»Wir sind ein elementarer Bestandteil der Finanzdienstleistungsindustrie«

März 2017 | Die Welt | Geld

»Wir sind ein elementarer Bestandteil der Finanzdienstleistungsindustrie«

Den Fintechs wird immer wieder mal nachgesagt, dass sie versuchen, den Banken das Wasser abzugraben – zu Unrecht, erklärt Andreas Kupke von FINANZCHECK.

Andreas Kupke; Geschäftsführer bei FINANZCHECK.de
Finanzcheck.de / Unternehmensbeitrag

Was spricht gegen die Vorstellung von Fintechs als Angreifer der Banken?
Die meisten Fintechs sind heute noch zu klein, als dass sie bei einer der großen Banken Aufmerksamkeit erzeugen könnten. FINANZCHECK bildet da eine Ausnahme. Aber obwohl wir ein relativ großes mittelständisches Unternehmen sind, sehen wir uns nicht in Konkurrenz zu den Banken, ganz im Gegenteil: Wir setzen auf Kooperation statt Konfrontation.

Es kommt also nicht zu Überschneidungen?
Nein, denn wir sind viel mehr „Tech“ als „Fin“. Rund die Hälfte unserer Mitarbeiter arbeiten hoch technologisch, also zum Beispiel als Software-Entwickler oder Produkt-Manager. Finanzservices sind nicht unsere alleinige Kompetenz. Wir sind vielmehr die technologische
Schnittstelle zwischen Banken und dem Kunden und liefern einen echten Mehrwert, statt jemandem etwas wegzunehmen.

Welche Vorteile ziehen die Banken aus der Zusammenarbeit?
Zum einen erreichen sie durch FINANZCHECK sehr gute Kunden mit anspruchsvollen Kreditwünschen. Zum anderen leben wir in einer zunehmend digitalisierten Welt. FINANZCHECK ist da, wo der Kunde ist: im Internet. Diesen wichtigen Kanal können die Banken selbst häufig nur zum Teil bedienen.

Was – einmal abgesehen von der Größe – unterscheidet FINANZCHECK von anderen Fintechs?
Wir konzentrieren uns sehr stark auf eine Dienstleistung, nämlich den Ratenkreditvergleich, und sind darin überragend gut. Fokus war schon immer unsere Stärke, auf dem Gebiet der Ratenkredite sind wir daher über die letzten Jahre zum Experten geworden. Dieser klare Fokus sorgt dafür, dass FINANZCHECK eine deutschlandweit bekannte Marke für Kreditinteressenten geworden ist.

In den letzten Jahren haben Sie eine Reihe von namhaften internationalen Investoren gewinnen können, darunter Highland Capital, HarbourVest und Action Capital. Warum haben sich diese ausgerechnet für Ihre Firma entschieden?
FINANZCHECK ist unter den Fintechs eines der wenigen, das bereits eine solide Umsatzgröße erreichen konnte. Das Unternehmen ist kein kleiner Nischenanbieter, sondern bedient eine breite Masse von Kunden im deutschen Ratenkreditmarkt. Der kooperative Ansatz des Unternehmens mit seinen Partnerbanken sowie der klare Fokus auf Technologie und Produktexpertise haben stets überzeugt.

Das Wachstum ist in der Tat beeindruckend: Nach nur sechs Jahren im Markt hatten Sie bereits 190 Mitarbeiter. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?
An erster Stelle steht der strenge Fokus auf ein Produkt, hinter dem eine klare Vision und eine fundierte Strategie steht. Des Weiteren haben wir das richtige Team mit den richtigen Mitarbeitern, die gemeinsam wirklich etwas bewegen wollen. Hinzu kommen unsere Unterstützer in Form von renommierten Investoren, welche mit solidem Wachstumskapital maßgeblich zum Erfolg beigetragen haben. Aber ein bisschen Glück und Timing müssen natürlich auch dabei sein.

Welchen Tipp würden Sie jungen Startups mitgeben?
“Focus on what you do best and partner with the rest”. Für uns funktioniert das wunderbar.


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