Reichtumsstudie: Vermögen in weiter Ferne

Juli 2020 | stern | Geld

Reichtumsstudie: Vermögen in weiter Ferne

Die Chancen, hierzulande reich zu werden, schwinden – zumindest in der Wahrnehmung der Deutschen, wie eine aktuelle Studie offenbart.

Illustration: Oliver Navarro Schrøder
Johanna Schwabe / Redaktion

Wollen die Deutschen nicht mehr reich werden oder können sie es nicht? Glaubt man den Zahlen der aktuellen Reichtumsstudie der RWB Group, trifft beides zu. Laut der repräsentativen Umfrage, die jährlich vom Marktforschungsinstitut GfK durchgeführt wird, finden es nur noch 53,2 Prozent der Befragten überhaupt erstrebenswert, reich zu werden. 2017 waren es immerhin 70 Prozent. Allerdings ist auch der Anteil derjenigen, die ihre persönlichen Chancen auf ein hohes Vermögen als sehr beziehungsweise eher hoch einschätzen, mit nur noch 7,9 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung. Bei der RWB Group glaubt man, die Corona-Pandemie könnte hier als Katalysator gewirkt haben. Mit 45,2 Prozent gibt fast die Hälfte der Deutschen an, die Möglichkeiten für den Vermögensaufbau hätten sich durch die Krise verschlechtert.

Es könnte jedoch auch am fehlenden Wissen liegen, wie man überhaupt ein Vermögen aufbaut. 22,7 Prozent der Befragten wissen es nicht. Das haben 2017 nur 8,5 Prozent der Teilnehmer zugegeben. Immerhin: Der Anteil derer, die sagen, regelmäßige Investitionen am Aktienmarkt würden langfristig zum Vermögensaufbau beitragen, ist von 11 Prozent in 2017 auf aktuell 15,6 Prozent gestiegen. Dass man mit einem hochqualifizierten Beruf reicht wird, glauben hingegen nur noch 17,1 Prozent der Befragten (2017 24,6 Prozent). Selbst mit der Gründung eines eigenen Unternehmens scheinen sich die Chancen in der Wahrnehmung der Deutschen zu verschlechtern. 2017 waren es noch 21,5 Prozent, die darin einen Weg in Richtung Reichtum sahen. In diesem Jahr sind davon nur noch 13,6 Prozent überzeugt.
 

Quelle: obs/RWB Group AG.Reichtumsstudie 2020. Online-Umfrage repräsentativ unter der deutschen Bevölkerung ab 18 Jahren mit ca. 1000 Befragten durchgeführt von der GfK.