Keine Pause für den Kopf

Warum mentale Gesundheit in einer Welt mit ständiger Reizüberflutung und permanenter Erreichbarkeit nachhaltig gedacht werden muss.

Dr. Benjamin Pelz, klinischer Psychologe in der CuraMed Akutklinik Allgäu
Dr. Benjamin Pelz, klinischer Psychologe in der CuraMed Akutklinik Allgäu
CuraMed Beitrag

Das Smartphone liegt auf dem Schreibtisch, neue Nachrichten treffen im Minutentakt ein, E-Mails warten auf Antworten und selbst nach Feierabend bleibt die Arbeit oft nur einen Klick entfernt. Reizüberflutung ist für uns längst Teil des Alltags, ohne dass es uns bewusst ist. Doch für unsere mentale Gesundheit bleibt das nicht ohne Folgen. „Wir leben in einer Welt mit so vielen Reizen, auf die wir evolutionstechnisch nicht ausgerichtet sind“, sagt Dr. Benjamin Pelz, klinischer Psychologe bei den CuraMed Kliniken. Während Stress früher an konkrete Situationen gebunden war (der Kampf mit dem Säbelzahntiger) und nach deren Bewältigung wieder abklang (das Festmahl nach der Jagd), begleiten uns heute soziale Medien, Nachrichten und berufliche Anforderungen rund um die Uhr. Welchen Einfluss diese Entwicklung hat, zeigt sich aktuell an der Debatte rund um ADHS. Die Diagnose erhält viel Aufmerksamkeit, nicht zuletzt in den sozialen Medien, und fast jeder kann sich mit einzelnen Symptomen wie Konzentrationsproblemen, Impulsivität oder innerer Unruhe identifizieren. Haben wir also heute alle ADHS?
 

STÄNDIG ÜBERREIZT


Ganz so ist es nicht: Pelz sieht als Ursache dieses Phänomens weniger einen plötzlichen Anstieg der Erkrankung als vielmehr unsere veränderte Umwelt. „Ein ADHS-Gehirn hat Schwierigkeiten, Reize zu filtern und zu priorisieren“, erklärt er. In einer Welt, die von ständigen Benachrichtigungen, Informationsflut und permanenter Erreichbarkeit geprägt ist, werde diese Herausforderung deutlich sichtbar. Die breite Aufmerksamkeit, die das Thema aktuell erhält, zeigt vor allem, dass die Reizüberflutung in unserem Alltag längst nicht nur Betroffenen von ADHS Schwierigkeiten bereitet. Sie betrifft uns alle, in unterschiedlichem Ausmaß.

Von Belastung zu Stabilität braucht es mehr als einen einzelnen Schritt, sondern einen Weg, der Zeit und Mut erfordert, wodurch sich neue Perspektiven eröffnen.
Von Belastung zu Stabilität braucht es mehr als einen einzelnen Schritt, sondern einen Weg, der Zeit und Mut erfordert, wodurch sich neue Perspektiven eröffnen.

Die Folgen unserer veränderten Umwelt zeigen sich zunehmend auch in unserer mentalen Gesundheit. Die Gesundheitsversorgung muss darum mehr leisten können, als akute Beschwerden zu lindern: Die Herausforderung besteht darin, unsere psychische Gesundheit langfristig zu erhalten. Nachhaltige psychische Gesundheitsversorgung setzt bereits dort an, wo Belastungen entstehen, und hilft Menschen, langfristig gesunde Verhaltensweisen zu entwickeln.
 

PSYCHISCHE GESUNDHEIT NACHHALTIG STÄRKEN


Eine zentrale Rolle spielt die Prävention. Ausreichend Schlaf, Bewegung, soziale Kontakte und bewusste Regeneration bilden die Grundbausteine. Was simpel klingt, kommt in unserem Alltag jedoch meist zu kurz. „Prävention ist kein Luxus, den wir uns erst leisten können müssen“, betont Dr. Benjamin Pelz. Wer Warnsignale wie innere Unruhe, ständige Gereiztheit oder das Gefühl, immer funktionieren zu müssen, frühzeitig wahrnimmt, kann gegensteuern, bevor aus Belastungen ernsthafte psychische Erkrankungen werden. Nachhaltige Gesundheitsversorgung bedeutet, psychische Gesundheit nicht erst dann in den Blick zu nehmen, wenn Menschen an ihre Grenzen geraten. Gleichzeitig braucht es Anlaufstellen für Menschen, bei denen die Belastung bereits zu groß geworden ist. Genau hier setzt die CuraMed Gruppe an: Die Privatkliniken und Zentren für Psychosomatische Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie begleiten Betroffene dabei, neue Perspektiven zu entwickeln und Werkzeuge für einen gesunden Umgang mit psychischen Herausforderungen zu erlernen. Denn nachhaltige Gesundheitsversorgung beginnt, wo kurzfristige Lösungen enden: bei der langfristigen Stärkung psychischer Gesundheit und der Bereitschaft, Veränderung als Prozess zu verstehen. Dafür braucht es vor allem eines: Zeit für Veränderung.

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