Ganz vorn in Sachen Nachhaltigkeit

Dr. Hans-Jürgen Schlindwein erklärt, wie Kühlschmierstoffe aus dem Hause Rhenus Lub Kohlendioxid künftig zu einem aktiven und emissionsneutralen Baustein industrieller Produktion machen. 

Dr. Hans-Jürgen Schlindwein, Leiter Produktmanagement Kühlschmierstoffe bei Rhenus Lub
Dr. Hans-Jürgen Schlindwein, Leiter Produktmanagement Kühlschmierstoffe bei Rhenus Lub
Rhenus Lub Beitrag

Herr Dr. Schlindwein, Ihr Unternehmen trägt dazu bei, Kohlendioxid aus der Atmosphäre in industriell verwertbare und dadurch CO2-neutrale Wertstoffe zu verwandeln. Geniale Sache! Wie genau machen Sie das? 
Von der Idee her ist es ganz einfach: Nachwachsende Rohstoffe gewinnen ihren Kohlenstoffanteil aus dem CO2 in der Luft. Und wir nutzen diese Rohstoffe, um eine nachhaltige Alternative zu Schmierstoffen auf Mineralölbasis herzustellen. Unsere Basis sind Rohstoffe mit biogenem Ursprung. So machen wir das Treibhausgas zu einem aktiven Gestaltungsbaustein in der Produktion.

Und was haben Ihre Kunden davon? 
Ein gutes Umweltgewissen. Und natürlich eine sehr gute Möglichkeit, die Nachhaltigkeit des Produktes auch ohne komplett vorliegenden Product Carbon Footprint zu bestimmen. Für unseren wassermischbaren Kühlschmierstoff gilt die Formel: Das, was der Kühlschmierstoff nach seinem Einsatz an CO2-Belastung hinterlässt, wurde vorher im Wachstum der Pflanze der Umwelt entnommen. Die CO2-Neutralität ist damit klar gegeben.

Mit Ihren Kühlschmierstoffen werden viele industrielle Produkte gefertigt, von großen Bauteilen in Flugzeugen bis hin zu kleinsten Bauteilen in Uhren. Können Sie schon sagen, wer auf Ihren neuen Schmierstoff setzt?
Der Kühlschmierstoff auf Basis biogenen Kohlenstoffs wird gerade erst auf den Markt gebracht. Die Reaktionen auf Messen und in Kundengesprächen sind sehr positiv. Insbesondere deshalb, weil unser neues Produkt durch die Hochwertigkeit der Rohstoffbasis nicht nur nachhaltiger, sondern auch von der Produktperformance her überzeugend ist.

Wie neu und außergewöhnlich ist die Nutzung von biogenem Kohlenstoff?
Wir wissen, dass wir im Bereich der wassermischbaren Kühlschmierstoffe mit einem biogenen Kohlenstoffanteil von über 85 Prozent bisher eines der wenigen – wenn nicht sogar das einzige – Unternehmen sind, das diese Kühlschmierstoffe am Markt anbietet. Damit gehen wir einen neuen, vielversprechenden Weg.

In den 90er-Jahren waren Sie schon einmal Innovationsführer, damals ging es besonders um die Hautfreundlichkeit der Kühlschmierstoffe …
Genau. Damals war die vorherrschende Meinung, dass es schwierig sei, leistungsfähige und gleichzeitig hautschonende Kühlschmierstoffe herzustellen. Heutzutage haben sich moderne bor- und aminfreie Rezepturen, wie Rhenus Lub sie als erstes Unternehmen entwickelt hat, in vielen Bereichen durchgesetzt. Aufgrund der geringeren Belastung durch einen niedrigen pH-Wert lassen sich Hautreizungen, allergische Reaktionen und kostspielige Folgeerkrankungen minimieren. Das ist ein wesentlicher wirtschaftlicher Faktor für die Unternehmen.

Sie sind seit 2011 auch als eines der ersten Unternehmen in Deutschland erklärtes Mitglied des UN Global Compact. Wer oder was steckt hinter dem großen Engagement für die Nachhaltigkeit? 
Letztlich die persönlichen Überzeugungen der Inhaberfamilie. Als Familienunternehmen lebt Rhenus Lub Nachhaltigkeit schon seit vielen Generationen und beschäftigt sich deswegen schon lange mit der Entwicklung leistungsstarker Kühlschmierstoffe und Schmierfette, die Mensch und Umwelt möglichst wenig belasten. Die neue Generation der Gesellschafter:innen des Unternehmens hat das mit ihrem Fokus auf die digitale und ökologische Transformation des Unternehmens nochmals unterstrichen.

www.rhenuslub.de
 

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