Green City: Gut für Mensch & Umwelt

Die „Green City“ ist mehr als ein Schlagwort. Grüne Städte sind wichtig – für den Kampf gegen den Klimawandel, für die menschliche Gesundheit. Weltweit und auch in Deutschland finden sich Beispiele für die Grüne Stadt der Zukunft. 

Illustration: Marcela Bustamante
Illustration: Marcela Bustamante
Laura Puttkamer Redaktion

Betonwüste oder grüne Oase – wie sieht die Stadt der Zukunft aus? Angesichts des Klimawandels gibt es viele Gründe, mehr Stadtgrün zu etablieren. Denn schließlich können Parks, Gärten, Bäume und weitere Grünflächen in der Stadt die Luft reinigen, die Durchschnittstemperatur senken und die Biodiversität unterstützen. Noch dazu haben Grünflächen erwiesenermaßen einen positiven Effekt auf unsere mentale Gesundheit: Eine grüne Stadt ist aus vielen Gründen erstrebenswert. Schon viele Städte in Deutschland und auch weltweit zeigen, wie die Green City aussehen kann. Das ist in jeder Stadt ein bisschen anders, aber eindeutig gehören Grünflächen wie grüne Dächer und begrünte Fassaden, aber auch ansprechende Parks und öffentliche Grünbereiche dazu. Dafür ist es wichtig, Pflanzen und Bäume so auszuwählen, dass diese hitzebeständig sind, möglichst viel Schatten spenden und noch dazu auch etwas fürs Auge bieten. 


Stadtbäume: Gut fürs Klima und die Seele


Stadtbäume sind ein wichtiges Element der Green City. Die EU-Kampagne „Mehr grüne Städte für Europa“ setzt sich dafür ein, Bäume und andere Bepflanzungen schon früh in die Stadtplanung zu integrieren. 
Schließlich brauchen Bäume Zeit zum Wachsen. Erst dann kommen ihre Effekte zum Tragen. Stadtbäume fördern die physische und psychische Gesundheit, indem sie ein besseres Mikroklima schaffen und sich positiv auf den sozialen Zusammenhalt auswirken, etwa in Parks und Naherholungsgebieten. Bäume steigern die Attraktivität von Städten durch erhöhte Lebensqualität und saubere Luft. Zudem tragen sie zur Kühlung der Stadt bei und fördern die Biodiversität. Und schließlich können Bäume und andere bepflanzte Flächen viel mehr Wasser aufnehmen als versiegelte Beton- und Asphaltflächen. So werden sie Teil des Schwammstadt-Konzepts – darunter verstehen Expert:innen die Idee, dass Städte durch Begrünung Wasser speichern und unter anderem die Absenkung des Grundwasserspiegels vermindern. 
Eine spannende Lösung dafür, mehr Grün in die Stadt zu bringen, bietet zum Beispiel das Office for Micro Climate Cultivation (OMCC) aus Frankfurt. Mit VERD° möchte das Unternehmen eine Erleichterung für überhitzte Städte bieten. Dabei kommt ein großes flexibles Pflanzen-Segel zum Einsatz, das dank seiner Leichtbaukonstruktion etwa vor Fassaden oder über städtische Räume gespannt werden kann. Schnellwachsende Rankpflanzen begrünen das Segel innerhalb weniger Wochen und spenden Schatten. Außerdem kühlen sie die Temperatur der Umgebung, reduzieren Feinstaub, binden CO2 und bieten Insekten ein Zuhause. Im Herbst lässt sich das Segel demontieren und kompostieren und im nächsten Frühjahr kann das freistehende Modul wieder begrünt werden. 

Illustration: Marcela Bustamante
Illustration: Marcela Bustamante

Und auch ein Blick auf die Entwürfe des belgischen Architekten Vincent Callebaut zeigt, wie die grüne Stadt der Zukunft aussehen kann. Sein utopisches Konzept namens „2050 Paris Smart City“ arbeitet mit einer ökologischen Architektur, bei der vertikale Parks als „Photosynthese-Türme“ die Treibhausgase schlucken. Algen an der Fassade dieser Türme, die in Paris Realität werden könnten, können CO2 in Biomasse umwandeln. Am Gebäude der internationalen Bauausstellung Hamburg ist das bereits Praxis: Das Gebäude hat eine Bioreaktorfassade, deren Algen das Haus mit Energie versorgen. Dafür müssen sie geerntet und in eine Biogasanlage gegeben werden, wo sie genug Strom für das Haus und die Nachbarbauten erzeugen. 


Stadtgrün als Investition in die Zukunft


Warum aber sind unsere Städte nicht schon viel grüner? Die Antwort ist ebenfalls je nach Stadt anders, hängt aber immer mit Gründen wie begrenztem Platz, politischem Wandel, Arbeitsaufwand, Kosten und Pflege zusammen. Außerdem wissen wir zum Beispiel in Deutschland gar nicht so genau, wie grün unsere Städte eigentlich sind. Denn obwohl einige Städte ihr Stadtgrün regelmäßig kartieren, gibt es keine zuverlässigen, flächendeckenden und einheitlichen Informationen dazu. 
Da der Klimawandel immer mehr zu Hitze- und Dürreperioden führt, in denen Wasser noch wertvoller ist als sonst, steht Stadtgrün auch vor der Herausforderung, seinen Wasserbedarf zu erfüllen. Inzwischen gibt es jedoch innovative und vor allem wassersparende Lösungen wie Versenkregner, Mikro-Sprinkler, Tropfrohre und Einzeltropfer, die die Bewässerung vereinfachen und selbst einen geringen Energiebedarf haben. 

So lässt sich auch das Argument, eine Green City sei zu teuer, entkräften. Denn eine nicht-grüne Stadt verursacht langfristig deutlich höhere Kosten. Aufgrund des sogenannten Hitzeinseleffekts, der die hohen Temperaturen von Städten im Vergleich zur Umwelt beschreibt, müssen sich Städte weltweit auf steigende Kosten für Infrastruktur, Gesundheitsvorsorge und teure Kühlungsversuche einstellen. Je grüner die Stadt jedoch ist, desto mehr können Pflanzen dazu beitragen, die Temperaturen zu senken und zugleich die Luft zu reinigen. Dies macht die Stadt attraktiver, widerstandsfähiger, umweltfreundlicher – und kostengünstiger.


Die grüne Stadt ist Gemeinschaftsaufgabe


Damit das Thema Green City in Deutschland künftig noch größer wird, sind nicht nur die Grünflächenplaner:innen und Parkzuständigen gefragt, sondern auch die Stadtplaner:innen. Denn das städtische Design ist wesentlich für die Begrünung verantwortlich und kann die Natur gezielt einsetzen. In deutschen Städten sind immer mehr grüne Dächer und Fassaden zu finden – und wer mag, kann mit geeigneten Kletterpflanzen, Blumentöpfen auf dem Dach oder dem Balkon sowie gezieltem Druck bei Lokalpolitiker:innen auch privat seinen Beitrag leisten. 
 

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