Finanzen optimieren – aber wie?

Dezember 2019 | Die Welt | Geld

Finanzen optimieren – aber wie?

Durch Apps und Online-Tools lässt sich viel Geld sparen. Wir müssen nur bereit sein, unsere Serviceanbieter zu wechseln.

Illustration: Jasmin Mietaschk
Axel Novak / Redaktion

Wer durch Fleiß und Sparen reich werden will, der hat es nicht leicht. Wer allerdings entsprechende Tipps im Netz sucht, der stößt überraschenderweise auf ein sehr altes Rezept: das Haushaltsbuch. Der Grund ist einfach: Wer seine Einnahmen und Ausgaben konsequent dokumentiert, der hat eine bessere Übersicht über seine Finanzen. Früher wurde das Budget im Haushaltsheft verwaltet, heute mittels Online-Tools oder via App am Handy.


Es gibt eine ganze Reihe solcher Programme. Im Idealfall ordnet der Nutzer oder die Nutzerin Ausgaben verschiedenen Kategorien zu, verbindet sie mit seinen Einkünften und erzeugt grafische Darstellungen  – so ist das Budget stets im Blick. Das kann sehr hilfreich sein, um festzustellen, ob man viel Geld für unnützes Zeug ausgibt, das keinen Spaß macht.


Wer also seine Finanzen optimieren will, der braucht zum einen den Überblick, zum anderen den Vergleich. Und damit klickt er irgendwann bei Vergleichsplattformen wie Check24, Verivox oder Smava vorbei. Die bieten die Möglichkeit, schnell und relativ bequem verschiedene Services preislich zu vergleichen und zu buchen. Das geht recht einfach – sogar ohne Registrierung.

 

Viele Versicherungstarife ändern sich ständig

 

Zum Beispiel bieten Versicherungen ein enormes Sparpotenzial. Denn wir alle geben viel Geld dafür aus, um uns abzusichern: Privathaftplicht, Hausrat, Kfz-Haftpflicht, Risikoleben, Unfall oder Berufsunfähigkeit – wer seinen Kontoauszug anschaut, erschrickt angesichts der Kosten für Risikoabdeckung. Aber sind alle Versicherungen sinnvoll?


Die wichtigste Grundregel lautet: Versichere Dich nur gegen Schäden, die du nicht selbst bewältigen kannst. Versicherungen für Handy, Brille oder Reisegepäck sind oft teuer im Vergleich zum Nutzen. Garantieverlängerungen für technische Geräte sind überflüssig. Allein sie machen oft viele Euro im Jahr aus.


Ansonsten sollte man regelmäßig seine Versicherungen durchchecken. Das macht zwar keinen Spaß, ist aber aus drei Gründen sinnvoll: Erstens ändern sich die Preise für Versicherungen. Durch einen Wechsel kann man mehrere Hundert Euro im Jahr sparen – zum Beispiel bei der Autoversicherung. Zweitens ändern sich die Tarifbedingungen. So leisten beispielsweise neue Tarife in der Privathaftpflicht- und Hausratversicherung mehr als alte. Und schließlich ändert sich der Versicherungsbedarf. Nach einer Hochzeit zum Beispiel sind manche Versicherungen auf einmal doppelt vorhanden. Andererseits braucht eine Wohngebäudeversicherung, wer ein Haus baut und dort einzieht.


Allerdings gilt es eines zu beachten: Wer auf kostenlosen Vergleichsportalen nach Angeboten sucht, sollte wissen, dass die Portale von Provisionen leben. Man findet dort also nicht unbedingt das günstigste Produkt, sondern das, das den Portalen möglicherweise die höchsten Provisionen sichert. Wer das aber weiß, kann sich trotzdem darüber freuen, den Anbietern vieler Dienstleistungen auf dem Markt ein Schnippchen zu schlagen.

 

Lohnen sich Umschuldungen?

 

Zum Beispiel den Banken und anderen Kreditgebern. Angesichts der aktuellen Niedrigzinsen ärgern sich viele Menschen darüber, dass sie immer noch alte Kredite zu hohen Zinsen zurückzahlen müssen. Hier ist möglicherweise das Umschulden sinnvoll, wenn man für den neuen Kredit weniger Zinsen bezahlt als für den alten. Kreditportale vermitteln den passenden Kredit dafür.


Ob sich das lohnt, hängt von einigen Faktoren ab: Je höher Restschuld und restliche Laufzeit sowie der Zins sind, desto größer ist das Sparpotenzial. Noch mehr lohnt sich ein neuer Kredit, wenn zu dem aktuellen Kredit eine Restschuldversicherung abgeschlossen wurde, die nun entfallen kann.


Bei geringer Laufzeit, niedriger Restschuld plus Vorfälligkeitsentschädigung lohnt sich die Umschuldung aber selten, denn Banken verlangen für einen Ratenkredit oft höhere Mindestlaufzeiten und -beträge. In diesem Fall ist es ratsam, den Kredit auf einen Schlag zurückzuzahlen – auch mit dem Ersparten vom Tagesgeldkonto. Denn die Zinsen auf dem Konto sind im Zweifel niedriger als die Zinsen, die man für den Kredit bezahlt. Umschulden lohnt sich auch beim Dispositionskredit des Girokontos. Die Zinsen für diese Kredite reichen bis in den zweistelligen Prozentbereich. Hier gleicht ein günstigerer Ratenkredit die Disposchulden aus.

 

Energie und Kommunikation sind teuer

 

Für zwei weitere Dinge geben die Deutschen besonders viel Geld aus. Energie ist das eine. Wer flexibel ist, tankt, wenn Sprit günstig ist. Zum Beispiel am Donnerstagabend. Hilfreich sind Apps, die die Tankstellen in der Umgebung vergleichen und die günstigen Preise finden.
Auch in Strom und Gas steckt viel Sparpotenzial. Der günstigste Strom ist der, der nicht verbraucht wird. LED-Leuchtmittel, Induktionskochplatten oder ein energiesparender Kühlschrank lohnen sich, denn sie vermeiden zukünftige Stromkosten. Auch lohnt es sich Geräte vom Netz zu trennen, wenn sie nicht benutzt werden, etwa mit abschaltbaren Steckdosenleisten. Denn auch der Stand-by-Betrieb verbraucht Strom.


Wer den Strom- oder Gasanbieter wechselt, kann ebenfalls sparen. Die Tarife stehen im Netz – wieder auf den Vergleichsportalen, die sich auch gleich um die Kündigung kümmern. Manche Verbraucher wechseln häufig und regelmäßig ihren Anbieter. Dadurch sparen sie Geld beim Tarif im ersten Jahr und bekommen jedes mal einen Bonus obendrauf. Der Wechsel ist einfach und risikolos, weil gesetzlich geregelt. Ein Tipp: Energiepakete, Kautionszahlungen, lange Laufzeiten sowie Vorauskasse sind zu vermeiden.


Das andere sind die Kosten für Telekommunikation. Hübsche Summen kommen durch Festnetz und Internet, Handy und Familienverträge zusammen. Auch hier bieten Vergleichsportale an, die Tarife zu vergleichen, die oft Neukunden mehr Leistungen und bessere Internethardware bieten. Wer nun seine Kosten so optimiert hat, dass am Ende des Monats mehr übrigbleibt, der hat den Grundstein für seinen Reichtum gelegt. Vorausgesetzt, er investiert das Geld zu guten Konditionen. Wie, das steht an anderer Stelle in diesem Heft.