E-Mobilität: Zahlen, Fakten, Hintergrund

April 2021 | stern | Mobilität der Zukunft

E-Mobilität: Zahlen, Fakten, Hintergrund

Themen & Trends

Illustration: Monika Jurczyk
J.W. Heidtmann / Redaktion

Zulassungszahl verdreifacht

2020 wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt 194.000 rein batterieelektrische Pkw neu zugelassen. Das entspricht einem Plus von 206 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zusammen mit anderen alternativen Antrieben wie Plug-in-Hybriden, Gas- oder Wasserstoffantrieb rollten knapp 395.000 Elektroautos auf die Straßen – rund 30 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Am 1. Januar wurde in Deutschland ein Rekordbestand von rund 48,25 Millionen Pkw gemeldet, der höchste Wert aller Zeiten. Davon fahren etwa 570.000 mit Elektromotoren.

 

Zahl der öffentlichen Ladepunkte in Deutschland steigt

Der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur nimmt weiter an Fahrt auf: 39.538 öffentliche Ladepunkte sind aktuell im Ladesäulenregister des BDEW (Bundesverband der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft) gemeldet, jede siebte davon ist ein DC-Schnelllader. Damit sind innerhalb von drei Monaten rund 3.800 neue Ladepunkte hinzugekommen. Der Zuwachs um gute 10 Prozent trotz Corona-Lockdown mache deutlich, dass der Ausbau der öffentlichen Ladepunkte ungebremst weitergehe, so der BDEW.

 

Private Ladeinfrastruktur in Deutschland

Beim Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur ist ebenfalls ein deutlicher Anstieg zu beobachten: Laut Bundesverkehrsministerium wurden seit Beginn des Förderprogramms für private Wallboxen Ende November 2020 bereits Förderanträge für über 300.000 Wallboxen gestellt. Der Fördertopf wurde von ursprünglich 200 Millionen auf jetzt 400 Millionen Euro aufgestockt. Bis zum Sommer werden daher mehrere Hunderttausend zusätzliche private Ladepunkte entstehen.
9 von 10 Ladevorgängen finden bisher zu Hause oder am Arbeitsplatz statt.

 

Eine Million Ladepunkte in der EU

Laut EU sollen bis 2030 mindestens 30 Millionen emissionsfreie Fahrzeuge auf den Straßen in den 27 Mitgliedsländern fahren. Die Kommission hat in ihrer „Strategie für nachhaltige und intelligente Mobilität“ das Ziel von 500 Wasserstofftankstellen und einer Million öffentlichen Ladestationen bis 2025 beziehungsweise 1.000 Wasserstofftankstellen und drei Millionen öffentlichen Ladestationen bis 2030 schriftlich fixiert. Umweltverbänden und Autoindustrie ist das zu wenig. Sie drängen darauf,  bis 2024 in der EU eine Million öffentliche Ladepunkte  und drei Millionen bis 2029 zu installieren. Notwendig sei außerdem der Aufbau von 1.000 Wasserstofftankstellen bis 2029.

 

VW überholt Tesla bei E-Mobilen

13,5 Prozent und damit knapp jeder siebte neu zugelassene Wagen hatte 2020 einen Batterieantrieb unter der Haube. Im Vorjahr waren es 8,4 Prozent gewesen. Den höchsten Anteil an den neu zugelassenen E-Autos hatte mit gut 17 Prozent die Marke VW, gefolgt von Mercedes (knapp 15 Prozent) und Audi (9 Prozent). Bei den rein batterieelektrisch angetriebenen Pkw entfiel der größte Neuzulassungsanteil mit 24 Prozent ebenfalls auf die Marke VW, gefolgt von Renault (16 Prozent) und Tesla (9 Prozent).

 

Neue EU-Batterie-Verordnung für 2022

Im Rahmen des European Green Deal hat die Europäische Kommission eine Modernisierung der EU-Rechtsvorschriften für Batterien vorgeschlagen. Darin nennt die Kommission verbindliche Anforderungen für alle Batterien (Geräte-, Industrie- und Fahrzeugbatterien), die in der EU in Verkehr gebracht werden. Die Anforderungen beziehen sich auf Nachhaltigkeit und Sicherheit (Vorschriften über den CO2-Fußabdruck, Mindestgehalt an recyceltem Material, Leistungs- und Haltbarkeitskriterien, Sicherheitsparameter), Kennzeichnung und Informationen über die Nachhaltigkeit und von Daten über den Alterungszustand und Lebensdauer u.a.). Alle gesammelten Batterien müssen recycelt und ein hoher Verwertungsgrad erreicht werden, insbesondere bei wertvollen Materialien wie Kobalt, Lithium, Nickel und Blei.