Herr Grundherr, warum lohnt sich ein Gewerbespeicher heute mehr denn je?
Früher galt die Nachfrage als feste Größe, und Kraftwerke passten sich an. Mit Wind und Sonne funktioniert das nicht mehr: Angebot und Nachfrage treffen volatil ständig neu aufeinander – die Preise schwanken stark. Deshalb verlangen Energieversorger bei festen Tarifen hohe Risikoaufschläge. Unternehmen können dieses Risiko jedoch selbst steuern, indem sie Strom dann einkaufen, wenn er günstig ist. Der Speicher ist dafür das technische Instrument. Er ermöglicht Flexibilität, verhindert teure Lastspitzen und macht unabhängiger von pauschalen Zuschlägen. In unseren Projekten führen diese Effekte häufig zu rund 30 Prozent niedrigeren Stromkosten. Da Speicherpreise stark gefallen sind, amortisieren sich Systeme meist nach vier bis acht Jahren. Und: Dafür braucht es nicht einmal eine PV-Anlage. Wer eine hat, profitiert allerdings zusätzlich, denn auch Photovoltaik rechnet sich für Unternehmen heute hervorragend.
Man hört viel über Arbitrage und Stromhandel. Was unterscheidet Ihre Lösungen?
Arbitrage setzt auf Gewinne durch Stromhandel in günstigen und teuren Stunden, teils auch virtuell. Für Unternehmen, die ihren Strom selbst verbrauchen, ist das selten sinnvoll. Der größte Hebel liegt hinter dem eigenen Zähler: günstig einkaufen, Lastspitzen vermeiden, Eigenverbrauch optimieren. Genau darauf fokussieren unsere Speicherprojekte. Sie umgehen komplexe regulatorische Anforderungen und liefern das, was zählt: dauerhaft sinkende Stromkosten. Batterieprojekte mit Einspeisung lohnen sich meist nur für sehr große Anlagen mit passender Netzanschlusssituation.
Woran erkennt ein Unternehmen eine gute Speicherlösung?
An einer präzisen Analyse inklusive nachvollziehbarer Wirtschaftlichkeitsberechnung – und zwar anhand des 15-Minuten-Lastgangs eines ganzen Jahres. Ohne diese Daten lässt sich kein Speicher sinnvoll auslegen. Seriöse Anbieter simulieren mehrere Szenarien und setzen auf intelligentes Energiemanagement, das den Betrieb laufend optimiert. Wichtig ist außerdem, dass die Lösung nicht bei der Hardware endet: Energieverbräuche verändern sich permanent. Gute Anbieter begleiten ihre Kunden langfristig und passen Speicherstrategien regelmäßig an.
Für wen lohnt sich ein Gewerbespeicher – und wie läuft der Einstieg bei solareins ab?
Ein Speicher lohnt sich häufig ab rund 500.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch, entscheidend bleibt jedoch die Lastkurve. solareins operiert mit 250 Mitarbeitenden über neun Tochterunternehmen deutschlandweit und setzt jedes Jahr zahlreiche Gewerbeprojekte für mittelständische bis hin zu börsennotierten Unternehmen um. Der Ablauf ist klar: Lastgang und Stromrechnung analysieren, Szenarien simulieren, optimale Speichergröße bestimmen, danach Umsetzung, Zertifizierung und kontinuierliches Monitoring. Denn Energiesysteme verändern sich – und wir liefern dafür die passende Lösung, nicht nur die Batterie.
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