AI sorgt weltweit für Dynamik – doch entscheidend ist die Wertschöpfung. Gerade in konkreten industriellen Use Cases liegt für Europa die große Chance. „Industrial AI ist der Hebel, mit dem wir uns jetzt differenzieren können“, sagt Prof. Dr. Niko Mohr, CEO von Rittal und Executive Board Member Strategy/ Transformation/AI der Friedhelm Loh Group. „Wir haben das Wissen, die Standards und die Daten – und damit die besten Voraussetzungen, eine echte Deep-Tech-Führungsrolle zu übernehmen.“
Dieses neue Wachstum wird auch dringend gebraucht: Europa hat in den vergangenen 50 Jahren eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Die Industrie wuchs kontinuierlich – getragen von Exportstärke und technologischem Vorsprung bei Industrieprodukten. De-Globalisierung und Commoditisierung wirken immer mehr dagegen. „Wir brauchen eine neue Wachstumskurve – und Industrial AI liefert den Blueprint dafür“, betont Prof. Mohr.
DEEP TECH LEADERSHIP MADE IN EUROPE
Mit den Basismodellen für AI, vor allem aus dem Silicon Valley und Asien, liegen die Werkzeuge schon vor. Der unternehmerische Nutzen entsteht aber erst durch die Verbindung mit Domänenwissen. „Immer dann, wenn es spezifisch wird, hat Europa einen Vorteil“, so Prof. Mohr. Ob Maschinenbau, Medizintechnik oder Pharmazie: Hier können europäische Player in der Champions League mitspielen.
Mit Eplan und Rittal zeigt die Friedhelm Loh Group schon heute, wie das gelingt: Montageplatten-Layouts lassen sich künftig per AI in Sekunden generieren – ein Zeitgewinn von bis zu 40 Prozent. Basis ist die Datenqualität des Digitalen Zwillings aus der Eplan Software. „AI-Driven Industrial Automation ist ein echter Game-Changer“, sagt Mohr.
DIE INFRASTRUKTUR ENTSCHEIDET
Doch AI-Erfolge brauchen mehr als Innovation bei der Software. Die Rechenzentren geraten durch AI und High Perfomance Computing an physikalische Grenzen. „Die Leistungsdichte durch aktuelle AI-Prozessoren ist so hoch, dass Luftkühlung nicht mehr ausreicht. Ohne neue IT-Infrastruktur wird AI nicht skalierbar“, erklärt Prof. Mohr.
Rittal hat dafür gemeinsam mit Hyperscalern und Server-OEMs eine neue direkte Flüssigkühlung entwickelt, die bis zu 1 Megawatt Kühlleistung pro Rack liefert. Ein Pionierprojekt ist im GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt entstanden: Dort erzeugt der Teilchenbeschleuniger FAIR bis zu ein Terabyte Daten pro Sekunde. Mit der Rittal-Lösung wird diese Rechenlast beherrschbar – und zugleich nachhaltiger, denn die Technologie ermöglicht eine effiziente Wärmerückgewinnung.
DAS ZEITFENSTER JETZT NUTZEN
Disruption wird die neue Normalität. Der weltweite Markt für Industrial AI ist noch nicht verteilt. Jetzt ist das Fenster für europäische Industrie und Digitalwirtschaft noch offen.
Damit die Chance genutzt werden kann, braucht es neben Mut zur Agilität auch Investitionen in Deep Tech, Talente und Infrastruktur. „Die industrielle Stärke Europas war nie ein Selbstläufer“, so Mohr. „Auch der nächste Wachstumsschub wird hart erarbeitet – aber wir haben die besten Voraussetzungen für eine Spitzenposition: wenn wir Industrie-Know-how und die Technologien der Digitalwirtschaft zusammenbringen.“
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