Studienziel: Gründung

Die Handelshochschule Leipzig (HHL)legt bei ihren Management-Studiengängen von Anfang an einen Fokus aufs Unternehmertum – mit großem Erfolg und seit über 120 Jahren.
Prof. Dr. Stephan Stubner, Rektor der Handelshochschule Leipzig (HHL)
Prof. Dr. Stephan Stubner, Rektor der Handelshochschule Leipzig (HHL)
Handelshochschule Leipzig, HHL Beitrag

 

Herr Prof. Stubner, kann man Gründen lernen?
Definitiv! Zunächst geht es ja um handwerkliche Fähigkeiten – auch Gründer müssen eine Bilanz erstellen können, Vertriebsinstrumente anwenden, Leadership-Konzepte kennen. Das lernen Sie bei uns. Der zweite Aspekt ist, überhaupt mit dem Thema Gründung in Berührung zu kommen. Dafür haben wir an der HHL ein Ökosystem rund um das Thema Unternehmertum geschaffen. Und zwar von Anfang an: Die HHL wurde 1898 von Leipziger Kaufleuten, also von Unternehmern, gegründet. Und auch bei der Neugründung 1992 haben wir auf den Fokus Unternehmertum gesetzt. Wichtig ist uns, das Thema ganzheitlich anzugehen und alle Aspekte zu verknüpfen.

Wie sieht das konkret aus?
Unsere MBA- und Masterprogramme haben alle einen starken Bezugspunkt zu Entrepreneurship. Unser Ziel ist es, Studierenden ein Forum zu bieten, um mit Vorbildern, Investoren und Akteuren aus der Praxis zum Thema Gründung in den intensiven Austausch zu kommen. Wir schaffen ihnen die Möglichkeit, sich als Gründer auszuprobieren. Alle Studierenden besuchen einen Kurs zum Unternehmertum. Wer auf den Geschmack kommt, erstellt in vertiefenden Veranstaltungen nicht nur einen Businessplan, sondern hat am Ende auch einen Prototypen oder einen Pilotkunden – und idealerweise schon gegründet. Ab Herbst 2022 bieten wir zudem einen Masterstudiengang in Management mit dem Schwerpunkt Unternehmensgründung an. Wir haben mit dem HHL Digital Space einen Incubator aufgebaut, bieten Workshops und Coachings an, unser SpinLab hilft als Accelerator jungen Unternehmen, Ihr Business weiterzuentwickeln. Vier deutsche Unicorns gehen auf Absolventen der HHL zurück. Mindestens genauso wichtig sind aber die vielen kleineren Startups bis hin zu Familienunternehmen, die mit unserem Hintergrund erfolgreich zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen und Arbeitsplätze schaffen.

Was brauchen Manager und Unternehmer, was brauchen Gründer heute und in Zukunft?
Die digitale Transformation stellt Führungskräfte vor die Herausforderung, bei abnehmenden direkten Kontakten am Arbeitsplatz den menschlichen Faktor im Auge zu behalten – also sich noch mehr um die einzelnen Mitarbeiter zu kümmern. Zugleich fordern hybride Arbeitswelten große Ansprüche an Selbstführung und Selbstorganisation. Denn: Wir müssen uns immer wieder neu erfinden. Einen lebenslangen Job gibt es nicht mehr. Das fordert Resilienz gegenüber Veränderungen. Die erreichen wir über permanente Selbstreflexion: Wo stehe ich, was muss ich neu lernen, wo will ich hin? Und für Gründer gilt: „Just Do It!“ Damit meine ich die Bereitschaft, Dinge einfach auszuprobieren. Am besten in einem Ökosystem aus Gleichgesinnten und erfahrenen Gründern.

Die Handelshochschule Leipzig (HHL)
Die Handelshochschule Leipzig (HHL) ist eine universitäre Hochschule mit Promotions- und Habilitationsrecht und zählt zu den führenden internationalen Business Schools mit Ausrichtung auf Unternehmertum. Ziel der ältesten betriebswirtschaftlichen Hochschule Deutschlands ist die Ausbildung unternehmerisch denkender, verantwortungsbewusster und leistungsfähiger Führungspersönlichkeiten. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat die HHL 2021 zum fünften Mal in Folge als führende Gründerhochschule ausgezeichnet. Aus der HHL sind in den letzten 30 Jahren über 350 Unternehmensgründungen hervorgegangen mit mehr als 50.000 Mitarbeitenden. Ab Herbst 2022 bietet die Hochschule einen neuen Master in Management-Studiengang mit Fokus auf Entrepreneurship an.
 
www.hhl.de

 

Nächster Artikel
Wirtschaft
Dezember 2021
Illustration: Sophia Hummler
Redaktion

Smarte Verträge

Zu einer umfassenden Automatisierung in der Industrie gehören zwangsläufig auch bindende Verträge.
Wirtschaft
Dezember 2021
Illustration: Anne-Sophie Engelhardt
Redaktion

Wandeln auf digitalen Pfaden

Die Digitalisierung verändert, wie wir arbeiten, wie wir leben und wie wir konsumieren. Offenheit und Wandlungs- fähigkeit sind das Rüstzeug für die Geschäftsmodelle der Zukunft.