Fusionsfieber

März 2017 | Die Welt | Geld

Fusionsfieber

Übernahmen und Fusionen oder kurz M&A sind im Trend. Auch Anleger haben die Möglichkeit davon zu profitieren.

Sebasitan Bleser; Experte für Anlage- und Hebelprodukte; HypoVereinsbank onemarkets
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„Deutschland ist der neue Stern am Übernahme-Himmel“ titelte die Frank-furter Allgemeine Zeitung am 27. Dezember 2016. Um über 30 Prozent legte nach Angaben des Analystenhauses Angermann M&A International im Jahr 2016 die Zahl der registrierten Übernahmen mit deutscher Beteiligung zu. Dem „M&A Trends Year-End Report 2016“ von Deloitte zufolge rechnen 75 Prozent der für die Studie befragten Konzernchefs in diesem Jahr mit einer Zunahme der weltweiten Fusionen und Akquisitionen. Die Gründe liegen auf der Hand: Viele Konzerne verfügen über hohe Barbestände, die sie investieren oder an die Anleger ausschütten müssen. Das globale Zinsniveau ist sehr niedrig. Die Finanzierung von kleineren und größeren Zukäufen ist somit günstig. Derweil fokussieren sich internationale Konzerne zunehmend auf den Ausbau ihres Kerngeschäfts und wachstumsstarke Bereiche und verkaufen Randaktivitäten. Ferner verfolgt China mit dem derzeitigen Fünfjahresplan die Strategie die Wertschöpfungskette auszubauen und kauft sich im Rahmen dessen Know-How aus dem Ausland ein. Im Rahmen der geplanten Übernahmen von Aixtron, Kuka und Osram war gar vom Ausverkauf deutscher Technologie die Rede. Der Kauf von Aixtron und Osram ist schlussendlich auch aus politischen Gründen gescheitert. Mit Blick auf positive Kurseffekte, die von Übernahmeangeboten in der Regel ausgehen, stellt sich die Frage, wie Anleger davon systematisch profitieren können.

Der Solactive® German Mergers & Acquisitions Performance-Index, an dessen Entwicklung ein Indexzertifikat (WKN: HU5JPC) eins zu eins und ohne Laufzeitbegrenzung teilnimmt, enthält deutsche Aktiengesellschaften, die mit einer vergleichsweise hohen Wahrscheinlichkeit das Ziel einer Firmenübernahme werden könnten. Welche Unternehmen das sind, darüber entscheidet vierteljährlich ein Index-Komitee. Neben quantitativen Kriterien wie Mindestwerten bei Marktkapitalisierung und Handelsvolumen werden bei der Auswahl auch diverse qualitative Faktoren berücksichtigt. Jörg Lang, der als Index-Berater für die Zusammensetzung des Korbs maßgeblich mitverantwortlich ist, erklärt, worauf es ankommt: „Zum einen sollten das Produktportfolio und / oder die Marktstellung des Unternehmens für einen Firmenkäufer interessant sein.“ Zum anderen, so Lang, müssten die Eigentumsverhältnisse eine Übernahme zulassen. Außerdem sollte die Börsenbewertung der Firma im Fall einer Übernahme noch Potenzial nach oben lassen. Schließlich sei auch eine gute Bilanz- und Finanzlage ein wichtiger Aspekt. Übernahmeziele wie Celesio und Kuka wurden längst durch andere Kandidaten ersetzt.

Seit einigen Wochen gibt es Meldungen über die Übernahme des Generikaherstellers Stada Arzneimittel. Mehrere Angebote liegen vor. Wer den Zuschlag bekommt ist hingegen noch offen. Beim Marktforschungskonzern GFK stieg derweil ein Private-Equity-Konzern ein und bei Pfeiffer Vacuum stockt der Konkurrent Busch die Anteile schrittweise auf. Dies trieb den Solactive® German Mergers & Acquisitions Performance Index zuletzt kräftig nach oben. Aktuell enthält der Index unter anderem die Aktien von Deutz, Morphosys, Osram und SAF-Holland. Historische Betrachtungen sind kein Indiz für künftige Entwicklungen. Deutliche Kursabschläge am Gesamtmarkt können somit auch den Solactive® German Mergers & Acquisitions Performance-Index unter Druck setzen.

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