Kredite von der Crowd

April 2016 | Capital | Unternehmertum

Kredite von der Crowd

Eine echte Alternative im Finanzierungsmix – über Crowdlending kommt vor allem der Mittelstand schnell und unkompliziert an frische Liquidität. Ein Interview mit Christopher Grätz, Gründer und CEO, kapilendo AG.

Christopher Grätz; Gründer und CEO; kapilendo AG
kapilendo AG / Anzeige

Herr Grätz, Crowdfunding, Crowdlending, wo ist der Unterschied?

Beim Crowdfunding unterstützen Sie als Investor gezielt eine neue Unternehmensidee. Crowdlending hingegen ist nichts anderes als ein klassischer Kredit, mit dem etablierte Unternehmen neue Projekte oder Expansionspläne auf dem digitalen Wege finanzieren können.
 
Gehe ich als Unternehmer für einen Kredit nicht eher zu meiner Bank?

Nicht zwangsläufig. Gerade Kredite unter 500.000 Euro sind bei den Banken aufgrund der hohen Kosten weniger beliebt. Außerdem hören wir von unseren Kunden immer wieder, dass der Prozess bei den Banken deutlich langsamer ist. Bei uns bekommen Sie innerhalb von drei bis fünf Tagen nach dem Erstkontakt eine Rückmeldung, ob wir ein Projekt über unseren Kreditmarktplatz finanzieren.

Also machen Sie den Banken Konkurrenz?

So würde ich es nicht formulieren. Vielmehr bieten wir mit kapilendo insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen eine interessante Erweiterung für den Finanzierungsmix. Sie dürfen nicht vergessen, wie wichtig es aus Unternehmenssicht ist, hier breit aufgestellt zu sein.

Welche Summen kann man über kapilendo finanzieren?

Wir vermitteln Kredite zwischen 30.000 und 2,5 Millionen Euro. Seit unserer Gründung im August 2015 ist uns das bereits für eine Vielzahl von Projekten erfolgreich gelungen – darunter auch für den Fußballclub Hertha BSC, der innerhalb von nicht einmal zehn Minuten die Kreditsumme von einer Million Euro zusammen hatte. Zwei weitere Projekte befinden sich gerade in der Finanzierungsphase.

Prüfen Sie die Unternehmen, die über kapilendo finanzieren?

Bei der Auswahl der Projekte verstehen wir uns als Repräsentant der Anleger, deshalb schauen wir genau, welche Unternehmen auf unseren Kreditmarktplatz kommen. Hierfür haben wir einen vierstufigen internen Ratingprozess aufgesetzt, der quantitative Merkmale wie Jahresabschlüsse gleichermaßen berücksichtigt, wie die Qualität der Unternehmensführung und des zu finanzierenden Projekts. Wenn Sie so wollen, picken wir für unsere Anleger die Rosinen heraus.

Dafür zahlen die Unternehmen dann eine Gebühr?

Richtig. Denn die Zinsen gehen zu 100 Prozent an die Anleger. Allerdings werden die Gebühren für die Unternehmen auch erst dann fällig, wenn ein Projekt erfolgreich finanziert ist. Wir gehen hier also in Vorleistung – einerseits mit dem Rating, andererseits mit den Marketing- und Kommunikationsaktivtäten für die Unternehmen.

Was verbirgt sich hinter diesen Aktivitäten?

Neben der frischen Liquidität gibt es bei uns digitale Kundengewinnung ‚on top’. Jeder Unternehmer stellt sich, sein Unternehmen und das zu finanzierende Projekt in einem kurzen Video dar, das wir produzieren – ebenso wie die qualitativ hochwertigen Texte und Bilder auf unserer Webseite. Außerdem bekommen Anleger, die größere Summen investieren, oft auch die Produkte oder andere ‚Goodies’ zusätzlich.

Die Nachfrage ist also groß?

Absolut – bei Unternehmen und Anlegern gleichermaßen. Wohl auch, weil die bisherigen Projekte gut verlaufen sind. Der deutsche Mittelstand ist ein interessantes Anlageziel und dank Crowdlending entsteht hier eine spannende neue Anlageklasse.


www.kapilendo.de