Factoring: Absicherung in turbulenten Zeiten

September 2017 | Wirtschaftswoche | Risikomanagement

Factoring: Absicherung in turbulenten Zeiten

Ohne Forderungsausfallschutz setzen Mittelständler ihre Existenz aufs Spiel.

Thorsten König; Geschäftsführer; BNP Paribas Factor GmbH
BNP Paribas Factor GmbH / Unternehmensbeitrag

Steigende Länderrisiken und eine unsichere Weltwirtschaft – für exportierende Unternehmen stellt dies eine wachsende Gefahr dar. Viele Abnehmer können ihre Zahlungsziele nicht einhalten und die Zahl der Forderungsausfälle nimmt zu. In manchen europäischen Ländern ist der Anteil der uneinbringlichen Forderungen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Zudem sind im internationalen Geschäftsumfeld lange Zahlungsziele mit deutlich mehr als 30 Tagen üblich. Gerade für kleine Unternehmen ist es schwer, die Zeit zwischen Produktion und Bezahlung zu überbrücken und dabei weiterhin liquide zu bleiben. Factoring kann hierbei Abhilfe schaffen. Es stellt nicht nur sofortige Liquidität – etwa im Fall von langen Zahlungszielen – zur Verfügung, sondern schützt auch zu 100 Prozent vor Forderungsausfällen. Ein klarer Vorteil gegenüber einer Warenkreditversicherung, welche in der Regel nur 70 bis 90 Prozent der Forderung absichert.

Aber auch Firmen, die keine Geschäfte mit ausländischen Firmen betreiben, sollten sich gegen nicht bezahlte oder zu spät beglichene Rechnungen schützen. Insbesondere für KMUs kann eine schlechte Zahlungsmoral ihrer Kunden fatale Folgen haben und die Existenz des Unternehmens gefährden. Denn im Gegensatz zu großen Unternehmen ist bei ihnen der finanzielle Handlungsspielraum deutlich eingeschränkter. Während große Firmen zu spät oder gar nicht bezahlte Rechnungen für eine gewisse Zeit auffangen können, ist dies bei kleineren Unternehmen nur selten der Fall. Eine schlechte Zahlungsmoral schlägt sich bereits in kurzer Zeit auf ihre Liquidität nieder und es ist ihnen oftmals nicht mehr möglich, weitere Aufträge vorzufinanzieren. Factoring hingegen kann die Vorfinanzierung weiterer Aufträge sichern.  

Auf Wunsch übernimmt das Factoring-Unternehmen aber auch die Debitorenverwaltung. Dies zeigt: Factoring ist mehr als ein reines Finanzierungsinstrument. Gerade für kleinere Mittelständler ist das ein wichtiger Punkt. Denn aufgrund geringer personeller Kapazitäten sind zeitaufwändige Bonitätsprüfungen oder das Mahnwesen für sie kaum zu stemmen. Im Gegensatz zu der Warenkreditversicherung müssen die Unternehmen somit nicht selbst überprüfen, ob sich ihr Kunde an die vereinbarten Fristen und Zahlungsziele hält und können sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Auch für exportorientierte Firmen ohne eigene Niederlassungen im Ausland kann die Auslagerung des Mahn- und Inkassowesens eine erhebliche Erleichterung im Tagesgeschäft bedeuten.

Mit Factoring können Unternehmen also an verschiedenen Stellschrauben drehen. Zum einen minimiert der Forderungsausfallschutz die Risiken im In- und Auslandsgeschäft. Zum anderen erhöht der Forderungsverkauf an einen Factoring-Partner die Liquidität und reduziert die Forderungslaufzeit. Dies führt zu einer Optimierung des Working Capitals und erweitert die Handlungsspielräume für Investitionen. Durch die erhöhte Flexibilität können Unternehmen häufig besser auf die steigenden Anforderungen des Marktes reagieren. Darüber hinaus entlastet die Übernahme der Debitorenverwaltung insbesondere KMUs operativ und schont ihre Ressourcen. Factoring ist somit ein nicht zu unterschätzendes Instrument, mit dem Unternehmen mehreren Herausforderungen gleichzeitig begegnen können, um in einem Umfeld steigender Länderrisiken weiterhin gut gewappnet zu sein.


www.factor.bnpparibas.de