Schwerpunkt Cluster

April 2016 | Capital | Unternehmertum

Schwerpunkt Cluster

Was ist ein Cluster? - Wettbewerbsvorteile durch Cluster - Internationale Partnerschaften

Illustration: Fiete Koch
Klaus Lüber / Redaktion

WAS IST EIN CLUSTER?

Der englische Begriff steht unter anderem für „Bündel“. In der Wirtschaft versteht man darunter im engeren Sinne die räumliche Konzentration miteinander verbundener Unternehmen innerhalb eines bestimmten Wirtschaftszweiges. Darüber hinaus kann ein Cluster auch weitere, für den Wettbewerb relevante Institutionen, etwa Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Behörden, umfassen. Es lassen sich vier sogenannte Clusterdimensionen unterscheiden. Die horizontale Dimension beschreibt die wettbewerbsbelebende gleichzeitige Präsenz konkurrierender Unternehmen. Unter vertikaler Dimension versteht man die Infrastruktur aus Zulieferern, Abnehmern und Dienstleistern. Die institutionelle Dimension beschreibt die Bildung eines spezifischen Regel- und Normensystems, beispielsweise sich ergänzende Technikvorstellungen und Arbeitswerten, unter den Clusterakteuren. Schließlich ist die externe Dimension, also Partnerschaften mit clusterfernen Akteuren, notwendig, um die Innovationskraft eines Clusters zu bewahren.

 


WETTBEWERBSVORTEILE DURCH CLUSTER

Cluster vernetzen Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und weitere Akteure einer Region entlang einer Wertschöpfungskette. Sie bündeln Kräfte und schaffen Synergien für Forschung und Innovation. Der Standort wird attraktiver: für Fachkräfte, für Investoren und für die Beteiligten vor Ort. Weltweit werden Cluster als Ansatz zur Steigerung regionaler Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit gefördert. In Deutschland betreiben die beiden Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF) und Wirtschaft und Energie (BMWi) eigene, bundesweite Clusterprogramme. In insgesamt drei Runden eines sogenannten Spitzencluster-Wettbewerbs hat das BMBF 15 Cluster ausgewählt, die über einen Zeitraum von fünf Jahren mit jeweils bis zu 40 Millionen Euro gefördert werden. Ziel des BMBF-Innovationsprogramms Unternehmen Region ist der Auf- und Ausbau technologischer, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Kompetenzen in ostdeutschen Regionen. Und das sogenannte go-cluster Programm des BMWi vereint aktuell 99 Innovationscluster aus allen Regionen Deutschlands.



INTERNATIONALE PARTNERSCHAFTEN

So leistungsfähig regionale Innovations- und Wertschöpfungsketten auch sind, um die Herausforderungen der Globalisierung zu meistern, wird es immer wichtiger, mit internationalen Partnern zusammenzuarbeiten. Mit der Fördermaßnahme „Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken“ fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Entwicklung von Internationalisierungskonzepten und deren Umsetzung in Projekten auf Augenhöhe mit weltweiten Partnern mit jeweils bis zu vier Millionen Euro über bis zu fünf Jahre unterstützt. In einer  ersten Ausschreibungsrunde Ende 2015 wurden elf Projekte zur Förderung empfohlen. Konkret geht es um die Vernetzung von Biomedizin-Unternehmen in Europa und Israel, der Aufbau eines internationalen Innovationssystems der Medizintechnik und Gesundheitswirtschaft, die Vernetzung von Flugzeugteileherstellern und Entwicklern von Unternehmensoftware und Schlüsseltechnologien in Branchen wie Kunststoff, Leichtbau, Photonik und Organischer Elektronik.