Marktmacht KI: Mit Augenmaß in die Zukunft

Ein Beitrag von Born to Brand

Dr. Annika  Backe-Dahmen Gründerin, Born to Brand
Dr. Annika Backe-Dahmen Gründerin, Born to Brand
BORN TO BRAND Beitrag

Frau Dr. Backe-Dahmen, Künstliche Intelligenz (KI) hält in immer mehr Branchen Einzug. Was macht das mit der Arbeitswelt?
Als Begriff geprägt im Jahr 1955, ist die Künstliche Intelligenz aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Beispiel Suchmaschinen: Allein Google spielt weltweit ca. 8,5 Milliarden Ergebnisse aus, und das jeden Tag. Dabei arbeitet jede KI stets mit dem, was wir ihr zuvor an Daten bereitgestellt haben. Der Algorithmus filtert und macht mir Vorschläge für das, was ich am wahrscheinlichsten nutzen kann. Für die Arbeitswelt ist das ein enor-
mes Potenzial, das jede Branche für sich gerade verstärkt auslotet.

Müssen wir uns an die KI anpassen, damit wir als menschliche Arbeitskräfte mithalten können?
Wo die KI Abläufe effizienter macht, ist sie erstmal hochwillkommen. Doch kostet dies womöglich Arbeitsplätze. Selbst wenn ganz neue Berufsfelder entstehen könnten, sind noch wesentliche Aspekte ungeklärt: Wo berührt die Nutzung künstlicher Kreationen nach bestehenden Daten Urheber- und Persönlichkeitsrechte? Was passiert mit den Daten, die ich selber in die KI eingebe? Und immer: Wie verlässlich sind die generierten Ergebnisse?

Stichwort Verlässlichkeit: Wird die Gefahr von Fake News oder unsicheren Inhalten nun größer?
Definitiv. Aktuell liefern sich die größten Tech-Konzerne einen Wettlauf um die leistungsstärkste KI und damit letztlich um unser aller Daten. Diesen gewaltigen Markt müssen Regelwerke und Aufsichtsgremien begleiten. Welche Akteure verfolgen welche Ziele? Auf welcher (korrekten?) Datenlage treffen wir unsere Entscheidungen? Entscheidet die KI irgendwann für uns? Bei aller Euphorie über ungeahnte Möglichkeiten wird eines gerade klar: Für die KI braucht es Sensibilität und Augenmaß, jetzt und in Zukunft.

www.borntobrand.de

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