Effizientes Recycling

Überraschende Fakten über Müll und dessen Wiederverwertung.

Illustration: Lena Neuner
Illustration: Lena Neuner
Olaf Strohm Redaktion

EINE PET-FLASCHE = SECHS STUNDEN FERNSEHEN

Recycling einer einzigen PET-Flasche spart genug Energie, um sechs Stunden fernzusehen. Grund: Die Neuproduktion von Kunststoff aus Erdöl ist extrem energieintensiv – vom Bohren über Raffinieren bis zum Polymerisieren. Beim Recycling entfällt dieser Schritt fast vollständig; das Granulat wird einfach eingeschmolzen und neu geformt.
 

ALUMINIUMDOSE: 95 PROZENT ENERGIEERSPARNIS

Aluminium zu recyceln spart bis zu 95 Prozent der Energie gegenüber der Primärproduktion. Der Grund: Aluminium wird aus Bauxit gewonnen – ein Prozess, der enorme Mengen an Strom, der häufig aus Kohle erzeugt wird, benötigt. Eine recycelte Dose hingegen wird einfach eingeschmolzen.
 

ZIGARETTENKIPPEN SIND GIFTMÜLL 

Zigarettenfilter bestehen aus Zelluloseacetat – einem Kunststoff, der bis zu zehn Jahre in der Umwelt verbleibt und Mikroplastik freisetzt. Weltweit landen laut WHO-Schätzung 4,5 Billionen Zigarettenstummeln weltweit pro Jahr in der Natur. In Deutschland kosten die Reinigungsmaßnahmen Kommunen 225 Millionen Euro pro Jahr.
 

WINDRÄDER: 90 PROZENT RECYCELBAR – AUSSER DIE BLÄTTER

Windkraftanlagen bestehen zu 80 bis 90 Prozent aus recycelbaren Materialien wie Stahl, Beton und Kupfer. Die Rotorblätter hingegen bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK), der schwer zu trennen ist. Sie werden derzeit meist als Ersatzbrennstoff in Zementwerken verfeuert – eine Form der energetischen Verwertung.
 

ELEKTROSCHROTT: URBAN MINING MIT GOLD UND SELTENEN ERDEN

Ein Smartphone enthält 24 Milligramm Gold, 250 Milligramm Silber und neun Gramm Kupfer. In Elektroschrott stecken Metalle in höherer Konzentration als in manchen Erzminen. Doch weltweit werden laut UN Global E-Waste Monitor 2024 nur ein Viertel des weltweiten Elektroschrotts recycelt. Dabei ließen sich bis zu 95 Prozent des Goldes zurückgewinnen. Seltene Erden wie Neodym oder Indium hingegen werden zu weniger als einem Prozent recycelt – obwohl sie für Magnete, Motoren und Displays unverzichtbar sind.
 

BIOMÜLL: METHAN STATT MÜLLDEPONIE

Organische Abfälle auf Deponien zersetzen sich anaerob und setzen Methan frei – ein Treibhausgas. In Biogasanlagen wird dieses Methan gezielt genutzt: Aus einer Tonne Bioabfall entstehen bis zu 200 Kubikmeter Biogas, das zur Strom- und Wärmeerzeugung dient.
 

PAPIERRECYCLING SPART 64 PROZENT ENERGIE, 58 PROZENT WASSER

Recyclingpapier spart 64 Prozent Energie und 58 Prozent Wasser gegenüber Frischfaserpapier. Zudem werden 17 Bäume pro Tonne Papier gerettet und die Luftverschmutzung um 74 Prozent reduziert. In Deutschland wurden 2019 rund 16,5 Millionen Tonnen Altpapier gesammelt – über 80 Prozent Recyclingquote.
 

PLASTIK: 9 PROZENT RECYCLING, 40 PROZENT VERBRENNUNG

Weltweit werden nur 9 Prozent des Plastiks recycelt; 19 Prozent werden verbrannt, 50 Prozent landen auf Deponien oder in der Umwelt. In Deutschland sind es 38 Prozent Recycling, 61 Prozent Verbrennung. Recycling von Plastik spart 88 Prozent Energie gegenüber Neuproduktion.
 

GLAS: 30 PROZENT ENERGIEERSPARNIS, UNBEGRENZTE HALTBARKEIT

Eine moderne Glasflasche ist praktisch unbegrenzt haltbar, einige Quellen geben an, es brauche 4.000 Jahre, um sie zu zersetzen. Recycling spart 30 Prozent Energie, weil der Schmelzpunkt von Altglas niedriger ist als der von Rohstoffen. In Deutschland liegt die Altglas-Sammelquote bei über 80 Prozent.
 

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