hin zu einer modellhaft digitalisierten Schule des 21. Jahrhunderts gehen.

 

Die laufende Digitalisierung der Wirtschaft zeigt: Nicht Größe und Marktposition gewinnen, sondern Anpassungsfähigkeit, neue Ideen und Agilität. Eine Herausforderung, der sich Salem erfolgreich stellt. Die aber auch Schulen mit weniger berühmten Namen und schwierigeren Startbedingungen meistern können. Nämlich dann, wenn sie das Thema als Chance und nicht als Bedrohung oder unabwendbares Schicksal betrachten.

 

Die Wege und Ausgangspositionen sind unterschiedlich und auch unterschiedlich gut. Die Konzepte und Erfahrungen sind aber vorhanden, um unabhängig davon erfolgreich sein zu können. Man braucht nur den Mut, sich auf den Weg zu machen.

 

www.hisolutions.com