Unternehmen investieren derzeit massiv in Künstliche Intelligenz. Erste Pilotprojekte liefern vielversprechende Ergebnisse, doch der Schritt in den produktiven Einsatz gelingt häufig nicht im gewünschten Ausmaß.
Der Grund liegt meist nicht in der Technologie. Moderne KI-Systeme stehen heute nahezu allen Unternehmen zur Verfügung. Die größere Herausforderung besteht darin, Informationen so bereitzustellen, dass sie nahtlos in Prozesse eingebunden werden können. Kurz gesagt: Die KI ist im Haus, hängt aber noch nicht am Prozess.
Täglich erreichen Unternehmen Dokumente und Informationen über unterschiedlichste Kanäle. Ein mittelständisches Unternehmen im DACH-Raum verarbeitet durchschnittlich rund 500.000 Dokumente pro Jahr. Viele dieser Inhalte liegen unstrukturiert vor oder müssen manuell weiterverarbeitet werden. Die Folge sind Medienbrüche, Verzögerungen und Fehlerquellen, die den Nutzen von KI begrenzen.
Deshalb verlagert sich der Fokus vieler Unternehmen zunehmend auf die intelligente Aufbereitung von Informationen. Moderne KI-Lösungen können Inhalte automatisiert erkennen, zuordnen und direkt in die richtigen Systeme übergeben. Was die Maschine nicht sicher erkennt, prüft ein Mensch nach. So konzentrieren sich Mitarbeiter*innen auf Entscheidungen und Ausnahmen, während Routinetätigkeiten automatisiert ablaufen. Gleichzeitig erhöht KI die Sicherheit: Selbst professionell gefälschte Dokumente oder manipulierte Rechnungen lassen sich anhand von Auffälligkeiten erkennen, die für Menschen oft kaum sichtbar sind.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob Unternehmen KI einsetzen sollten. Erfolgreich sind jene Organisationen, die ihre Informations- und Prozesslandschaft so gestalten, dass KI dauerhaft Mehrwert schaffen kann. Gewinnen werden nicht jene mit den meisten Pilotprojekten, sondern jene, deren Informationen und Dokumente von KI tatsächlich verstanden und produktiv genutzt werden können.
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George Wallner: Geschäftsführer der Post Business Solutions GmbH, Foto: Österreichische Post AG, Christian Stemper