Der Schlüssel liegt in der Automatisierung

Die digitale Transformation des Bankensektors kann auch Impulse für andere Branchen bieten.

ULIRCH COENEN, Vorstandssprecher, Atruvia AG
ULIRCH COENEN, Vorstandssprecher, Atruvia AG
Atruvia Beitrag

Viele Unternehmen stehen aktuell vor den gleichen Herausforderungen: interne und externe Abläufe effizienter zu gestalten, Kundenerlebnisse zu verbessern und gleichzeitig regulatorische Anforderungen zu erfüllen – und das so schnell wie möglich. Der Schlüssel dazu liegt in der durchgängigen Automatisierung von Prozessen. Voraussetzungen dafür sind wiederum eine konsequente Standardisierung und digitale Neuerfindung der internen und kundenorientierten Abläufe. Dieser Ansatz geht weit über eine bloße „Elektrifizierung“ von Bestehendem hinaus. Der Bankensektor durchläuft diese Transformation aktuell. Als Digitalisierungspartner der Genossenschaftsbanken und vieler weiterer Institute haben wir in den vergangenen Jahren wichtige Grundlagen gelegt: Mit unserer Omnikanalplattform haben wir eine skalierbare digitale Plattform etabliert, auf die von Bankmitarbeitenden und Bankkund:innen gleichermaßen nahtlos zugegriffen werden kann. Auf diese Weise arbeiten beide Seiten am selben Prozess und greifen auf dieselben Daten zu. Nur mit einem solch grundlegenden Plattformansatz lassen sich Banken in ihrem hochregulierten Umfeld wirksam transformieren. Denn als Teil der kritischen nationalen Infrastruktur sind Banken nicht nur für sicheres Wirtschaften essenziell, sondern auch besonders stark reguliert. 

Das bedeutet: Der Rahmen für schnelle digitale Innovationen ist eng gesteckt – aber es gibt ihn durchaus. Kund:innen im Finanzwesen erwarten inzwischen auch von regionalen Banken weitgehend digitale Angebote, angefangen von der Kontoeröffnung über die mobile Depotführung bis zu intelligenten, KI-gestützten Serviceprozessen. Dieses weite Spektrum lässt sich nur dann effizient abbilden, wenn wir Alltagsprozesse maximal automatisieren – zum Beispiel in Form von heute schon 70 Self-Services, die Bankkund:innen eigenständig und fallabschließend durchführen können. Sei es, um eine Karten-PIN zu ändern oder einen sofort auszahlungsfähigen Privatkredit zu erhalten.
 

PLATTFORMEN STATT FLICKWERK


Diese Logik gilt auch in anderen Branchen: Überall da, wo große Datenmengen, komplexe Prozesse und hohe Sicherheitsanforderungen zusammentreffen, stellen sich ähnliche Herausforderungen. Um diese zukunftsfähig lösen zu können, spielt Technologie inzwischen eine andere, weiterentwickelte Rolle. In diesen bewegten Zeiten heißt es, konsequent auf moderne technologische Plattformen zu setzen. Ohne entsprechende Basis-Investitionen für den Wechsel – zum Beispiel in moderne cloud-native Ansätze – wird es kaum gelingen, Schritt zu halten. 

Ein konkretes Beispiel: Die großen Hoffnungen auf mehr Effizienz durch KI erfüllen sich an vielen Stellen noch nicht. Der Hauptgrund sind fast immer fragmentierte und schlecht gemanagte Datensilos. Ohne eine strategische Neuaufstellung von Datenmanagement, Data Governance und Co. werden Unternehmensdaten für KI kaum nutzbar. Wer frühzeitig in moderne Technologie (zum Beispiel in ein Data Mesh) investiert und dabei den notwendigen Veränderungsprozess im gesamten Unternehmen nicht vergisst, startet mit Rückenwind ins KI-Zeitalter.
 

STANDARDISIERUNG IST KEIN KORSETT, SONDERN EIN MÖGLICHMACHER


Standardisierte, automatisierte, digitale Prozesse sind der Schlüssel – wenn sie auf modernen und zukunftsfähigen Technologie-Plattformen aufbauen. Dabei ist Standardisierung kein Korsett, sondern der Möglichmacher von Innovation. Sie macht den Weg frei für das Voraus- und Weiterdenken, aber auch für Automatisierung. Und sie ermöglicht mehr Dialog zwischen echten Menschen. Denn seien wir ehrlich: Wenn es darauf ankommt, dann werden Menschen auch in Zukunft nicht allein auf Technologie und künstliche Intelligenz vertrauen wollen, sondern weiterhin auf das reale Gegenüber.

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